Rohstoffe
Neue Spannungen im Nahen Osten, steigende Ölpreise und ein schwaches Chartbild setzen den Silberpreis unter Druck. Nach dem Bruch der 60-Dollar-Marke rückt nun die Zone um 51 Dollar in den Fokus.
Silber steht erneut unter Druck. Neue US-Luftschläge gegen Iran und steigende Ölpreise verschärfen die Sorgen vor höheren Inflationsraten und länger restriktiver Geldpolitik. Reuters berichtet, dass Ölpreise nach den US-Angriffen auf Iran wegen neuer Sorgen vor Angebotsstörungen deutlich zulegen konnten. Gleichzeitig notiert Silber nach dem jüngsten Rücksetzer wieder unter der Marke von 60 US-Dollar.
Charttechnisch hat sich das Bild damit weiter eingetrübt. Die wichtige Unterstützungszone um 62,00 bis 63,00 US-Dollar wurde bereits Ende Juni unterschritten. Der anschließende Pullback Anfang Juli verlor schnell an Dynamik. Damit bleibt Silber im intakten Abwärtstrend gefangen.
Kurzfristig entscheidet sich das Bild an der ehemaligen Unterstützung. Erst ein schneller und nachhaltiger Anstieg zurück über 63 bis 64 US-Dollar würde den jüngsten Bruch entschärfen. Gelingt das nicht, bleibt der Rücklauf lediglich ein gescheiterter Pullback innerhalb des Abwärtstrends.
Der RSI liegt weiterhin unter der wichtigen Schwelle von 48,5 und bestätigt damit die schwache Marktstruktur. Solange Silber darunter bleibt, überwiegt aus technischer Sicht der Abwärtsdruck. Das nächste größere Kursziel liegt im Bereich der unteren Trendkanalbegrenzung bei rund 51 US-Dollar.
Trotz der schwachen Charttechnik gibt es auch konstruktive Gegenargumente. Die COT-Daten zeigen, dass die Commercials auf der Long-Seite positioniert sind, während die spekulativen Marktteilnehmer zurückhaltend bleiben. Mit Commercials LW 72 und Non-Commercials LW 32 entsteht ein Long-Bias, allerdings kein extremes 3-Jahres-Signal.
Auch die Saisonalität spricht zumindest leicht für eine Stabilisierung. Der Juli zeigt in vergleichbaren Phasen eine positive Tendenz. Entscheidend bleibt aber: Saisonalität und COT liefern Rückenwind, ersetzen aber kein charttechnisches Kaufsignal. Dieses entsteht erst oberhalb von 63/64 US-Dollar.
| Setup | Trigger | Zielbereich | Risiko/Stop | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Long Reclaim | Tagesschluss über 63/64 USD | 67/69 USD, später 73 USD | unter 60 USD | Erholungssignal nach Fehlausbruch |
| Long Bounce | Stabilisierung bei 51/52 USD | 58/60 USD, später 62/63 USD | unter 50 USD | Antizyklischer Rebound |
| Short Pullback | Abprall an 62/64 USD | 55/56 USD, danach 51 USD | über 64/65 USD | Trendfolge short |
| Short Break | Neues Tief unter der jüngsten Verkaufszone | 51 USD, darunter 50 USD | Rücklauf über 60 USD | Momentum-Short |
Der Silberpreis bleibt angeschlagen. Der Iran-Konflikt, steigende Ölpreise und Inflationssorgen treffen auf eine ohnehin schwache Charttechnik. Unterhalb von 63/64 US-Dollar bleibt der Abwärtstrend intakt. Erst eine Rückeroberung dieser Zone würde das Bild deutlich aufhellen. Bis dahin bleibt der Bereich um 51 US-Dollar das zentrale Risiko auf der Unterseite.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.