FED Ausblick
Bei der Fed Zinsentscheidung am 28. Januar 2026 werden unveränderte Leitzinsen erwartet. Dennoch richten sich alle Blicke auf Jerome Powell: Seine Worte zu Inflation, Arbeitsmarkt und Geldpolitik könnten die Märkte deutlich bewegen.
FOMC-Sitzung am 27.–28. Januar 2026: Der Markt rechnet fest mit unveränderten Leitzinsen. Dennoch dürfte die Kommunikation der Federal Reserve entscheidend sein. Statement und Pressekonferenz von Jerome Powell haben das Potenzial, Erwartungen zu Inflation, Wachstum und Zinspfad spürbar zu verschieben – mit direkten Folgen für US-Dollar, Treasury-Renditen und Aktienmärkte.
Die nächste Sitzung des Federal Open Market Committee findet am Dienstag, 27., und Mittwoch, 28. Januar 2026 statt. Die Zinsentscheidung sowie das begleitende Statement werden am 28. Januar um 14:00 Uhr Washington-Zeit (20:00 Uhr MEZ) veröffentlicht. Die Pressekonferenz mit Jerome Powell folgt um 14:30 Uhr (20:30 Uhr MEZ).
Auch ohne Zinsschritt gilt dieses Meeting als klarer Market Mover. Bereits kleine sprachliche Anpassungen im Statement können die Zinserwartungen neu justieren – mit unmittelbaren Effekten auf die Renditekurve, den US-Dollar und die Aktienmärkte.
Das Hauptszenario bleibt unveränderte Leitzinsen. Die Fed dürfte weiter eine abwartende Haltung einnehmen und den Mix aus Disinflation und Arbeitsmarktdaten bewerten. Entscheidend ist weniger das Was, sondern das Wie der Kommunikation.
Bestätigt Powell, dass vor Zinssenkungen mehr Evidenz nötig ist, verfestigt sich das Narrativ „higher for longer“. Erkennt er hingegen nachhaltigere Fortschritte bei der Inflation an, rücken mögliche Zinssenkungen im Laufe des Jahres 2026 wieder stärker in den Fokus – strikt datenabhängig.
Da es bei dieser Sitzung weder neue Projektionen noch ein Dot Plot gibt (beides erst wieder im März), liegt der Fokus fast vollständig auf dem Statement und der Pressekonferenz. Drei Bereiche sind besonders relevant:
In der Pressekonferenz dürfte sich alles um folgende Punkte drehen:
Neben der Geldpolitik selbst gewinnt auch die institutionelle Dimension an Bedeutung. Am Markt kursieren Spekulationen über einen möglichen Führungswechsel an der Fed. Investoren beobachten genau, ob die Wahrnehmung politischer Einflussnahme auf die Notenbank zunimmt – ein Faktor, der sich im Risikoaufschlag, im Dollar und entlang der Zinskurve widerspiegeln kann.
Aus heutiger Sicht erscheint es wahrscheinlich, dass ein tatsächlicher geldpolitischer Kurswechsel frühestens mit der Juni-Sitzung (16.–17. Juni 2026) unter einer neuen Führung erfolgen könnte. Nach jüngsten Wall-Street-Gerüchten gilt Rick Rieder, Head of Fixed Income bei BlackRock, als möglicher Nachfolger Powells.
Das aktuelle Meeting findet vor dem Hintergrund institutioneller Unruhe statt. Einerseits sorgt der Fall Lisa Cook für Aufmerksamkeit, da der Supreme Court Zurückhaltung zeigt, politische Eingriffe in die Unabhängigkeit der Fed zu legitimieren. Andererseits belasten Subpoenas des US-Justizministeriums gegen Powell im Zusammenhang mit dem Umbau der Fed-Gebäude die öffentliche Wahrnehmung.
Auch wenn eine Eskalation nicht das Basisszenario ist, erhöht allein die Existenz dieser Themen die Sensibilität der Märkte gegenüber jedem Signal möglicher politischer Einflussnahme.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.