Price Action Trading

Bei der Disziplin Price Action Trading wird lediglich der „nackte“ Chart für die künftigen Handelsentscheidungen verwendet.

„Reiner“ Chart vs. „Indikatorenüberladener“ Chart

Beim Price Action Trading (PAT) werden, außer vielleicht einigen gleitenden Durchschnitten zur Identifizierung der Trendrichtung, keine zeitverzögerten Indikatoren im Chart dargestellt. Die Anhänger des PAT gehen von der These aus, dass alle für eine Handelsentscheidung benötigten Preisdaten im Chart abgebildet werden. Zu viele technische Indikatoren verzerren das Bild und erschweren somit eine Analyse des zugrunde liegenden Basiswertes.

Chart 1: Price Action Trading beim DAX mit einigen gängigen Indikatoren

Im ersten Chart wurden einige, unter den Tradern beliebten Indikatoren, eingezeichnet. Je mehr Indikatoren wie beispielsweise Bollinger Bänder, MACD, Relative-Stärke-Index (RSI) und ADX zu sehen sind, desto schwieriger wird es für den Anleger, sich eine Meinung zu bilden. So kann es sein, dass z.B. zwei Indikatoren Kaufsignale vorweisen, zwei weitere Indikatoren sich dagegen auf der Seite der Bären aufhalten.

Chart 2: Der „nackte“ Chart

Price Action Trading: Der nackte Chart
Quelle: IG Handelsplattform

Im zweiten Chart ist der DAX auf Tagesbasis zu sehen. An dieser Stelle kommen keine Indikatoren zum Einsatz. Im Price Action Trading wird nur der reine, unverfälschte Kurschart genutzt.

Instrumente beim Price Action Trading

Wie wir bereits erwähnten haben, wird beim Price Action Trading nur die Marktbewegung analysiert. Hierbei kommen einige Instrumente zum Einsatz:

  • Klassische Chartformationen
  • Candlestick-Analyse
  • Konzepte von Trend und Konsolidierung
  • Widerstand und Unterstützung
  • Fibonacci-Korrekturen
  • Trendlinien
  • Kurs-Pivotpunkte (Swing-Hoch und -Tief)
  • Einfache gleitende Durchschnitte
  • Multiple Zeitrahmen-Analyse

Um den Rahmen dieses Artikels nicht sprengen zu wollen, gehen wir nur auf einige der genannten Instrumente ein.

Einige Beispiele beim Price Action Trading

Trendlinien und Trendkanäle beim Price Action Trading

Trendkanäle und Trendlinien gehören zur einfachsten Art des Tradings. Im Chart ist der S&P 500 mit einem intakten Aufwärtstrendkanal zu sehen. Nach dem zweiten erfolgreichen Test der unteren Trendkanallinie wird eine Long-Position aufgebaut. Der Initial Stop wird unterhalb der besagten Kanallinie platziert. Die Oberseite des Trendkanals fungiert dem Trader als charttechnisches Kursziel.

Chart 3: S&P 500 in einem intakten Aufwärtstrendkanal

Price Action Trading mit Trendkanälen
Quelle: IG Handelsplattform

Steigende Tiefs und steigende Hochs beim Price Action Trading

Eine weitere und beliebte Vorgehensweise beim Price Action Trading ist das Handeln von steigenden Tiefs und steigenden Hochs bzw. fallenden Hochs und fallenden Tiefs. Im ersten Fall geht der Marktteilnehmer von einem Aufwärtstrend und im zweiten Fall von einem Abwärtstrend aus. Im nächsten Chart ist der USD-CAD dargestellt. Anhand der steigenden Tiefs und steigenden Hochs ist unschwer ein Aufwärtstrend zu erkennen. Bei einem Schlusskurs oberhalb des vorherigen Hochs (rote Linie) wird eine Long-Position erworben. Wird das Tief der Aufwärtsbewegung (gründe Linie) unterschritten, sollte die Position sofort geschlossen werden.

Chart 4: USD-CAD auf Tagesbasis mit steigenden Tiefs und steigenden Hochs

Price Action Trading mit steigenden Tiefs und steigenden Hoch
Quelle: IG Handelsplattform

Handelsspanne beim Price Action Trading

Eine weitere Form des Price Action Trading ist das Handeln von so genannten Handelsspannen. Hierbei konsolidiert ein Basiswert über Tage, Woche oder sogar Monate. Es bildet sich eine Trading Zone. Bei einem Schlusskurs oberhalb der Preisspanne wird ein Kaufsignal generiert. Im Chart ist die Wirecard-Aktie zu sehen. Der TecDAX-Titel befand sich über einige Monate in einer Schiebezone., die dann schließlich gen Norden verlassen wurde. Im Anschluss kam es zu deutlichen Kursgewinnen.

Chart 5: Wirecard auf Monatsbasis mit Handelsspanne

Price Action Trading mit Handelsspannen
Quelle: IG Handelsplattform

Widerstand und Unterstützung beim Price Action Trading

Widerstände und Unterstützungen gehören zu den wichtigsten Trendkonzepten in der Technischen Analyse. Diese sind vor allem beim Price Action Trading sehr beliebt. Scheitert der Basiswert an einem Widerstand, könnte es anschließend gen Süden gehen. Der Trader setzt dann auf fallende Notierungen. Gelingt dagegen der Sprung über eine solche charttechnische Hürde, empfiehlt es sich, eine Long-Position einzugehen. Der bezwungene Widerstand dient dem Anleger dann als Unterstützung. Bei einem Schlusskurs darunter sollte die Seite gewechselt werden.

Chart 6: SAP auf Tagesbasis mit Widerständen und Unterstützungen

Price Action Trading mit Widerständen und Unterstützungen
Quelle: IG Handelsplattform

Gleitende Durchschnitte beim Price Action Trading

Beim Price Action Trading werden keine technischen Indikatoren verwendet. Lediglich gleitende Durchschnitte kommen zur Identifizierung der Trendrichtung zum Einsatz. Im folgenden Beispiel dient die exponentielle 50-Tage-Durchschnittslinie unter anderem auch als Signalgeber. Wie zu erkennen ist, wurde die Glättungslinie bei der Allianz-Aktie zwei Mal in Folge erreicht und verteidigt. Entfernt sich der Kurs anschließend nach oben, könnte dies zu einem Aufbau einer Long-Position führen. Wird die Durchschnittslinie auf Schlusskursbasis unterschritten, empfiehlt es sich, den Titel zu verkaufen.

Chart 7: Allianz auf Tagesbasis mit einem gleitenden Durchschnitt

Price Action Trading mit gleitenden Durchschnitten
Quelle: IG Handelsplattform

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