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Market Update
Fed-Chef Kervin Warsh hat die Katze aus dem Sack gelassen und den Leitzins erwartungsgemäß erhöht. Den Aussagen zufolge könnten die Zinsen in diesem Jahr erneut steigen. Keine guten Aussichten für zinssensitive Aktien.
Diesmal war die Zinsentscheidung der Federal Reserve einstimmig. Alle zwölf stimmberechtigen Mitglieder des Offenmarktausschusses waren für die Leitzinserhöhung von 25 Basispunkten auf 3,75 bis 4,00%. Es ist die erste Erhöhung seit Juli 2023. Zuvor lag der Leitzins neun Monate still. Die letzte Senkung datierte vom Dezember 2025.
Die begleitenden Projektionen fielen deutlicher aus als der Schritt selbst. Sechzehn von achtzehn Teilnehmern (dazu zählen auch nicht stimmberechtigte Mitglieder) rechnen damit, in den verbleibenden zwei Sitzungen des Jahres mindestens noch einmal zu erhöhen. Zwölf sehen einen Zinsschritt, vier sehen sogar zwei. Nur zwei Mitglieder halten das neue Niveau bereits für angemessen. Kevin Warsh selbst hat, wie schon im Juni, keine eigene Projektion eingereicht.
Ausschlaggebend für die Zinserhöhung war die Inflation, die infolge des anziehenden Ölpreises noch immer deutlich über dem Zielwert der Fed von 2,00% liegt. Kevin Warsh brachte es auf der Pressekonferenz auf den Punkt. Sollte sich die Teuerungsrate nicht klar und schnell dem genannten Zielwert nähern, wird gestrafft. Mit anderen Worten, der Leitzins könnte weiter steigen.
Die Anleger sollten sich den nächsten wichtigen zinspolitischen Termin in den Kalender eintragen, nämlich den Zinsentscheid am 28. Oktober. Ob die Fed kurz vor den Zwischenwahlen im November an der Zinsschraube drehen wird, bleibt abzuwarten. Die US-Notenbank könnte daher die nächste Entscheidung auf den Dezember vertagen. Im Augenblick rechnet eine knappe Mehrheit der Marktteilnehmer mit einem weiteren Zinsschritt im Oktober. Sollte die Federal Reserve, Zwischenwahlen hin oder her, doch an der Zinsschraube drehen, wäre dies ein deutliches Signal für die Märkte und käme für US-Präsident Trump zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt.
Mit dem gestrigen Zinsschritt hat Fed-Chef Kevin Warsh die Märkte ein wenig beruhigt. Zum einen wird das Thema Inflationsbekämpfung ernst genommen und zum anderen unterstreicht die Entscheidung die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Und obwohl US-Präsident Trump immer wieder beteuert, dass Kevin Warsh freie Hand hat, ärgert sich das Oval Office über die derzeitige Zinspolitik. US-Präsident Trump bezeichnete die Zinssätze als „künstlich hoch“ und bekräftigte, dass sie bei 1 % oder darunter liegen sollten. Hohe Zinsen bedeuten in der Regel eine steigende Staatsverschuldung. Diese, der Iran-Krieg und die daraus resultierende anziehende Inflation ließen zuletzt die Beliebtheitswerte des Präsidenten in den Keller rutschen.
Morning Report
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