Rückblick Börse: Big Tech, Notenbanken und neue Allzeithochs an der Wall Street
- Highlight der Woche waren die Quartalsberichte einiger Big Tech-Konzerne an der Wall Street. Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft und Meta konnten mit ihren Bilanzdaten überzeugen. Deutliche Kursaufschläge waren die Folge
- Es war auch die Woche der Notenbanken. Gleich mehrere Zentralbanken veröffentlichten ihren Zinsentscheid. Überraschungen gab es nicht. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank EZB rührten ihre Leitzinsen infolge der anziehenden Inflation nicht an
- Die EZB hatte ihre Inflationserwartungen für das Gesamtjahr nach oben revidiert. Nach bislang 2,5% rechnen die Notenbanker nun mit einer Teuerungsrate von 4,0%. Kaum noch geht in diesem Jahr von Zinssenkungen dies- und jenseits des Atlantiks aus. Vielmehr besteht die Gefahr von Zinserhöhungen
- Der Iran-Krieg dauert immer noch an. Auch in dieser Woche gab es keine Gespräche zwischen Washington und Teheran. Die Straße von Hormus ist immer noch dicht. Der Ölpreis der Sorte WTI pendelt im Augenblick um die Marke von 100 USD
- Infolge starker Quartalszahlen konnten S&P und Nasdaq neue Allzeithochs markieren. Davon ist der DAX noch Meilen entfernt
- Fazit: Trotz des andauernden Iran-Krieges sind die Anleger noch gelassen. Allerdings bleibt das Risiko für Rückschläge hoch
Ausblick Börse: Iran-Krieg und neuer Zollstreit als Belastungsfaktoren?
- Die Berichtssaison geht in der neuen Woche in die nächste Runde. Die bekanntesten Vertreter sind: Palantir aus den USA, Fraport und Fresenius Medical Care (FMC) aus Deutschland, UniCredit (Italien) und Aker ASA aus Norwegen
- Vielmehr könnte aber der Iran-Krieg wieder in den Fokus der Anleger geraten. US-Präsident Trump droht mit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Der Iran hat seinerseits Vorschläge für Friedensverhandlungen gemacht, die allerdings von den USA abgelehnt wurden
- Aber auch der Zollstreit zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union könnte sich auf der Börsenbühne zurückmelden. US-Präsident Trump kündigte Zölle auf Autoimporte in Höhe von 25% an
- Ein weiteres Thema dürfte die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell sein. Der Senat wird am 11. Mai über den Kandidaten Kevin Warsh abstimmen. Der Bankenausschuss des Senats hat Kevon Warsh vor wenigen Tagen mit einer äußerst knappen Mehrheit gewählt. Infolge des Abstimmungsergebnisses könnte die Diskussion über Warsh als neuer Präsident der Federal Reserve die Marktteilnehmer bewegen. Diese sorgen sich über die Unabhängigkeit der Fed
- Fazit: Der Iran-Krieg sowie die Berichtssaison dürften in der kommenden Woche im Mittelpunkt des Interesses stehen
DAX – 200-Tage-Linie sei Dank
Die Anleger können sich bei der exponentiellen 200-Tage-Durchschnittslinie bedanken. Diese bei aktuell 23.795 Punkten konnte Ende der vergangenen Woche Schlimmeres verhindern. Auch die Mitte der übergeordneten Handelsspanne bei 23.833 Zählern wurde erfolgreich verteidigt.
Am Freitag schloss der DAX knapp oberhalb der Oberseite des dritten Abwärts-Gaps bei 24.239 Punkten. Darüber wartet dann im Tageschart die obere Begrenzung der besagten Kurslücke bei 24.577 Zählern. Allerdings könnte der deutsche Leitindex bei 24.645 Punkten auf Widerstand stoßen. In diesem Bereich liegt die Oberseite erwähnten Trading Zone.
Der Iran-Krieg macht Ausblicke zurzeit recht schwierig. Bei einem neuerlichen Entfachen der Kriegshandlungen könnte es an den Aktienmärkten wieder unruhig werden. Der DAX müsste sich dann wieder auf die 200-Tage-Linie verlassen. Und was würde das für den Anleger bedeuten? In diesem Fall könnte ein defensives Verhalten wieder empfehlenswert sein.
DAX Chart auf Tagesbasis