Market Update
Die US-PCE-Inflation steht am Donnerstag im Fokus der Finanzmärkte. Als wichtigster Inflationsindikator der Fed könnten die Daten die Zinserwartungen sowie die Entwicklung von Aktien, Anleihen und dem US-Dollar maßgeblich beeinflussen.
Im vergangenen Monat stieg der von der Federal Reserve (Fed) bevorzugte Inflationsindikator, der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), im April gegenüber dem Vormonat um 0,2 %, wodurch die Jahresrate von 3,2 % auf 3,3 % anstieg. Dies war der höchste Kernwert seit Ende 2023 und liegt weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Für Mai wird auf Monatsbasis ein Anstieg von 0,3% erwartet.
Angesichts der überraschend restriktiven Haltung des FOMC in der vergangenen Woche wird die Veröffentlichung des Kern-PCE für Mai am Donnerstag zusätzliches Gewicht erhalten. Die Märkte erwarten, dass die Jahresrate leicht auf 3,4 % steigen wird. Zwar sind die Energiepreise in den letzten Wochen stark gefallen, doch dürften ein festerer Arbeitsmarkt und robuste Konjunkturdaten dies teilweise ausgleichen. Ein über den Erwartungen liegender Wert würde den restriktiven Kurswechsel der Fed bekräftigen und die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf verstärken, während ein schwächerer Wert dazu beitragen würde, die Sorgen über Zinserhöhungen zu dämpfen.
Für die Finanzmärkte sind die PCE-Inflationsdaten für Mai ein wichtiges Ereignis. Diese könnten den Anlegern Hinweise über die künftige Marschrichtung der US-Notenbank geben. Vor allem dann, wenn die monatliche Steigerung der Kern-Inflation höher ausfällt als erwartet. Bei einem Wert von 0,4% und mehr könnte die Inflationssorgen zunehmen und die zuletzt eher restriktische Fed-Haltung stützen. Ein Plus von 0,3% würde im Rahmen der Erwartungen liegen und hätte keine allzu großen Auswirkungen an den Märkten.
US-PCE-Kern-Inflation in % (MoM) |
Marktreaktion |
>0,2 |
Deutlich positiv für die Risikoklassen |
0,3 |
Im Rahmen der Erwartungen. Keine allzu große Bewegungen an den Märkten |
>0,4 |
Negativ für Aktien, positiv für den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen |