Market Update
Als die Nachricht über „produktive“ Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Ticker gingen, kannten die Börsen kein Halten mehr. Doch die Vorfreude über ein baldiges Ende des Iran-Krieges wehrte nicht lange.
US-Präsident Donald Trump hat den Spitznamen Taco-Man (Trump Always Chickens Out). Hierbei handelt es sich mittlerweile um einen recht neuen Markteffekt. Zuerst droht Trump, wie beispielsweise im April 2025 mit seinem Zoll-Hammer oder zurzeit mit weiteren Angriffen gegen die Energiewirtschaft des Iran und dann kommt plötzlich der Rückzieher. Die Märkte reagieren zuerst mit deutlichen Verlusten. Infolgedessen lenkt dann Trump doch ein. Die gestrige Ankündigung über angebliche Gespräche mit der iranischen Staatsführung passt in dieses Schema. Trotz tausender Luftangriffe scheint das Mullah-Regime doch noch nicht am Ende zu sein und leistet Widerstand. Zudem hat Teheran Gespräche mit Washington dementiert. Folglich ist nun Ernüchterung an der Wall Street zu spüren.
Im Tageschart musste am Freitag vergangener Woche das Tief bei 6.522 Punkten von Ende November des vergangenen Jahres der Angebotsseite überlassen werden. Gestern ging es zuerst aufwärts. Am Ende der Handelssitzung schloss der S&P jedoch unterhalb der exponentiellen 200-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 6.594 Zählern. Davon entfernt sich der US-Index vorbörslich gen Süden.
Bei einem neuerlichen Schlusskurs unterhalb des erwähnten steigenden Tiefs bei 6.522 Punkten könnte es diesmal dann in Richtung des vorherigen Tiefs bei 6.213 Zählern von Anfang August 2025 gehen.
Setzen sich dagegen die Bullen doch durch und der S&P kehrt oberhalb der 200-Tage-Linie zurück, bestünde Erholungspotenzial bis zum Dezember-Tief bei 6.720 Punkten.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen