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PRE-IPO: ANTHROPIC
Der geplante Anthropic-IPO könnte den Claude-Entwickler unter die wertvollsten Börsenunternehmen der Welt bringen. Doch hinter dem rasanten Umsatzwachstum stehen hohe Verluste und ein enormer Bedarf an Rechenleistung.
Anthropic strebt laut Reuters beim geplanten US-Börsengang eine Bewertung von mehr als zwei Billionen US-Dollar an. Dem stehen für 2025 rund 4,6 Milliarden Dollar Umsatz und etwa 42 Milliarden Dollar Nettoverlust gegenüber. Ein Großteil des Verlusts ist allerdings auf buchhalterische Effekte aus früheren Finanzierungen zurückzuführen.
Mit einer Bewertung von über zwei Billionen US-Dollar würde Anthropic in die Spitzengruppe der weltweit wertvollsten börsennotierten Unternehmen aufrücken. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf einen eingesehenen Emissionsprospekt. Gegenüber der Finanzierungsrunde vom Mai 2026, bei der Anthropic mit 965 Milliarden Dollar bewertet wurde, wäre das mehr als eine Verdopplung.
Die Billionensumme beschreibt den angestrebten Wert des gesamten Eigenkapitals. Wie viel Geld Anthropic beim Börsengang tatsächlich einnimmt, hängt unter anderem vom Umfang der neu ausgegebenen Aktien und deren Ausgabepreis ab. Das Bewertungsziel ist zudem noch keine am Aktienmarkt bestätigte Marktkapitalisierung.
Anthropics Umsatz stieg 2025 auf etwa 4,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig belief sich der Nettoverlust auf rund 42 Milliarden Dollar. Diese Größenordnung lässt sich jedoch nicht mit dem laufenden Geldverbrauch gleichsetzen.
Rund 34 Milliarden Dollar entfielen laut Reuters auf einen Buchungseffekt aus der Neubewertung von Finanzierungen, die später in Aktien umgewandelt werden können. Diese Belastung entstand durch deren gestiegenen geschätzten Wert und war kein entsprechender Mittelabfluss aus dem laufenden Geschäft.
Auch ohne diesen Effekt blieb ein operativer Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar. Für Anleger stellt sich deshalb die Frage, wie schnell Anthropic seine wachsende Nachfrage in ein profitables Geschäft überführen kann.
Das Training und der Betrieb leistungsfähiger KI-Modelle erfordern erhebliche Rechenkapazitäten. Für die Bewertung kommt es deshalb darauf an, ob die zusätzlichen Erlöse langfristig stärker steigen als die Kosten für Infrastruktur und Entwicklung. Schnelles Umsatzwachstum allein beantwortet diese Frage noch nicht.
Hinzu kommen Sicherheitsrisiken. Wie die Tagesschau am 29. September berichtete, verschob Konkurrent OpenAI die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells wegen Sicherheitsbedenken. Aus Anlegersicht können solche Verzögerungen die Vermarktung neuer Produkte bremsen und zusätzliche Kosten verursachen. Damit werden neben der Leistungsfähigkeit auch die Kontrollierbarkeit und Verlässlichkeit der Systeme zu wirtschaftlichen Faktoren.
Die Bewertung von Anthropic und die Möglichkeiten des Pre-IPO-Handels stehen auch im folgenden Video im Mittelpunkt.
Wie der Markt die möglichen Börsenpläne einordnet, lässt sich bereits vor dem IPO beobachten. Die folgende Grafik zeigt die zum Aufnahmezeitpunkt im IG-Pre-IPO-Markt gehandelte Erwartung an Anthropics Marktkapitalisierung am Ende des ersten Börsentages. Die Angaben erfolgen in Milliarden US-Dollar; 2.000 entsprechen somit zwei Billionen Dollar.
Bei IG können Trader bereits vor dem Börsengang über den Pre-IPO-Markt auf steigende oder fallende Bewertungserwartungen setzen. Dabei werden keine Anthropic-Aktien erworben und es entsteht kein Anspruch auf eine Zuteilung beim IPO.
Wie der Markt funktioniert, wie Positionen vor dem Börsengang geschlossen werden können und worauf es bei der Abrechnung ankommt, erfahren Sie in unserem Artikel Anthropic Pre-IPO handeln: Das müssen Anleger wissen.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Morning Report
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