Rohstoff Update
Der kleine Bruder des Goldpreises hat viele Anleger zuletzt überrascht. Doch allmählich mehreren sich die Warnsignale für eine mögliche Korrektur. Doch bislang möchte sich keiner von Silber trennen.
Welches der beiden Edelmetalle soll der Anleger eigentlich kaufen? Gold oder Silber? Diese Frage beantwortet unter anderem das bekannte Gold/Silber-Ratio. Die Berechnung ist recht einfach. Der Goldpreis wird durch die Notierungen des kleinen Bruders Silber dividiert und grafisch dargestellt. Steigt die Ratio-Linie, ist eine Long-Position in Gold empfehlenswert. Umgekehrt könnte der Silberpreis stärker zulegen.
Anfang Juni des vergangenen Jahres wurde im Ratio-Chart eine Unterstützung unterschritten. Dies war das Ende der Outperformance des Goldpreises. Und seitdem konnte der Silberpreis spürbar an Wert gewinnen. Doch zuletzt hat die Abwärtsdynamik nachgelassen. Und es besteht sogar die Chance auf eine Bodenbildung. Dreht das Ratio von seinem Tiefstwert nach oben, könnte der Goldpreis seinen Rang als führendes Edelmetall wieder zurückgewinnen. Vor allem, da im Wochenchart des Silberpreises Hinweise auf eine bevorstehende Korrektur zu sehen sind.
Der Wochenchart des Silberpreises lädt zum Staunen ein. Seit Anfang April des vergangenen Jahres geht es beim kleinen Bruder des Goldpreises nur aufwärts. Und somit kommen wir zum ersten Warnsignal, dem Steigungsverhalten. Die Aufwärtstrendlinien sind zuletzt immer steiler geworden. Dieser parabelförmige Anstieg mahnt zur Vorsicht. Bislang kann die jüngste und steilste Trendlinie bei 72,85 USD verteidigt werden. Bei einem Rutsch darunter müsste dann mit einer Korrektur gerechnet werden. Erste Anlaufstelle wäre dann im Wochenchart das 261,8%-Fibonacci-Level bei 68,47 USD. Ein weiteres Warnsignal liefert der exponentielle 50-Wochen-Durchschnitt bei aktuell 46,06 USD. Der Silberpreis notiert im Augenblick um mehr als 60% darüber. Dieser Abstand ist einfach zu groß.
Die genannten Warnsignale sollten beachtet werden. Zurzeit haben die Bären noch nicht das Sagen. Und somit könnte das 423,6%-Fibonacci-Niveau bei 82,41 USD erneut angesteuert werden. Darüber wartet dann das Allzeithoch bei 83,75 USD.
UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT KNOCK-OUTS
Steht man auf der Verkäuferseite (Short) und meint, dass der Silberpreis in Zukunft fällt, könnten Knock-Outs von IG mit einer Knock-out-Level, oberhalb der gegenwärtigen charttechnischen Widerstandszone bei 83,75 USD interessant werden. Bullisch eingestellte Trader (Long) hingegen könnten in umgekehrter Weise Kock-Out-Level unterhalb von 59,85 USD im Blick behalten.