Market Update
Im schweizerischen Davos, wo in den kommenden Tagen das Weltwirtschaftsforum stattfindet, herrschen frostige Temperaturen. Doch es könnte noch frostiger werden, wenn Donald Trump eintrifft und seine erste Rede hält. Vor allem stellt sich die Frage, ob der US-Präsident im Streitthema Grönland weiteres Öl ins Feuer gießen wird.
Die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums im eidgenössischen Davos warten gespannt auf die Ankunft von Donald Trump. Die Frage ist, was hat der US-Präsident im Gepäck. Nach einer Einsicht, geschweige eine Einigung sieht es im Augenblick nicht aus. Das Weiße Haus bleibt bei der Forderung, Grönland zu kaufen um die Sicherheit der Vereinigten Staaten gewährleisten zu können. Um ein erneutes Einknicken der Europäischen Union zu erzwingen, droht Trump ab dem 1. Februar mit Zöllen. Doch geht dieser Plan erneut auf? Lässt sich Brüssel zum wiederholten Mal unter Druck setzen? Dies wohl kaum. US-Präsident Trump hat mit dem Wusch, sich das zu Dänemark gehörende Eiland einzuverleiben, die gesamte EU gegen sich aufgebracht. Und ein Abkommen, wie es im Juli 2025 zwischen den USA und der Europäischen Union zustande kam, wird es wohl nicht so schnell geben. Vielmehr könnte die Situation eher noch weiter eskalieren.
Bei Zöllen und Gegenzöllen gibt es bekanntlich keine Gewinner. Die von Donald Trump ab dem 1. Februar in Aussicht gestellten Zölle würde die EU und vor allem Deutschland empfindlich treffen. Die Folgen für die heimische Wirtschaft wären fatal. Besonders davon betroffen wären die Wirtschaftssektoren Automobil, Maschinenbau, Pharma und Chemie. Aber auch die USA wären Verlierer. Laut dem Kieler Instituts für Weltwirtschaft werden etwa 96 % der Zolllast faktisch von US-Importeuren und Verbrauchern getragen, was die Inflation weiter anheizen könnte. Und dies könnte dann die Federal Reserve wieder auf den Plan rufen. Zwar gewichtet die Fed die derzeitige Schwäche am Arbeitsmarkt gegenüber der Inflation höher, dennoch könnten die für dieses Jahres erwarteten Zinssenkungen ausbleiben.
Die bevorstehenden Zölle könnten der deutschen Wirtschaft immens schaden. Die Hoffnung auf eine Erholung würde sich sehr schnell in Luft auflösen. Und diese Sorge lastet schwer auf dem deutschen Aktienmarkt, wie die vergangenen Tage gezeigt haben.
Die Rekordjagd musste erst einmal ad acta gelegt werden. Von den Gewinnen seit Jahresbeginn ist nicht mehr viel übrig. Charttechnisch ging es zuletzt wieder in Richtung der Oberseite der Handelsspanne bei 24.645 Punkten, die über Monate hinweg belagert und erst Anfang Januar erobert werden konnte. Zurzeit notiert der DAX darunter. Das erste Ziel auf der Unterseite ist das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 24.536 Zählern. Anschließend müssten sich die steigende exponentielle 50-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 24.451 Punkten sowie das einstige Zwischenhoch bei 24.441 Zählern einem Test unterziehen.
Quelle: TradingView; Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Wertentwicklungen
UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN MIT KNOCK-OUTS
Steht man auf der Verkäuferseite (Short) und meint, dass der DAX in Zukunft fällt, könnten Knock-Outs von IG mit einer Knock-out-Level, oberhalb der gegenwärtigen charttechnischen Widerstandszone bei 26.269 Punkten interessant werden. Bullisch eingestellte Trader (Long) hingegen könnten in umgekehrter Weise Kock-Out-Level unterhalb von 23.021 Punkten im Blick behalten.