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Rohstoffe

Die größten Weizenproduzenten der Welt 2026

China, Indien und Russland dominieren die globale Weizenproduktion – doch für die Preisbildung sind vor allem exportstarke Länder wie Russland, die USA und Kanada entscheidend. Der Weizenmarkt reagiert sensibel auf Wetterextreme, geopolitische Konflikte und Exportbeschränkungen. Ein Überblick über die größten Weizenproduzenten 2026, ihre Marktanteile und die Bedeutung für Anleger und Trader.

Die größten Weizenproduzenten der Welt Quelle: Adobe

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets du IG Deutschland

Veröffentlicht am

Weizen ist eines der wichtigsten Agrarrohstoffe weltweit. Als Grundnahrungsmittel für Milliarden Menschen spielt er eine zentrale Rolle für Ernährungssicherheit, Inflation und geopolitische Stabilität.

Doch welche Länder dominieren die globale Weizenproduktion? Und welche Unternehmen prägen den internationalen Handel?

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China, Indien und Russland gehören zu den größten Weizenproduzenten weltweit.

  • Die Ukraine verzeichnete seit 2022 einen massiven Produktionseinbruch und liegt weiterhin unter dem Vorkriegsniveau.

  • Der globale Weizenmarkt reagiert sensibel auf Wetter, Exportbeschränkungen und geopolitische Spannungen im Schwarzmeerraum.

  •  

Die größten Weizenproduzenten nach Ländern (2026)

Die folgende Übersicht basiert auf aktuellen Daten internationaler Agrarbehörden (Stand 2025/2026).14

Rang Land Produktion (in Mio. Tonnen, ca.) Anteil weltweit (≈)
1 China 138 17 %
2 Indien 113 14 %
3 Russland 90 11 %
4 USA 50 6 %
5 Frankreich 36 4 %
6 Kanada 35 4 %
7 Pakistan 29 3 %
8 Australien 26 3 %
9 Deutschland 22 3 %
10 Türkei 20 2 %

*Quelle: USDA, FAO, IGC (2025/2026)*¹

Regionale Einordnung und geopolitische Bedeutung

  • Schwarzmeerregion als Preistreiber

Russland ist nicht nur einer der größten Produzenten, sondern auch einer der wichtigsten Exporteure weltweit. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie sensibel der globale Markt auf Störungen im Schwarzmeerraum reagiert. Exportbeschränkungen, Sanktionen oder Blockaden können die Weltmarktpreise massiv bewegen.²

  • Indien und China: Produktion vs. Export

Obwohl China und Indien zu den größten Produzenten zählen, verbleibt ein Großteil der Ernte im Inland zur Versorgung der eigenen Bevölkerung. Damit ist die Exportstruktur deutlich konzentrierter als die reine Produktionsstatistik vermuten lässt.

  • Europa und Nordamerika

Frankreich, Deutschland und Kanada spielen eine wichtige Rolle im internationalen Handel. Die USA sind sowohl Produzent als auch einer der wichtigsten Exportakteure.

Der Sonderfall Ukraine am Weizenmarkt

Die Ukraine gehörte bis 2021 zu den zehn größten Weizenproduzenten weltweit. In der Saison 2021/22 lag die Ernte bei rund 33 Mio. Tonnen.

Mit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 kam es zu einem massiven Produktionsrückgang. In der Saison 2022/23 fiel die Weizenproduktion auf rund 21 Mio. Tonnen – ein Einbruch von mehr als einem Drittel.

Ursachen für den Rückgang

  • Zerstörte oder verminte Ackerflächen

  • Blockierte Schwarzmeerhäfen

  • Massive logistische Einschränkungen

  • Arbeitskräftemangel

  • Engpässe bei Maschinen, Dünger und Treibstoff

  • Höhere Transport- und Versicherungskosten

Zwar konnte sich die Produktion in den Folgejahren leicht stabilisieren, bleibt jedoch deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

Gleichzeitig bauten andere große Produzenten wie Russland, Australien und Kanada ihre Ernten aus und kompensierten Teile des Ausfalls. Dennoch bleibt die Ukraine ein strukturell wichtiger Akteur im globalen Weizenhandel – insbesondere für Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Einbruch der ukrainischen Weizenproduktion seit 2022 – nur langsame Erholung

Grafik zur Weizenproduktion der Ukraine von 2021/22 bis 2025/26 mit starkem Rückgang nach Beginn des Ukraine-Krieges 2022 und moderater Erholung in den Folgejahren. Quelle: LSEG Datastream/Bouhmidi
Grafik zur Weizenproduktion der Ukraine von 2021/22 bis 2025/26 mit starkem Rückgang nach Beginn des Ukraine-Krieges 2022 und moderater Erholung in den Folgejahren. Quelle: LSEG Datastream/Bouhmidi

Die größten börsennotierten Agrarunternehmen im Weizensektor

Neben der reinen Produktion sind vor allem Handel, Lagerung und Verarbeitung entscheidend für die globale Preisbildung.

Unternehmen Börse Rolle im Weizensektor Geschäftsmodell
Archer Daniels Midland NYSE Handel & Verarbeitung Globaler Agrarrohstoff-Händler
Bunge Global NYSE Handel & Export Agrarhandel & Ölsaaten
Corteva NYSE Saatgut & Agrartechnik Agrarwissenschaft
The Andersons NASDAQ Getreidehandel Lagerung & Distribution

Unternehmensangaben basierend auf Geschäftsberichten 2024/2025³

Mehr Informationen zu börsennotierten Goldförderunternehmen wie z.B. Corteva oder Archer-Daniels-Midland finden Sie im Bereich Aktien

Welche Faktoren beeinflussen den Weizenpreis?

Weizen gehört zu den volatileren Agrarrohstoffen. Entscheidende Einflussfaktoren sind:

  • Wetterbedingungen (Dürre, Frost, El Niño)

  • Exportbeschränkungen

  • Politische Konflikte

  • Währungsentwicklungen (USD)

  • Spekulative Kapitalströme an Terminbörsen

Weizen wird unter anderem an der Chicago Board of Trade gehandelt. Neben dem US-Markt spielt auch der europäische Weizen-Future an der Euronext (MATIF) in London bzw. Paris eine wichtige Rolle für die Preisbildung.

Bei IG können Anleger sowohl auf den Chicago Weizen-Future als auch auf den europäischen Weizen-Future handeln – beispielsweise über CFDs auf Terminkontrakte.

Strategische Einordnung für Anleger und Trader

Weizen ist nicht nur ein Agrarrohstoff, sondern ein geopolitischer Indikator.

In Phasen hoher Inflation oder geopolitischer Spannungen kann es zu starken Preissprüngen kommen. Gleichzeitig reagieren Agrarrohstoffe stark auf Wetterzyklen und saisonale Muster.

Aus Trader-Perspektive ergeben sich typischerweise Chancen:

  • bei Angebotsverknappung

  • bei Exportverboten

  • bei starken Ernteausfällen

  • bei spekulativen Short-Squeezes

Langfristig bleibt Weizen ein strukturell relevanter Rohstoff – insbesondere vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum, Klimawandel und globaler Ernährungssicherheit.

Fazit

Die größten Weizenproduzenten der Welt sind China, Indien und Russland. Doch für die Preisbildung sind vor allem die exportorientierten Länder wie Russland, die USA, Kanada und Frankreich entscheidend. Weizen bleibt damit ein hochsensibler Markt – wirtschaftlich wie politisch. Für Investoren und Trader ist er ein wichtiger Bestandteil im Agrarrohstoff-Segment.

Quellen

¹ USDA – World Agricultural Supply and Demand Estimates (WASDE) 2025/2026

² FAO – Global Food Outlook / Schwarzmeerregion

³ Geschäftsberichte 2024/2025 der genannten Unternehmen

International Grains Council (IGC) – Grain Market Report 2025

Morning Report

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