Index Update
Die Renditen der US-Anleihen steigen und steigen und könnten Aktien, vor allem aus dem Technologie-Sektor, unattraktiv machen. Bislang scheinen die Anleger dieses Risiko noch nicht auf dem Radar zu haben. Dennoch besteht zurzeit noch keine Gefahr für den Nasdaq.
Die US-Anleihemärkte entwickeln sich zunehmend zu einem Belastungsfaktor für den Nasdaq. Am Dienstag, den 18. August, stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 4,74 %, während die Rendite 30-jähriger Treasuries mit etwa 5,33 % den höchsten Stand seit 2007 erreichte. Gleichzeitig sorgten steigende Ölpreise und die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran für neue Inflationssorgen.
Gerade für den technologielastigen Nasdaq ist diese Entwicklung relevant. Steigende langfristige Renditen erhöhen den Diskontierungsfaktor für zukünftige Unternehmensgewinne. Besonders Wachstumsaktien mit hohen Bewertungen reagieren deshalb empfindlich auf einen Anstieg der langfristigen Zinsen. Auch aktuelle Forschung der Federal Reserve kommt zu dem Ergebnis, dass Growth-Aktien stärker auf Veränderungen langfristiger Renditen reagieren als der Gesamtmarkt.
Allerdings besteht im Augenblick noch keine Gefahr. Der Nasdaq notiert oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts und die Volatilität, gemessen am VIX, signalisiert keine Verunsicherung, oder gar Angst unter den Anlegern. Dennoch sollte der US-Anleihemarkt im Auge behalten werden.
In Anbetracht der möglichen Wichtigkeit des US-Anleihemarktes für den Technologieindex schauen wir uns die 30jährige Rendite US-amerikanischer Staatsanleihen charttechnisch an. Und es fällt sofort auf, dass im Big Picture auf Monatsbasis sich ein aufsteigendes Dreieck gebildet hat, welches unmittelbar vor der Vollendung nach oben steht. Die Oberseite der Dreiecksformation bei 5,178% sollte bis Ende August hinter sich gelassen werden. In diesem Fall müssten die Marktteilnehmer mit weiter steigenden Renditen rechnen. Aus der Höhe der Chartformation lässt sich ein Kursziel von 6,86% ableiten. Diese Gefahr für den Nasdaq kann nur abgewendet werden, wenn bis Ende dieses Monats die Rendite unterhalb des 12-Monats-Durchschnitts bei aktuell 4,965% und der Unterseite des aufsteigenden Dreiecks bei 4,885% aus dem Handel geht.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Trotz der drohenden Gefahr durch den US-Bondmarkt zeigt sich der Nasdaq davon noch recht unbeeindruckt. Nach der jüngsten Korrektur wird im Augenblick das Allzeithoch bei 30.762 Punkten von Anfang Juni angesteuert. Davor liegt im Tageschart die Oberkante des Abwärts-Gaps (Falling Window) bei 30.194 Zählern. Solche Kurslücken treten gerne als Widerstände auf und sollten daher geschlossen werden. Der beliebte Moving Average Convergence/Divergence-Indikator MACD hat erst kürzlich mit dem Sprung über die Nulllinie ein neues, mittelfristiges Kaufsignal generiert.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen