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Rohstoffe
Lange Kerzendochte, schwächeres Momentum und eine nahe Unterstützung: Der WTI-Ölpreis steckt in einer umkämpften Handelsspanne. Jetzt rücken deren Unterkante und der steigende 100-Tage-EMA in den Fokus.
WTI steht nahe der unteren Begrenzung seiner Handelsspanne bei rund 88,60 US-Dollar. Darunter könnte der steigende 100-Tage-EMA bei 86,61 Dollar zum nächsten Anlaufpunkt werden. Gleichzeitig kämpft der RSI um die Schwelle von 48,5. Am Terminmarkt sind die näheren Liefermonate teurer als die späteren: Diese Struktur heißt Backwardation.
Die US-Rohöl-Notierung liegt im IG-Tageschart bei rund 89,61 US-Dollar je Barrel. Nach dem Rückgang von den Septemberhochs über 100 Dollar bewegt sich der Kurs in einer Spanne zwischen ungefähr 88,60 und 96,20 Dollar.
Die auffälligen Dochte und Lunten zeigen, wie umkämpft diese Range ist: Vorstöße nach oben wurden wieder verkauft, Rückgänge teilweise aufgefangen. Ein kurzer Ausschlag über eine Kursmarke reicht deshalb als Ausbruchssignal kaum aus. Aussagekräftiger wären ein Tagesschluss außerhalb der Spanne und ein anschließender Rücktest, der den Ausbruch bestätigt.
Für eine Erholung müsste WTI zunächst den Bereich um 91,20 Dollar zurückerobern. Danach rücken die markante Hürde bei 95,14 Dollar und die Range-Oberkante um 96,20 Dollar in den Blick. Erst oberhalb dieser Zone würde sich das Chartbild deutlicher aufhellen und die Marke von 100 Dollar wieder interessant werden.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) über 34 Perioden testet die in dieser Analyse verwendete Grenzschwelle von 48,5. Ein nachhaltiges Unterschreiten würde das schwächere Momentum bestätigen. Eine Stabilisierung darüber könnte eine Erholung unterstützen, müsste aber durch den Kursverlauf bestätigt werden.
Unterhalb der Range wartet der steigende exponentielle 100-Tage-Durchschnitt bei 86,61 Dollar. Er liegt rund drei Dollar unter der aktuellen Chartnotierung und bildet die nächste dynamische Unterstützung. Fällt auch diese, käme die seit Juli steigende Aufwärtstrendlinie im Bereich von ungefähr 84 bis 84,50 Dollar in den Fokus. Beide Unterstützungen verändern sich mit der Zeit.
Die WTI-Terminkurve fällt mit zunehmender Laufzeit. Nach den CME-Abrechnungskursen vom 28. September 2026 kostete der November-Kontrakt 92,60 Dollar, der Dezember-Kontrakt 89,01 Dollar und der Januar-Kontrakt 2027 86,54 Dollar je Barrel.
Damit zeigt sich für diese Liefermonate eine Backwardation: Für die nähere Lieferung wird ein Aufpreis gezahlt. Das lässt sich als Hinweis auf eine angespanntere kurzfristige Versorgung interpretieren. Die niedrigeren Preise späterer Kontrakte sind jedoch keine verlässliche Prognose für den künftigen Ölpreis.
Die Szenarien beziehen sich auf die Kursmarken im IG-Tageschart. Entscheidend ist jeweils die Bestätigung des Signals.
| Szenario | Bestätigung | Mögliche Kursziele | Szenario hinfällig bei |
|---|---|---|---|
| Long: Erholung innerhalb der Range | Unterstützung um 88,60 Dollar hält; anschließend Tagesschluss über 91,20 Dollar und RSI über 48,5 | Zunächst 95,14, anschließend rund 96,20 Dollar | Tagesschluss unter 88,60 Dollar |
| Short: Ausbruch unter die Range | Tagesschluss unter 88,60 Dollar und gescheiterter Rücktest von unten; RSI unter 48,5 | Zunächst 86,61 Dollar; bei einem Bruch des EMA anschließend etwa 84 bis 84,50 Dollar | Rückkehr über 88,60 Dollar auf Tagesschlussbasis |
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Morning Report
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