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Rohstoffe

Goldpreis steigt nach US-Wahl: Jetzt zählen 4.050 Dollar

Gold erhält nach den US-Zwischenwahlen kräftigen Rückenwind. Ein schwächerer Dollar und sinkende US-Anleiherenditen unterstützen die Erholung. Doch die entscheidende charttechnische Hürde liegt unmittelbar voraus.

Goldpreis steigt nach US-Wahl: Jetzt zählen 4.050 Dollar Quelle: Bloomberg

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Der Goldpreis steigt am Mittwochmorgen, 4. November, um rund 2,5 Prozent auf 4.028 US-Dollar je Feinunze. Damit erobert das Edelmetall die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar zurück. Jetzt rückt die Zone zwischen 4.046 und 4.073 US-Dollar in den Mittelpunkt: Hier entscheidet sich, ob die Erholung an Schwung gewinnt oder erneut auf Verkaufsdruck trifft.

US-Zwischenwahlen: Schwächerer Dollar stützt Gold

Nach den jüngsten Hochrechnungen gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus. Damit dürfte Präsident Donald Trumps Spielraum für neue Gesetze deutlich kleiner werden. Politische Blockaden könnten zusätzliche Ausgabenprogramme erschweren – eine Aussicht, die zur Entspannung am US-Anleihemarkt beiträgt. Gleichzeitig könnte die Unsicherheit über Trumps Reaktion die Nachfrage nach Gold als Absicherung stützen.

Kurz erklärt

Ein schwächerer Dollar verbilligt Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen. Sinkende Anleiherenditen verringern zugleich den Zinsvorteil gegenüber dem Edelmetall, das selbst keine laufenden Erträge abwirft.

Gold-Chartanalyse: 4.046 bis 4.073 US-Dollar als Schlüsselzone

Trotz des Kurssprungs bleibt das übergeordnete Chartbild angeschlagen. Seit dem Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar Ende Januar hat Gold rund 28 Prozent verloren. Fallende Hochs und tiefere Tiefs kennzeichnen weiterhin einen Abwärtstrend.

Die aktuelle Erholung führt zurück an eine wichtige Entscheidungszone: Bei 4.046 US-Dollar liegt die frühere Ausbruchsmarke vom Oktober 2025. Rund 4.073 US-Dollar entsprechen der 61,8-Prozent-Korrektur des Anstiegs vom Mai 2025 bis zum Rekordhoch.

Ein Tagesschluss über 4.073 US-Dollar wäre ein erstes Signal für eine Stabilisierung. Dann könnten zunächst 4.365 US-Dollar und anschließend die 200-Tage-Linie bei rund 4.490 US-Dollar angesteuert werden. Erst oberhalb des Augusthochs bei 4.699 US-Dollar wäre ein wichtiges fallendes Zwischenhoch überwunden.

Scheitert Gold erneut an der Schlüsselzone, rückt die Unterstützung zwischen 3.874 und 3.894 US-Dollar in den Blick. Darunter droht eine Fortsetzung der Korrektur bis 3.641–3.659 US-Dollar. Dort treffen eine markante Chartzone und die 78,6-Prozent-Korrektur zusammen. Weitere mögliche Anlaufpunkte liegen bei rund 3.500 und 3.130 US-Dollar.

Goldpreis im Tageschart: Die Zone um 4.050 US-Dollar entscheidet

Gold-Chartanalyse: 4.046 bis 4.073 US-Dollar als Schlüsselzone Quelle: IG/Tradingview
Gold-Chartanalyse: 4.046 bis 4.073 US-Dollar als Schlüsselzone Quelle: IG/Tradingview

Goldpreis: Mögliche Long- und Short-Setups

Szenario Voraussetzung Mögliche Kursziele Technisch hinfällig bei
Long: Ausbruch bestätigt Tagesschluss über 4.073; anschließender Rücksetzer hält die Zone 4.046–4.073 4.365, danach 4.490 Tagesschluss zurück unter 4.046
Short: Erholung scheitert Abweisung an 4.046–4.073, anschließend Tagesschluss unter 4.046 3.894, danach 3.874 Tagesschluss über 4.073
Short: Abwärtstrend setzt sich fort Tagesschluss unter 3.874 3.659–3.641, darunter 3.500 Rückeroberung von 3.894 auf Tagesschlussbasis

Fazit: Rückenwind trifft auf charttechnischen Widerstand

Dollar und Anleiherenditen helfen Gold bei der Erholung. Für eine nachhaltige Verbesserung braucht es jedoch die Rückeroberung von 4.046 bis 4.073 US-Dollar. Oberhalb dieser Zone wächst die Chance auf eine Ausweitung der Erholung. Bei einem erneuten Scheitern bleibt dagegen ein Test der jüngsten Tiefs möglich – und darunter eine Korrektur in Richtung 3.650 US-Dollar.

Goldpreis: Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre 

Goldpreis Entwicklung 5 Jahre Quelle: IG /Tradingview
Goldpreis Entwicklung 5 Jahre Quelle: IG /Tradingview

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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