Market Update
Heute Abend stehen nachbörslich die Fed-Minutes im Mittelpunkt des Interesses. Die Anleger erhoffen sich einige Hinweise auf den Zusammenhalt innerhalb des Gremiums sowie auf ein baldiges Ende der Zinspause. Im Augenblick halten sich die Anleger hierzulande noch mit Engagements zurück.
Bevor heute Abend nach Börsenschluss deutscher Zeit die Fed-Minutes veröffentlicht wird, steht erst einmal der Auftragseingang für langlebiger Wirtschaftsgüter im Fokus der Anleger. Dieser Frühindikator wird von der Federal Reserve ganz genau beobachtet, da die Bestellungen wichtig sind, um den Zustand der US-Wirtschaft beurteilen zu können. Die Fed zieht vor allem den Auftragseingang ohne Transport zu Rate, da Großaufträge wie beispielsweise beim Flugzeug-Hersteller Boeing die monatlichen Zahlen verzerren können. Fallen die Daten schwächer aus als erwartet, würde dies für eine Zinssenkung sprechen. Im Augenblick ist laut der CME Group auf dem nächsten FOMC-Meeting am 18. März eher mit einer weiteren Zinspause zu rechnen.
Höhepunkt des heutigen Handelstages dürften am Abend aber die Fed-Minutes sein. Die Marktteilnehmer hoffen auf einige Hinweise wie beispielsweise über die interne Spaltung der US-Notenbank. Zuletzt fielen die Zinsentscheide nicht einstimmig aus. Einige Abweichler im Fed-Gremium sprachen sich für Zinssenkungen aus. Der politische Druck auf die Fed, vor allem von US-Präsident Trump, hatte zuletzt spürbar zugenommen. Die Frage wird sein, ob sich Jerome Powell dazu äußern wird. Die Sorge um die Selbständigkeit der Fed spielt an den Märkten eine wichtige Rolle. Und natürlich wollen die Anleger wissen, wann endlich die Zinsen wieder gesenkt werden. Wie bereits erwähnt, dürfte wohl im März nicht an der Zinsschraube gedreht werden. Gleiches gilt möglicherweise für Ende April. Mitte Mai wird der amtierende Präsident der Federal Reserve, Jerome Powell, seinen Chefposten verlassen. Donald Trump hatte Ende Januar seinen Wunschkandidaten Kevin Warsh nominiert, der im Fall einer Bestätigung durch den Senat im März dann Mitte dieses Jahres die Leitung der US-Notenbank übernehmen könnte. Laut der CME Group rechnen die Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung im Juni.
Der deutsche Leitindex hat im Stundenchart vorbörslich eine wichtige Hürde übersprungen, nämlich die Oberseite der Handelsspanne bei 25.051 Punkten. Zuvor konnte das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 25.025 Zählern zurückgewonnen werden.
Unter Berücksichtigung der Höhe der genannten Trading Zone lässt sich ein Kursziel von 25.112 Punkten ableiten. Als Unterstützungen fungieren die steigende exponentielle 5-Stunden-Durchschnittslinie bei aktuell 25.056 Zählern sowie die erwähnte obere Begrenzung der Seitwärtsphase bei 25.051 Punkten. Der Stop Loss könnte knapp unterhalb des 61,8%-Fibonacci-Levels bei 25.025 Zählern platziert werden