Market Update
Sehen die Anleger bald einen Ölpreis von 100 USD und mehr und steht womöglich eine neue Energiekrise bevor? Diese Fragen lösen heute an den Aktienmärkten eine Verkaufswelle aus.
Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr. Lediglich 33 km breit ist die Meerenge im Persischen Gold. Und mehr als ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls wird über diese Meerenge verschifft. Je länger die derzeitige Sperrung des genannten Transportweges dauert, desto höher und höher könnte der Ölpreis steigen. Allgemein wird in diesem Szenario mit Notierungen von 100 USD je Barrel gerechnet. Und dies hätte für die Aktienmärkte fatale Folgen. Die Angst vor einem Inflationsschock schreckt im Augenblick die Anleger ab. Folglich könnte die US-Notenbank auf weitere und bereits im Vorfeld eingepreiste Zinssenkungen verzichten. Bereits jetzt rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer nicht mehr mit einem für Juni erwarteten Zinsschritt nach unten.
Bereits gestern ist der deutsche Leitindex unter Druck geraten. Heute beschleunigt sich die Talfahrt. Wichtige Unterstützungen werden förmlich überrannt. Gestern bestand noch die Hoffnung, dass die Oberseite der Handelsspanne bei 24.645 Punkten dem Abgabedruck standhalten kann. Doch auch diese Unterstützung wird zurzeit regelrecht pulverisiert. Vor allem notiert der DAX nun unter dem exponentiellen 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell 23.880 Zählern. Auch die Mitte der Trading Zone bei 23.832 Punkten, die vor Wochen hart umkämpft war, scheint zu fallen. Bei einem entsprechenden Schlusskurs unterhalb der genannten Chartmarken könnte es in Richtung der unteren Begrenzung der Seitwärtsphase bei 23.031 Zählern gehen.
DAX Chart auf Tagesbasis