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Market Update

DAX Aktuell – Kommt das Inflationsgespenst zurück? 

Die Anleger fürchten infolge des USA-Iran-Konflikts eine Rückkehr der Inflation und die bereits vor der militärischen Konfrontation im Nahen gestiegene Teuerungsrate in Europa lösten gestern eine Verkaufswelle an den Märkten aus.

Quelle: Adobe
Quelle: Adobe

Written by

Christian Henke

Christian Henke

Chief Market Analyst für IG Deutschland

Veröffentlicht am

Wichtigste Punkte:

  • Der Militäreinsatz im Nahen Osten wird wohl länger dauern als erwartet. Die Angst vor einer Rückkehr der Inflation in den USA sowie die höher ausgefallenen Verbraucherpreise in der Eurozone hatten gestern zu einer Verkaufswelle an den Märkten geführt
  • Wie lange wird die Sperrung der Straße von Hormus noch dauern? Diese Frage entscheidet über die weitere Entwicklung an den Aktien- und Rohstoffmärkten. Experten sehen den Ölpreis der Sorte WTI sogar bei rund 100,00 USD je Barrel

Hohe Inflation = keine Zinssenkungen

Die Angst vor einem Inflationsschock saß bei den Anlegern gestern tief. Und zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt wurde dann noch die Teuerungsrate für die Eurozone veröffentlicht, die unerwartet hoch ausfiel. Mit aktuell 1,9% liegen die Verbraucherpreise jedoch sehr nahe an dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank von 2,0%. Dass die EZB auch weiterhin die Füße stillhalten wird, dürfte trotz der bösen Überraschung am Vortag nicht allzu sehr überraschen. Vielmehr geht der Blick jenseits des Atlantiks in die USA. Dort ist die Inflation noch ein gutes Stück von dem Ziel der Federal Reserve, ebenfalls 2,0%, entfernt. Für weitere Zinssenkungen sollte daher die Teuerungsrate weiter gen Süden marschieren. Doch angesichts des USA-Iran-Konflikts und dessen Auswirkungen an den Energiemärkten könnte dieses Ziel in weite Ferne rücken. Und infolge dieser Aussichten nehmen die Anleger vorerst lieber an der Seitenlinie Platz und warten ab.

Sperrung der Straße von Hormus spielt eine wichtige Rolle

Und aus diesem Grund ist die weitere Entwicklung in der Straße von Hormus von sehr großem Interesse. Der Iran blockiert die enge Meeresenge im persischen Gold. Die USA wollen mit Konvois der Marine eine Wiederbelebung der wichtigen Lebensader herstellen. Allerdings wird bezweifelt, ob dies so schnell möglich ist. Fakt ist, je länger die Blockade andauert, desto fataler sind die Auswirkungen für die Weltkonjunktur. Die Preise für Öl und Gas könnten dann durch die Decke schießen und jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken.

Charttechnisch steht einer Trendumkehr des Ölpreises der Sorte WTI kaum noch was im Weg. Die obere Trendkanallinie sowie die ehemalige Unterstützung bei 67,08 USD werden wohl im Wochenchart bezwungen. Zurzeit hat das schwarze Gold das fallende Hoch bei 75,79 USD von Ende Juni des vergangenen Jahres erreicht. Darüber wären dann die vorherigen Hochs bei 79,35/84,65 USD die nächsten Etappenziele.

Ölpreis der Sorte WTI auf Wochenbasis 

Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen

Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen 

Die derzeitige Angst der Anleger ist nicht nur spürbar, sondern auch messbar. Nämlich mit dem Volatilitäts-Index auf den S&P 500, VIX. Aber welche Auswirkungen hat der VIX auf das Geschehen an den Märkten und wie kann der Trader die Volatilität handeln? Dies erfahren Sie im heutigen Webinar Trading Masterclass um 18:00 Uhr. Melden Sie sich dafür an. 

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