Market Update
Die gestrigen Aussagen von Fed-Chef Warsh waren nicht ganz im Sinne der Börsianer. Vor allem die Aussicht auf eine baldige Zinswende schickte die Wall Street gen Süden. Nachbörslich sehr stark zeigte sich die Microsoft-Aktie. Ein Trauerspiel war dagegen die Kursreaktion bei Meta Platforms.
Dass die Fed am gestrigen Abend den Leitzins nicht angerührt hat, war keine allzu großartige Überraschung. Allerdings votierten drei Mitglieder des Gremiums für eine Zinserhöhung. Der Zuspruch für eine restriktive Zinspolitik innerhalb der US-Notenbank wird größer. Hauptproblem bleibt die Inflation, die immer noch zu hoch und zu weit von der Zielmarke von 2% entfernt liegt. Trotz der zuletzt wieder deutlich gestiegenen Energiepreise haben die Währungshüter auf eine Zinswende verzichtet und wollen weitere Daten abwarten.
Allerdings reagierten die Anleger enttäuscht auf die Worte von Kevin Warsh, neuer Präsident der Federal Reserve. Im Vergleich zu seinem Amtsvorgänger Jerome Powell möchte die Fed den Märkten keine detaillieren Hinweise auf den künftigen Zinspfad geben. Dadurch dürften Konjunktur- und Inflationsdaten stärkere Marktreaktionen auslösen.
Was ist das Fazit des gestrigen Abends? Zinssenkungen sind vorerst vom Tisch, da die Teuerungsrate keine Anstalten macht, in Richtung des genannten Zielwertes der Fed von 2% zu marschieren. Eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten im September wird wahrscheinlicher. Laut der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei aktuell 63%. Weitaus bedeutender für die Anleger ist aber sein, dass künftige Konjunkturdaten zunehmend an Bedeutung gewinnen und somit für Volatilität an den Märkten sorgen könnten.
Microsoft konnte gestern nachbörslich mit den Zahlen für das vierte Quartal Analysten und Anleger überzeugen. Dank eines starken Cloud-Geschäfts konnten die wichtigsten Ertragszahlen gesteigert und die Schätzungen übertroffen werden. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Investitionen in KI. In den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 hatte Microsoft 41 Mrd. USD in den Ausbau der Künstlichen Intelligenz investiert. Im kommenden Jahr sollen es insgesamt 175 Mrd. USD werden. Allerdings wird das Investitionstempo verlangsamt, was an der Wall Street ebenfalls gut ankam.
Nachbörslich ging es für die Microsoft-Aktie mehr als deutlich aufwärts. Charttechnisch wurde nun ein sehr wichtiger Bereich erreicht. Der fallende exponentielle 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell 416,75 USD wurde überwunden. Allerdings stellen sich dem Big Tech-Titel mit der ehemaligen Aufwärtstrendlinie bei 424,68 USD und dem 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 428,59 USD zwei weitere hartnäckige Widerstände in den Weg. Diese könnten aber zurückerobert werden. Der ADX signalisiert eine Zunahme der Trenddynamik. Zudem hat der Kaufdruck (DI+) spürbar zugenommen und der Verkaufsdruck (DI-) ist dementsprechend rückläufig.
Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Szenario |
Trigger |
Zielbereich |
Stopp |
Long |
Oberhalb des 38,2%-Retracements bei 428,59 USD wäre das Schlimmste überstanden. Erstes Ziel wäre dann das 50,0%-Level |
453,17 USD |
398,18 USD |
Short |
Die genannten Widerstände können nicht zurückerobert werden und die Aktie fällt unter das 23,6%-Retracement bei 398,18 USD. In diesem Fall würde dann das Juni-Tief angesteuert |
349,20 USD |
428,59 USD |
Das krasse Gegenteil von Microsoft war gestern Abend bei Meta Platforms zu beobachten. Der Tech-Konzern hat die Erwartungen der Anleger schlichtweg enttäuscht. Vor allem der Ausblick ist den Marktteilnehmer auf den Magen geschlagen. Aber auch die weiterhin extrem hohen Investitionen in die Künstliche Intelligenz ließen die Sorgen der Marktteilnehmer größer werden.
Gegenüber Microsoft ging es für die Meta-Aktie nachbörslich deutlich abwärts. Damit hat sich die Abwärtsbewegung beschleunigt. Das markante Tief bei 517,66 USD von Ende März wurde erreicht. Am Ende schloss der Big Tech-Titel deutlich darüber. Dennoch könnte das genannte Tief erneut angesteuert werden. Der Verkaufsdruck ist zuletzt spürbar größer geworden. Zudem signalisiert der ADX (10 Tage) einen neuen Trend. Im Augenblick kann von einem starken Abwärtstrend gesprochen werden.
Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Szenario |
Trigger |
Zielbereich |
Stopp |
Long |
Im Fall einer langen grünen Kerze könnte auf eine Erholung in Richtung des fallenden 200-Tage-Durechschnitts gesetzt werden |
625,20 USD |
517,66 USD |
Short |
Die Reise gen Süden geht im Fall einer nächsten roten Kerze weiter. Ziel wäre dann das markante März-Tief |
517,66 USD |
538,57 USD |
Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
Quelle: IG Handelsplattform; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen