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FOREX

Schweizer Franken im Höhenflug: Risk-Off nach Iran-Angriff

Nach dem Iran-Angriff schalten die Märkte in den Risk-Off-Modus. Der Schweizer Franken profitiert als sicherer Hafen, während EUR/CHF auf den tiefsten Stand seit 2015 fällt. Das damalige Extremtief liegt zwar noch darunter, doch die aktuelle Bewegung bringt das Währungspaar zurück in eine historisch bedeutende Unterstützungszone.

Schweizer Franken im Höhenflug: Risk-Off nach Iran-Angriff – EUR/CHF fällt auf 2015er Tief Quelle: Bloomberg

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets von IG Deutschland

Veröffentlicht am

Wichtigste Punkte im Überblick

  • Geopolitische Eskalation sorgt für massiven Risk-Off

  • Schweizer Franken profitiert als sicherer Hafen

  • EUR/CHF erreicht das Tief aus dem Jahr 2015

Risk-Off: Kapital flieht in sichere Häfen

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten zwischen den USA, Israel und Iran hat zu Wochenbeginn deutliche Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen. Der Ölpreis zog kräftig an – Brent legte zeitweise um rund 8 % zu – während europäische Erdgaspreise sogar um nahezu 30 % sprangen. Gleichzeitig stiegen Gold und der US-Dollar, Aktienmärkte gerieten unter Druck.

Im Zentrum der Sorge steht unter anderem die mögliche Gefährdung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Öltransitrouten weltweit. Eine nachhaltige Störung hätte erhebliche Folgen für Energiepreise und Inflation.

In diesem Umfeld werden klassische sichere Häfen gesucht – und dazu gehört traditionell der Schweizer Franken.

Marktbreite: Schweizer Franken strukturell stark

Ein Blick auf die übergeordnete Marktbreite unterstreicht die Stärke der Schweizer Währung. Rund 68 % der wichtigsten CHF-Währungspaare notieren aktuell oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Auch gegenüber dem US-Dollar bleibt der Franken im strukturellen Aufwertungstrend. Das zeigt: Die aktuelle Bewegung ist nicht nur eine kurzfristige Fluchtreaktion, sondern fügt sich in ein übergeordnet starkes Bild des Schweizer Franken ein.

Schweizer Franken - Marktbreite 

 

Schweizer Franken - Marktbreite Quelle: LSEG Datastream/Bouhmidi
Schweizer Franken - Marktbreite Quelle: LSEG Datastream/Bouhmidi

EUR/CHF im Monatschart: Historische Entscheidungszone

Im langfristigen Monatschart fällt EUR/CHF auf den tiefsten Stand seit 2015 und nähert sich damit einer historisch bedeutenden Unterstützungszone. Das absolute Tief aus dem Jahr 2015 liegt jedoch noch darunter. Dennoch rückt mit der aktuellen Bewegung eine charttechnisch entscheidende Zone wieder in den Fokus.

Ein nachhaltiger Bruch unter die Region um 0,90 Schweizer Franken würde aus technischer Sicht weiteres Aufwertungspotenzial des Schweizer Franken freisetzen. Erst unterhalb der damaligen Extremtiefs würde sich das langfristige Abwärtsszenario deutlich ausweiten.

EUR/CHF - Monatschart 

EUR/CHF fällt auf Tief von 2025 Quelle: IG Handelsplattform
EUR/CHF fällt auf Tief von 2025 Quelle: IG Handelsplattform

Schweizer Franken im Fokus: EUR/CHF bricht im Tageschart die Range nach unten

Auch im Tageschart zeigt sich die zunehmende Stärke des Schweizer Franken deutlich. Die zuvor etablierte Seitwärtsrange zwischen 0,9150 und 0,9000 wurde mit der jüngsten Eskalation dynamisch nach unten verlassen. Das aus der Höhe der Range abgeleitete Kursziel wurde über Nacht bereits nahezu erreicht. Solange EUR/CHF nicht nachhaltig über die Marke von 0,91 zurückkehrt, bleibt das kurzfristige Bild zugunsten des Schweizer Franken negativ für den Euro. Pullbacks in Richtung 0,9100 bis 0,9150 könnten sich als klassische Short-Gelegenheiten erweisen. Unterhalb der psychologisch wichtigen 0,90-Marke droht sogar eine weitere Beschleunigung der Bewegung.

EUR/CHF im Tageschart 

EURCHF - Tageschart - Breakout Quelle: IG Handelsplattform
EURCHF - Tageschart - Breakout Quelle: IG Handelsplattform

SNB signalisiert Interventionsbereitschaft

Die Schweizerische Nationalbank betonte angesichts der internationalen Lage, man sei stärker vorbereitet, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.

Die aktuellen Markterwartungen für die kommenden Sitzungen zeigen überwiegend eine hohe Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen im Frühjahr und Sommer. Erst gegen Jahresende steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung moderat an. Damit bleibt der geldpolitische Spielraum begrenzt – verbale oder tatsächliche Interventionen könnten daher wieder stärker in den Fokus rücken, sollte die Franken-Aufwertung an Dynamik gewinnen.

Marktimplizite SNB-Zinswahrscheinlichkeiten

SNB - Zinswahrscheinlichkeiten Quelle: FinancialJuice.com

Trading-Szenarien für EUR/CHF

  • Short-Szenario (Trendfortsetzung):
    Trigger: Pullback an 0,9100–0,9150 mit erneuter Schwäche
    Ziel 1: 0,9000
    Ziel 2: 0,8850
    Stopp: über 0,9180
  • Long-Szenario (technische Gegenbewegung):
    Trigger: Nachhaltige Rückeroberung der 0,9150 auf Tagesbasis
    Ziel 1: 0,9250
    Ziel 2: 0,9400
    Stopp: unter 0,8980

Fazit

Der Schweizer Franken bleibt in einem geopolitisch angespannten Umfeld klar gefragt. Die Kombination aus Risk-Off-Stimmung, steigenden Energiepreisen und struktureller Stärke sorgt dafür, dass EUR/CHF nun an einer historischen Schlüsselzone notiert. Die Marke von 0,90 wird damit zur zentralen Entscheidungszone für die kommenden Wochen. Solange keine nachhaltige Entspannung eintritt, bleibt der Schweizer Franken klar im Vorteil.

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