Ölpreis - WTI
Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Festnahme Maduros steht Öl zum Wochenstart im Fokus. Die Märkte dürften mit höherer Volatilität reagieren – im IG-Wochenendhandel zeigt sich bereits ein leichter Aufwärtsdrift.
Angriff auf Venezuela sorgt am Wochenende für einen geopolitischen Schock: In der Nacht von 02.01.2026 auf 03.01.2026 haben die USA Venezuela angegriffen. Nach Medienberichten wurden Nicolás Maduro und seine Ehefrau festgenommen, nach New York gebracht und dort u. a. wegen Drogenhandels und Terrorismus angeklagt. Trump kündigte zudem an, Venezuela vorübergehend unter US-Verwaltung zu stellen, bis ein „sicherer Übergang“ gewährleistet sei. Brisant für den Markt: Die USA wollen „große Mengen Öl“ aus Venezuela verkaufen und US-Ölkonzerne für Infrastruktur-Investitionen „entschädigen“ – entsprechend rücken WTI und Brent zum Wochenstart in den Mittelpunkt.
Venezuela verfügt laut der US-Energiebehörde EIA mit über 300 Milliarden Barrel über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt – und ist damit ein strategischer Schlüsselstaat für den globalen Ölmarkt. Ein großer Teil dieser Reserven besteht allerdings aus schwerem bis extra-schwerem Öl, das technisch aufwendiger zu fördern und zu verarbeiten ist. Zudem hängt die tatsächliche Lieferfähigkeit stark von Infrastruktur, politischer Stabilität und Exportlogistik ab. Genau deshalb kann die schiere Reservegröße zwar mittelfristig die Erwartung wecken, dass künftig mehr Angebot an den Markt kommt – kurzfristig reagiert der Ölpreis jedoch vor allem auf das Risiko von Störungen und darauf, ob sich die Exportfähigkeit im Zuge der neuen politischen Lage verbessert oder verschlechtert.
Der Ölpreis der US-Sorte WTI wird aktuell vom Broker IG im Wochenendhandel auf 58,22 US-Dollar taxiert – das entspricht rund +1,74% gegenüber dem Vortag. In den frühen Morgenstunden scheiterte WTI bereits bei einem Test der 59-Dollar-Marke, was dieses Niveau kurzfristig als erste Hürde bestätigt.
Wer nicht bis Montag warten will, kann bei IG über den Wochenendhandel auf die Schlagzeilen reagieren. Wichtig: Wochenendpreise werden von IG fortlaufend gestellt und können sich bei dünnerer Liquidität schneller bewegen; zudem werden offene Wochenend-Positionen zum Handelsende in den entsprechenden Wochentagsmarkt überführt. Deshalb: Spreads, Risiko und Positionsgröße im Blick behalten – gerade bei geopolitischen Headlines.