Market Update
Über Nacht ist die Situation im Nahen Osten weiter eskaliert. Der Iran griff die Ölinfrastruktur in Bahrain sowie Tanker vor der irakischen Küste an. Prompt hat der Ölpreis wieder den Weg gen Norden eingeschlagen. Der DAX taucht dementsprechend ab.
Obwohl die USA und Israel seit dem Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar mehrere tausend Luftangriffe geführt und militärisch den Iran in die Knie gezwungen haben, setzt Teheran die Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in den umliegenden Golfstaaten fort. Letzte Nacht wurden Kraftstofftanks in Bahrain bei einem Angriff getroffen. Zudem hat der Irak seine Ölhäfen geschlossen, nachdem vor der Küste zwei Tanker nach einem angeblichen iranischen Beschuss in Brand geraten waren. Der Ölpreis hat darauf sofort mit einem Anstieg reagiert. Die Straße von Hormus, wo sich mittlerweile zahlreiche Containerschiffe und Öltanker tummeln, bleibt gesperrt. Die Freigabe eines Teils der Ölreserven in einigen der G7-Staaten konnte die Situation auf dem Ölmarkt noch nicht beruhigen. Solange die Meeresenge im Persischen Gold nicht passierbar ist, könnte sich daran vorerst nichts ändern.
Der Ölpreis der Sorte WTI versucht im Augenblick, das fallende Hoch bei 93,94 USD je Barrel hinter sich zu lassen. Aktuell liegen die Notierungen des schwarzen Goldes darunter. Bei einem Wochenschluss oberhalb des fallenden Hochs könnte sich die Aufwärtsdynamik beschleunigen. Ziele wären dann die Hochs aus dem Jahr 2022 bei 121,30/126,34 USD.
Am Dienstag konnte der DAX seine exponentielle 200-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 23.875 Punkten zurückerobern. Viele Marktteilnehmer dürften von einer anschließenden Gegenbewegung geträumt haben. Doch dieser charttechnische Traum ist erst einmal geplatzt. Bereits am Mittwoch schloss der deutsche Leitindex wieder unterhalb der wichtigen Glättungslinie. Und wenngleich das heutige Minus zur Stunde weniger wird, besteht weiterhin die Gefahr eines neuerlichen Tests der unteren Begrenzung der übergeordneten Handelsspanne bei 23.021 Zählern.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen