Aktienanalyse
Elon Musk bringt Fantasie in die Ryanair-Aktie – doch der Blick auf Monats-, Tageschart und Saisonalität zeigt: Der Trend war schon vorher stark.
Starker Aufwärtstrend im Monatschart seit 2020
Saisonal günstige Phase von Ende Januar bis Ende Februar
Bullische Flaggenformation im Tageschart möglich
Der langfristige Blick auf den Monatschart zeigt eindrucksvoll die Stärke der Ryanair-Aktie. Nach dem nachhaltigen Ausbruch über die 20-Euro-Marke gewann die Aktie deutlich an Momentum und setzte ihren Trend dynamisch fort.
Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2020 bei rund 8 Euro konnte der Kurs bis zuletzt auf knapp 29 Euro steigen – ein Plus von rund +265 %. Damit zählt Ryanair in diesem Zeitraum zu den besten börsennotierten Airlines weltweit.
Ryanair profitiert von einem klaren Low-Cost-Geschäftsmodell, hoher Kostendisziplin, moderner Flotte und einer starken Marktposition in Europa. Gerade in einem preissensiblen Umfeld bleibt die Airline wettbewerbsfähig – ein zentraler Grund für die überdurchschnittliche Kursentwicklung.
Ein Blick auf die Saisonalitätsdaten zeigt ein spannendes Muster. Die Ryanair-Aktie weist von Ende Januar bis Ende Februar historisch eine positive Tendenz auf.
Durchschnittliche Rendite: +4,04 %
Volatilität: 37,44 %
Trefferquote: stabil positiv
Damit liefert die Saisonalität aktuell Rückenwind – insbesondere, wenn sie mit einem technisch sauberen Setup zusammenfällt.
Im Tageschart zeigt die Ryanair-Aktie seit rund vier Wochen eine moderate Korrektur, die sich klar als „gesunde Pause“ innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends einordnen lässt. Die Kursstruktur erinnert dabei stark an eine bullische Flagge: Nach dem vorherigen dynamischen Anstieg konsolidiert der Kurs in einem leicht abwärts bis seitwärts gerichteten Kanal – ein Muster, das häufig als Zwischenstation vor der Trendfortsetzung auftritt.
Entscheidend wird nun die Oberseite der Flaggenbegrenzung im Bereich um 30 Euro. Gelingt hier ein nachhaltiger Ausbruch (idealerweise mit Anschlussdynamik), würde sich das Trendfortsetzungsszenario aktivieren. Aus der Projektion der Flagge ergibt sich dann ein mögliches Kursziel bei rund 30,77 Euro. Rückenwind liefert in diesem Fall nicht nur der intakte Trend, sondern auch die aktuell saisonal günstige Phase, die statistisch eher für steigende Kurse spricht.
Auf der anderen Seite bleibt die Zone um 28 Euro das klare Sicherungsnetz des bullischen Setups. Sollte der Kurs darunter fallen, wäre die Flaggen-Logik zunächst invalide, weil dann die Konsolidierung in eine tiefere Korrektur oder eine neutrale Marktphase übergehen könnte. In diesem Fall würde sich ein Range-Szenario aufdrängen, bei dem die Aktie zunächst eher zwischen 28 Euro und 30 Euro pendelt, statt direkt in die nächste Aufwärtswelle überzugehen.
Die Kursstruktur der Ryanair-Aktie lässt sich aktuell als bullische Flagge einordnen. Dieses Muster entsteht nach einer starken Aufwärtsbewegung und zeigt eine kurze, kontrollierte Konsolidierung, die häufig als Vorbereitung für eine Trendfortsetzung dient. Entscheidend ist der Ausbruch über die obere Flaggenbegrenzung, der neues Momentum freisetzen kann.
Im folgenden Video wird erklärt, wie eine bullische Flagge entsteht, woran sie zu erkennen ist und wie sie in der Praxis gehandelt werden kann.
In der aktuellen Marktphase verdient der RSI besondere Aufmerksamkeit, weil er sehr gut zeigt, ob die laufende Konsolidierung nur eine Pause im Trend ist – oder ob das Momentum tatsächlich nachlässt. Aktuell notiert der RSI noch oberhalb der wichtigen Grenzschwelle bei 48,5, bewegt sich jedoch nah an dieser Marke. Genau das macht die Situation so relevant: In dieser Zone entscheidet sich oft, ob Käufer den Trend weiter tragen oder ob der Markt kurzfristig in eine schwächere Phase kippt.
Kommt es zu einem Bruch unter 48,5, wäre das ein erstes Warnsignal. In diesem Fall steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ryanair-Aktie die Trendfortsetzung zunächst pausiert und eher in eine Seitwärts- bis Korrekturphase übergeht. Bleibt der RSI hingegen oberhalb der Schwelle und wird diese Zone sichtbar verteidigt, spricht das für eine Stabilisierung des Momentums – und damit für eine deutlich bessere Ausgangslage, dass der Kurs im nächsten Schritt wieder Druck nach oben aufbauen kann. Besonders interessant ist das deshalb, weil diese mögliche Momentum-Erholung aktuell mit einer saisonal günstigen Phase zusammenfällt, die historisch eher Rückenwind für steigende Kurse liefert.
Das Long-Szenario setzt auf eine Fortsetzung des bestehenden Aufwärtstrends und wird erst dann aktiv, wenn der Markt seine Stärke eindeutig bestätigt. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 30,00 Euro dient dabei als klares Einstiegssignal. In diesem Fall wäre davon auszugehen, dass die bullische Flaggenformation nach oben aufgelöst wird und neues Momentum in den Markt kommt.
Aus der charttechnischen Projektion der Flagge ergibt sich ein Kursziel bei rund 30,77 Euro. Der Stopp sollte konsequent unterhalb von 28,90 Euro platziert werden, also unter der kurzfristig relevanten Unterstützungszone innerhalb der Konsolidierung. Solange der Ausbruch bestätigt ist und der Markt oberhalb der Schlüsselmarken bleibt, ist der Bias klar bullisch und auf Trendfortsetzung ausgerichtet.
Das Short- bzw. Range-Szenario kommt dann ins Spiel, wenn die bullische Struktur sichtbar an Stabilität verliert. Ein Bruch unter die Marke von 28,00 Euro wäre in diesem Zusammenhang ein klares Schwächesignal und würde das Trendfortsetzungsszenario zunächst negieren.
Unterhalb dieser Unterstützung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie in eine breitere Seitwärts- bis Korrekturphase übergeht. Auf der Unterseite ergeben sich dabei Zielzonen zwischen 27,00 Euro und 26,50 Euro, die aus vorherigen Kursreaktionen und Unterstützungsbereichen abgeleitet werden können. Der Stopp für dieses Szenario sollte oberhalb von 29,10 Euro liegen, um Fehlausbrüche sauber abzusichern. Der Bias ist in diesem Fall neutral bis leicht bärisch, da es weniger um einen starken Abwärtstrend als vielmehr um eine temporäre Schwächephase geht.
Die Ryanair bleibt klar im Aufwärtstrend, zeigt eine konstruktive Konsolidierung und trifft aktuell auf eine historisch starke saisonale Phase. Solange die Zone um 28 Euro hält, überwiegen die Chancen auf eine Trendfortsetzung. Übernahmegerüchte auch von Elon Musk mögen kurzfristig für Schlagzeilen sorgen – der Chart liefert aktuell die deutlich besseren Argumente.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.