Quartalszahlen 2025 - Q4
Die Aktie notiert vor den Zahlen an der Unterkante der übergeordneten Range – Reaktion entscheidet über Erholung oder Trendfortsetzung.
Die Palantir Technologies -Aktie steht vor den heutigen Quartalszahlen nachbörslich an einer charttechnisch hochsensiblen Stelle. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 20 Prozent eingebüßt und notiert aktuell nahe der Unterkante der übergeordneten Range, die seit Juli 2025 aktiv ist. Genau diese Zone dürfte darüber entscheiden, ob es sich lediglich um eine tiefere Korrektur im intakten Trend handelt – oder ob sich der Abwärtsdruck weiter beschleunigt.
Charttechnisch bewegt sich Palantir weiterhin innerhalb einer breiten Seitwärtsstruktur, die sich zwischen rund 207 US-Dollar auf der Oberseite und 142 US-Dollar auf der Unterseite erstreckt. Vorbörslich tendiert die Aktie aktuell um 149 US-Dollar und damit leicht oberhalb des Freitagsniveaus, bleibt jedoch klar unter wichtigen Referenzpunkten.
In der vergangenen Woche hat Palantir gleich mehrere entscheidende Marken preisgegeben. Zum einen das Dezember-Tief bei 163,12 US-Dollar, zum anderen den steigenden 200-Tage-Durchschnitt bei 158,92 US-Dollar. Diese Zone fungierte zuvor als tragende Unterstützung und hat nun in einen relevanten Widerstandsbereich gedreht. Auch der RSI bestätigt das angeschlagene technische Bild und notiert weiterhin klar unterhalb der Grenzschwelle von 48,5, was das schwache Momentum unterstreicht.
Entscheidend ist nun die Marktreaktion an der unteren Begrenzung der übergeordneten Range. Kann sich der Kurs im Bereich um 142 US-Dollar stabilisieren, bleibt die Seitwärtsstruktur intakt und eine technische Gegenbewegung nach den Zahlen wäre möglich. Gelingt diese Stabilisierung jedoch nicht, würde der übergeordnete Abwärtstrend das nächste Ziel aktivieren, das sich charttechnisch im Bereich um 130 US-Dollar ableiten lässt.
Auf der Oberseite würde erst eine Rückeroberung der zuletzt verlorenen Referenzpunkte für Entlastung sorgen. Insbesondere ein nachhaltiger Sprung zurück über den 200-Tage-Durchschnitt und das Dezember-Tief könnte den Verkaufsdruck deutlich reduzieren. In diesem Szenario lägen die nächsten technisch relevanten Zielzonen am Dezember-Schlusskurs bei 177,75 US-Dollar sowie darüber am Vormonatshoch bei 198,88 US-Dollar.
Der Optionsmarkt preist rund um die heutigen Quartalszahlen eine erhöhte Volatilität ein. Die implizite Bewegung liegt aktuell bei etwa ±10,5 Prozent, was einer theoretischen Spanne von rund 15 US-Dollar entspricht. Damit ist ein dynamischer Ausbruch aus der aktuellen Entscheidungszone nach den Zahlen sehr gut möglich – insbesondere, da sich der Kurs bereits nahe der Range-Unterkante befindet.
Die Analysten bleiben trotz der jüngsten Kursverluste überwiegend positiv für die Palantir Technologies-Aktie. Auf Basis von 18 aktuellen Einschätzungen lautet der Konsens mehrheitlich Buy. Konkret sprechen sich sieben Analysten für einen Kauf aus, neun empfehlen Halten und lediglich zwei raten zum Verkauf.
Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 189,94 US-Dollar und damit rund 30 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Die Spannbreite der Einschätzungen bleibt jedoch groß: Während das obere Kursziel bei 235 US-Dollar liegt, sehen besonders vorsichtige Analysten die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten auch deutlich tiefer.
Für Anleger – und insbesondere rund um die Quartalszahlen – ist entscheidend: Diese positiven Erwartungen sind zum Teil bereits im Markt verankert. Entsprechend sensibel dürfte die Aktie auf Abweichungen reagieren. Liefert Palantir starke Zahlen und einen überzeugenden Ausblick, könnten die Analystenziele wieder stärker in den Fokus rücken. Enttäuscht das Unternehmen jedoch, steigt das Risiko, dass trotz grundsätzlich positiver Einschätzungen weiterer Abgabedruck entsteht – vor allem an der aktuell ohnehin kritischen charttechnischen Schlüsselzone.
Palantir steht vor den Quartalszahlen an einer klar definierten Entscheidungszone. Die Kombination aus gebrochener 200-Tage-Linie, schwachem RSI-Momentum und der Nähe zur unteren Range-Begrenzung spricht für ein erhöhtes Bewegungspotenzial. Die Zahlen dürften den nächsten Impuls liefern – entweder als Startschuss für eine technische Erholung oder als Katalysator für die nächste Abwärtswelle.
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.