Market Update
Trotz des bevorstehenden Zollstreits 2.0 zwischen den USA und der EU und geopolitischer Risiken ist die Stimmung an der Wall Street gut, um ehrlich zu sein, zu gut. Ein solch großer Optimismus ist ein Warnsignal für eine Korrektur, zumal der S&P charttechnisch angeschlagen ist.
Optimismus an der Börse ist gut, aber zu viel davon ist eher schädlich. Denn irgendwann gibt es zu wenige Anleger, die durch Engagements den Markt weiter gen Norden hieven. Und dieser Zeitpunkt könnte an der Wall Street allmählich gekommen sein. Der Blick auf das jüngste Ergebnis der Umfrage der American Association of Individual Investors, kurz AAII, verrät warum. Für die kommenden sechs Monate sind zurzeit 49,5% der befragten Marktteilnehmer bullish gestimmt. Damit liegt dieses Ergebnis mittlerweile deutlich über dem historischen Durchschnitt. Weitaus aussagekräftiger ist der Bull/Bear-Spread. Hier wird vom Resultat der Bullen das der Bären subtrahiert. Ab einem Wert von über 20 ist die Gefahr einer Konsolidierung sehr groß. Im Augenblick beträgt der Bull/Bear-Spread 21,3 und somit leuchtet die Warnlampe Gelb.
Zwar konnte der S&P erst kürzlich mit 7.002 Punkten ein neues Allzeithoch markiert werden, dieses war jedoch nicht von langer Dauer, geschweige nachhaltig. Ein Schlusskurs darüber blieb aus. Auch das vorherige Rekordhoch bei 6.981 Zählern konnte nicht bezwungen werden.
Infolge dieses Tops haben nun Gewinnmitnahmen begonnen. Der kurzfristige Aufwärtstrend musste bereits den Bären überlassen werden. Nun gilt es, den steigenden exponentiellen 50-Tage-Durchschnitt bei aktuell 6.851 Punkten zu verteidigen. Gleiches gilt für das letzte Tief bei 6.827 Zählern.
Darunter könnte es zu einer Konsolidierung kommen. Als Korrekturziele müsste dann die drei steigenden Tiefs bei 6.722/6.501 Punkten herhalten.
Der jüngste Bruch des Aufwärtstrends im Hauptchart nach unten wurde durch ein entsprechendes Signal im Chart des Relativen Stärke-Index (RSI) mit der Standardeinstellung 14 Tage bestätigt.
UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT KNOCK-OUTS
Steht man auf der Verkäuferseite (Short) und meint, dass der S&P in Zukunft fällt, könnten Knock-Outs von IG mit einer Knock-out-Level, oberhalb der gegenwärtigen charttechnischen Widerstandszone bei 7.340 Punkten interessant werden. Bullisch eingestellte Trader (Long) hingegen könnten in umgekehrter Weise Kock-Out-Level unterhalb von 6.517 Punkten im Blick behalten.