Market Update
Die Drohgebärden gegen den Iran werden lauter und hieven den Ölpreis gen Norden. Der immer schwächer werdende Dollar schiebt das britische Pfund zum Greenback an. Dagegen geht es für die Microsoft-Aktie gen Süden. Die KI-Sorgen könnten wieder Nahrung bekommen.
US-Präsident Trump droht dem Iran mit einem massiven Militärschlag. Und prompt geht es mit dem Ölpreis aufwärts. Die zurzeit sehr hohe Volatilität an den Ölmärkten ist im Linearen Regressions-Chart zu sehen. Noch zeigt die Regressionsgerade gen Süden. Doch dies könnte sich ändern. Aufwärts zeigt der statistische Mittelwert hingegen beim GBP/USD. Der Dollar gerät immer stärker unter Druck. Davon profitiert das „Cable“. Allerdings hat sich das britische Pfund zum Greenback mittlerweile zu weit von seinem Durchschnitt entfernt. Ein Rücksetzer (Mean Reversion) bis rund 1,36 USD wäre keine Überraschung. Die Microsoft-Aktie hat gestern die Quartalszahlen präsentiert. Die hohen Investitionen in KI sind den Anlegern auf den Magen geschlagen. Nachbörslich ging es für den Big Tech-Titel abwärts. Aber auch hier hatte sich die US-Aktie zu weit von der abwärts gerichteten Regressionsgerade nach oben entfernt. Mit einem nachbörslichen Kurs von 452,05 USD liegt der Kurs nun wieder leicht unterhalb des Mittelwertes.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Performance-Trendfolgemodell. Der Ölpreis der Sorte WTI notiert zurzeit über dem Schlusskurs vor vier Wochen und drei Monate. Auf Sicht der letzten sechs und zwölf Monate weist das schwarze Gold ein Minus auf. Somit ist die Einschätzung neutral. Viel fehlt nicht mehr bis zur Trendwende. Positiv sieht es beim GBP/USD aus. Wie bereits erwähnt, könnte es kurzfristig jedoch zu einem Rücksetzer kommen. Die Microsoft-Aktie musste auf Sicht der letzten vier Wochen, drei und sechs Monate Federn lassen. Nur auf Zwölf-Monatssicht steht noch ein Plus zu Buche, welches heute weiter dahin schmelzen könnte. Unter dem Strich ist die Einschätzung negativ.
Der Startschuss für eine mögliche Bodenbildung fiel bereits am 9. Januar mit dem Sprung über die exponentielle 50-Tage-Durchschnittslinie. Kurs darauf konnte das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 60,66 USD zurückgewonnen werden. Gestern gelang dann der Bruch der waagerechten Widerstandslinie bei 63,08 USD nach oben. Im Augenblick streiten sich Bullen und Bären um das wichtige 38,2%-Retracement bei 64,09 USD.
Gelingt der Sprung darüber auf Schlusskursbasis, wäre die Boldenbildung beim Ölpreis der Sorte WTI erfolgreich abgeschlossen. Die nächsten Ziele wären dann das fallende Hoch bei 66,74 USD sowie das 50,0%-Fibonacci-Niveau bei 66,86 USD.
Der US-Dollar gerät zurzeit empfindlich unter Druck. Dafür gibt es mehrere Gründe. Dazu zählen die Zinspause der Fed, die steigende Staatsverschuldung, die derzeitige Flucht in Sachwerte wie beispielsweise Gold und zu guter Letzt natürlich US-Präsident Trump, der einen schwachen Greenback einfach großartig hält. Von der Dollarschwäche profitiert das Währungspaar GBP/USD, welches wichtige charttechnische Widerstände überwinden konnte. Dazu zählen die obere Abwärtstrendkanallinie bei 1,36195 USD sowie die fallenden Hochs bei 1,37266/1,37706 USD. Nun könnte das markante Hoch bei 1,42495 USD von Ende Mai 2021 angesteuert werden
Die gestrigen Geschäftszahlen waren nicht schlecht, dennoch ging es für Microsoft -Aktie nachbörslich deutlich abwärts. Die hohen Investitionen in KI sind den Anlegern auf dem Magen geschlagen. Und prompt kommen natürlich wieder die Sorgen auf, ob der KI-Hype ein Ende finden könnte.
Charttechnisch musste im Wochenchart bereits vor zwei Wochen das ehemalige Hoch bei 470,09 USD der Angebotsseite überlassen werden. Die drei exponentiellen 21-, 34- und 55-Wochen-Durchschnittslinien bei 469,71/482,63 USD wurden ebenfalls unterschritten und stehen nun als Widerstände im Weg. Drehen die Notierungen weiter gen Süden, könnte der mittelfristige Aufwärtstrend bei momentan 383,14 USD angesteuert werden.