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Ölpreis

Straße von Hormus: Warum die Meerenge für den Ölpreis jetzt entscheidend ist

Rund 15 Millionen Barrel Rohöl passieren täglich die Straße von Hormus – einen der wichtigsten Engpässe des globalen Energiemarktes. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen rückt die strategische Meerenge erneut in den Fokus der Finanzmärkte. Welche Länder sind besonders abhängig – und welche Folgen hätte eine mögliche Sperrung für den Ölpreis?

Straße von Hormus: Warum die Meerenge für den Ölpreis jetzt entscheidend ist Quelle: Bloomberg

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 15 Mio. Barrel täglich: Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Engpässe des globalen Ölhandels.

  • Asien dominiert die Nachfrage: Vor allem China (33 %) ist größter Abnehmer der durchgeleiteten Ölmengen.

  • Ölpreis vor Entscheidungszone: Geopolitische Risiken könnten einen Ausbruch über 70 USD auslösen – Entspannung spricht eher für Rücksetzer Richtung 55–57 USD.

Straße von Hormus: Zentrale Drehscheibe des globalen Ölhandels

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten maritimen Engpässe der Weltwirtschaft. Rund 15 Millionen Barrel Rohöl pro Tag passieren diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Damit beeinflusst sie maßgeblich den globalen Ölpreis.

Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen rückt die strategische Bedeutung der Route erneut in den Fokus der Finanzmärkte.

Ölexporte und Importe durch die Straße von Hormus nach Ländern – Anteile am globalen Ölhandel

Ölexporte und Importe durch die Straße von Hormus nach Ländern – Anteile am globalen Ölhandel Quelle: New Energy Consult, EIA 2024
Ölexporte und Importe durch die Straße von Hormus nach Ländern – Anteile am globalen Ölhandel Quelle: New Energy Consult, EIA 2024

Welche Länder exportieren Öl durch die Straße von Hormus?

Ein Großteil der Rohölexporte aus dem Persischen Golf läuft durch diese Meerenge.

 

Exportländer (Anteil am Transportvolumen)

Land Anteil
Saudi-Arabien 38 %
Irak 22 %
Vereinigte Arabische Emirate 15 %
Iran 11 %
Kuwait 9 %
Katar 5 %

Saudi-Arabien und der Irak sind damit besonders abhängig von einer freien Passage.

Wohin fließt das Öl?

Die Importstruktur zeigt eine klare Dominanz Asiens.

Importländer (Anteil am Transportvolumen)

Region / Land Anteil
China 33 %
Indien 13 %
Südkorea 12 %
Japan 11 %
Andere asiatische Länder 14 %
Europa 5 %
Sonstige Länder 11 %

China ist mit Abstand der größte Einzelabnehmer.

Militärische Spannungen: Droht eine Sperrung der Straße von Hormus?

Im iranischen Parlament wurde eine mögliche Sperrung der Meerenge diskutiert. Zusätzlich sorgen Militärübungen Irans mit russischen Schiffen für erhöhte Aufmerksamkeit.

Eine tatsächliche Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf:

  • globale Energiepreise

  • Inflation

  • Transportkosten

  • Aktienmärkte

  • Währungen

Bereits die Unsicherheit kann Risikoprämien wie wir aktuell sehen im Ölpreis auslösen.

Wochenchart Ölpreis (US-Rohöl)

Wochenchart US-Rohöl mit Abwärtstrendlinie und Widerstand bei 70 US-Dollar Quelle: IG Handelsplattform
Wochenchart US-Rohöl mit Abwärtstrendlinie und Widerstand bei 70 US-Dollar Quelle: IG Handelsplattform

Übergeordnete Chartanalyse: Technische Lage beim Ölpreis

Aus technischer Sicht befindet sich der Ölpreis im Wochenchart weiterhin unter einer übergeordneten Abwärtstrendlinie, zeigt zuletzt jedoch Stabilisierungstendenzen. Die Zone um die 70 US-Dollar gilt als zentrale psychologische und charttechnische Widerstandsmarke.

Sollte es im Zuge geopolitischer Spannungen zu einem dynamischen Anstieg kommen, wäre ein rasches Erreichen der 70er-Marke denkbar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte zusätzliche Volatilität freisetzen. In einem Szenario erheblicher Eskalationen wären in der Folge auch deutlich höhere Preisregionen im Bereich von 100 bis 120 US-Dollar möglich.

Der RSI bewegt sich aktuell um die Marke von 48,5 und versucht, diese Schwelle nachhaltig zurückzuerobern. Eine stabile Etablierung darüber würde technisch für zunehmende Kaufdynamik sprechen und einen beginnenden Aufwärtsimpuls bestätigen.

Umgekehrt gilt: Sollte es zu einer Entspannung der geopolitischen Lage oder zu tragfähigen Vereinbarungen kommen, könnte der Ölpreis schnell wieder unter Druck geraten. In diesem Fall wäre eine Rückkehr in die Unterstützungszone zwischen 55 und 57 US-Dollar aus charttechnischer Sicht durchaus realistisch.

Bereits am Wochenende auf Ölbewegungen reagieren

Sollte es am Wochenende zu einer Verschärfung der Lage rund um die Straße von Hormus kommen, könnte der Ölpreis bereits vor der offiziellen Markteröffnung am Montag reagieren.

Mit dem Wochenendhandel von IG haben Anleger die Möglichkeit, ausgewählte Märkte – darunter auch Öl – von Samstag bis Sonntagabend (MEZ) zu handeln. So lassen sich Positionen anpassen, Risiken absichern oder neue Chancen nutzen, bevor klassische Börsen wieder öffnen.

Fazit

Die Straße von Hormus bleibt einer der sensibelsten Brennpunkte der globalen Energieversorgung. Jede Eskalation könnte den Ölpreis kurzfristig stark bewegen. Technisch steht der Markt an einer Entscheidungszone – geopolitisch ebenso.

Ölpreis - WTI: Kursentwicklung der letzten fünf Jahre

Ölpreis - Entwicklung 5 Jahre
Ölpreis - Entwicklung 5 Jahre

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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