Jahresendrally: Alles, was Sie wissen sollten

Was geschieht an der Börse bevor und während der Jahresendrally? Erhalten Sie einen Blick in das Ende des Schlussquartals.

Jahresendrally - Kommt die Aktien Jahresendrally?

Jahresendrally – kommt jetzt die erfolgreichste Jahreszeit für Aktien?

Mit der Jahresendrally, auch als Santa Rally bekannt, verbindet sich die Hoffnung von Tradern, dass die DAX Börse in den letzten Handelswochen des Jahres deutlich zulegt.

Was genau hinter der Jahresendrally steckt und ob es dieses Jahr zu einer Weihnachtsrally kommt, wird in diesem Artikel analysiert.

Was ist die Jahresendrally?

Die Jahresendrally weist auf einen deutlichen Anstieg der Aktienpreise und somit der Börsen am Jahresende.

Dieses Phänomen ist am US Aktienmarkt sehr bekannt und auch mehr und mehr am DAX wird diskutiert, ob eine Jahresendrally stattfindet und wie sich die saisonalen Kräfte auf den Markt ausspielen. Diese Diskussionen und Prognosen fangen schon im September/ Oktober an bis hin zu den deutlichen Merkmalen der Jahresendrally.

Jahresendrally Statistik

Zwar ist das Phänomen “Jahresendrally” bemerkenswert, jedoch auch sehr interessant zu wissen ist, dass diese Rally am DAX in den letzten 20 Jahren nur zweimal ausfiel.

Befasst man sich mit den historischen statischen Phänomenen im DAX, stellt man fest, dass der Börsenmonat Dezember zu den stärksten Kalenderjahren zählt.

Jahresendrally Ursachen

Die starke Nachfrage nach Aktien am Ende des Kalenderjahres könnte aus verschiedenen Gründen erstehen. Ein paar grundlegende Anlässe, die diese Weihnachtsrally in Gang bringt:

  • - Saisonale Stimmung unter Anlegern, die eher zu Weihnachten Handeln möchten.

  • - Währende der Urlaubszeit steigen die Aktien Märkte bei niedriger Volumina.

  • - Fondsmanager müssen ihre Portfolios vor Jahresende neu ausrichten.

  • - Leute investieren ihren Weihnachtsbonus.

  • - Schnäppchenjagd beginnt, bevor die Aktienkurse im Januar wieder steigen.

Der größte Grund der Weihnachtsrally könnte gut auf einer psychologischen Ebene des Marktes selbst liegen. Wenn die Aktienindizes im Dezember steigen, gehen Leute davon aus, dass die Jahresendrally bevorsteht und kaufen dementsprechend.

Jahresendrally - Bullen- und Bärenmarkt

Wann ist die Jahresendrally?

Interessanterweise gibt es keinen bestimmten Zeitpunkt, wann die Jahresendrally stattfindet. Die richtige Stimmung der Rally zeigt sich gegen Mitte Dezember.

Verschiedene Quellen, mit verschiedenen Angaben, wie z.B. eine Quelle meint, dass diese Weihnachtsrally im DAX am 13. Dezember beginnt und am 2. Januar des darauffolgenden Jahres endet. Andere deuten auf einen Beginn in der Woche vor Weihnachten.

Wir, bei IG, haben entschieden, unsere eigene Analyse, für die Zeitperiode zwischen 1986-2015 sowie für die Indizes FTSE und S&P500, durchzuführen. Die größten Anstiege beider Indizes fanden vom 14. Bis zum 16. Dezember statt.

Insgesamt wurde eine durchschnittliche jährliche Rendite von 2,53 % und eine positive Rendite in 87 % der Zeit erzielt. Im Gegensatz dazu führten Investitionen in der ersten Monatshälfte zu einem durchschnittlichen Verlust von -0,23 %.

Zwar ist dieses Phänomen am Aktienmarkt nicht neu, dennoch stellt sich jedes Jahr die Frage, ob eine Jahresendrally wieder dieses Jahr stattfindet. Es kann früher als geplant anfangen, später oder sogar gar nicht.

DAX Jahresendrally 2018

So viel ist klar, Saisonalitäten sind nicht in Stein gemeisselt. Insbesondere das zu Ende gehende Jahr, war ein gutes Beispiel dafür. So hat sich die auf Saisonalitäten beziehende Börsenweisheit, „sell in May and go away“, bisher im US Aktienmarkt nicht ausgezahlt. Im DAX wäre diese Weisheit jedoch zunächst voll zum Tragen gekommen. Denn nach einer anfänglichen Erholung zwischen März und Juni, brach das deutsche Börsenbarometer ein und verlor danach in der Spitze über 16 %. Allerdings heisst es auch immer, man sollte im September wieder in den Markt zurückkehren. Doch auch hier machte der Index kaum Anstalten einer nachhaltigen Erholung. Saisonalitäten sind daher auch immer mit Vorsicht oder zumindest einer gewissen Erfahrung zu betrachten.

Kommt die Aktien Jahresendrally trotzdem?

Nichtdestotrotz, könnte sich eine leichte Jahresendrally, nach der überaus schwachen Phase zuvor, ereignen. Dafür gibt es einige Gründe. Zum einen dürfte die Aktien Jahresendrally, historisch betrachtet, die stärkste saisonale Phase darstellen und wäre damit die am wahrscheinlichsten von allen saisonal starken Phasen eines Jahres. Hervorgerufen wird diese in der Regel durch einen erwarteten höheren Umsatz der Unternehmen während der Weihnachtssaison, neuen Vertragsabschlüssen – dem sogenannten „Window-Dressing“ der Unternehmen, das dafür sorgen soll, dass der Bilanzjahresabschluss eine gute Performance aufweist – und zu guter Letzt der erhöhten Nachfrage der institutionellen Investoren nach Aktienwerten.

Insbesondere der letzte Faktor tritt jedoch sehr oft dann ein, wenn der gesamte Aktienmarkt in einem Jahr gestiegen war. Warum? Weil professionelle Investoren eine gewisse Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt (Index) erreichen wollen. Sie kaufen sich dann in gut laufende Werte ein und schieben die Nachfrage zusätzlich an. Andererseits, fällt der Markt im Laufe des Jahres, könnten Investoren entweder den Markt bereits geschlagen haben oder aber es sind kaum noch Werte vorhanden, die besser als der Markt laufen, abhängig von der aktuellen Marktbreite. Aktuell könnten wir tatsächlich, bezogen auf den DAX, eher den zweiten Fall vor uns haben, denn der Index hat seit Beginn des Jahres, bis dato, einen Verlust von 11,97 % erlitten.

Jahresendrally traden

Eine Erholungsphase könnte dennoch zumindest kurzfristig erfolgen. Die Jahresendrally traden könnte man in diesem Fall ebenso, auch wenn das Upside-Potential mit hoher Wahrscheinlichkeit, unter Berücksichtigung der aktuellen fundamentalen Umstände, eher begrenzt bleiben dürfte. Unter anderem würde das Potential der Rally womöglich davon abhängen, ob sich einige der Problemfelder, wie etwa der Handelskonflikt zwischen den USA und China, noch zum Guten abwenden lassen. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

Die Jahresendrally 2018 könnte auf charttechnischer Basis eventuell dann bestätigt werden, sofern der DAX zunächst die Kurszone bei 11.500 Punkten auf Wochenschlusskursbasis überwindet. Wie die DAX Chartanalyse unten deutlich macht, befindet sich in dieser Zone ein technischer Kreuzwiderstand. Sollte diese Zone überwunden werden, bestünde eventuell weiteres Upside-Potential. Können andere Märkte, wie etwa die in den USA oder in China, ebenfalls Stabilität zur gleichen Zeit aufweisen, könnten die beiden gleitenden Durchschnitte (52,100-Wochen) angesteuert werden. Diese verlaufen aktuell bei zirka 12.400 Punkten.

Selbst wenn der Index es schafft diese Niveaus anzusteuern, wäre es nach dem straken Verfall in diesem Jahr, bereits als eine passable Aktien Jahresendrally zu bewerten. Spätestens dort könnte die Luft dann aber langsam dünn werden. Dieses Szenario ist jedoch, wie bereits oben erwähnt, derzeit eher unwahrscheinlich. Weil zum einen das „Window-Dressing“ der professionellen Investoren ausbleiben könnte sowie die politischen und konjunkturellen Probleme weiterhin Bestand haben.

DAX Chart auf Wochenbasis

DAX Chartanalyse zum Jahresendrally
Quelle: IG Handelsplattform

Diese Inhalte stellen keine Finanzanalyse dar. Es handelt sich um eine Werbemitteilung, welche nicht allen gesetzlichen Vorschriften zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt und keinem Handelsverbot vor der Veröffentlichung der Analysen unterliegen. IG Bank S.A. bietet ausschliesslich eine beratungsfreie Dienstleistung. Der Inhalt dieser Werbemitteilung stellt keine Anlageberatung bzw. Anlageempfehlung (und darf nicht als solche verstanden werden) und stellt keinesfalls eine Aufforderung zum Erwerb von jeglichen Finanzinstrumenten dar. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. IG Bank S.A. haftet nicht für Folgeschäden, welche eventuell auf einzelne Kommentare und Aussagen zurückzuführen wären und übernimmt keine Gewähr in Bezug auf Vollständigkeit und Richtigkeit des Inhaltes. Folglich trägt der Anleger vollkommen alleinverantwortlich das Risiko für einzelne Anlageentscheidungen.