Coronavirus: Welche Auswirkungen hat das Virus auf den Aktienmarkt?

Das Coronavirus hat eine weltweite Panik ausgelöst: Hunderttausende Menschen sind infiziert, Geschäfte wurden geschlossen und die Aktienkurse stürzten ab. Hier finden Sie einen Überblick über die Folgen des Virus auf die Märkte.

Die potenzielle S&P 500-Erholungsrate verstehen

Eine Prognose zur Erholungsrate des S&P 500 nach der Corona-Krise abzugeben, ist sehr schwierig, da hierfür sehr viele Variablen berücksichtigt werden müssen. Allerdings lässt sich anhand der historischen Ereignisse eine Aussage zur statistischen Wahrscheinlichkeit treffen, wie viele Tage der Index zur Erholung benötigen wird.

Zunächst muss hierzu ermittelt werden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Tempo von Marktausverkäufen in der Vergangenheit und der darauffolgenden Erholungsrate besteht. Die Antwort lautet kurz „Nein“, denn üblicherweise fallen die Märkte nach dem ersten Ausverkauf von 20 % weiter.4 Dennoch ist es sinnvoll, die Prozentbewegungen näher zu betrachten, um zu verstehen, wie die Verluste wieder aufgeholt werden können.

Zu Beginn schauen wir uns die neun Ereignisse an, die einen S&P 500-Kursverlust von mehr als 20 % ausgelöst haben.

Datum Tage vom Allzeithoch bis zum Verlust von 20 % Tage bis zur Erholung auf das Allzeithoch Maximaler Verlust
1957 444 339 21 %
1962 232 394 28 %
1966 236 212 22 %
1970 416 774 36 %
1973 320 2423 48 %
1982 451 253 27 %
1987 55 645 34 %
2001 353 2269 49 %
2008 294 1702 57 %

Anschliessend verbinden wir die Punkte in der Grafik und ermitteln eine Trendlinie.

Wenn wir annehmen, dass der S&P 500-Ausverkauf von 33,9 % infolge des Covid-19 den maximalen Verlust darstellt, können wir anhand des unteren Charts feststellen, dass es ungefähr 693 Tage (±48 Tage) dauern würde, bis sich der Index erholt.

Bedenken Sie, dass es sich bei diesem Wert um die statistische Wahrscheinlichkeit einer Erholung auf der Grundlage vergangener Ereignisse handelt. Derzeit besteht Einigkeit darüber, dass die Pandemie erst vorüber ist, wenn die Weltbevölkerung eine Herdenimmunität erreicht hat. Daten, die auf eine gestiegene Infektionsrate ohne einen erheblichen Anstieg kritischer Fälle oder der Sterblichkeit hindeuten, können ein Zeichen für die Markterholung sein.

Coronavirus: Ausblick

Die Zentralbanken weltweit haben Konjunkturpakete aufgelegt, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft einzudämmen. Wenn die Zentralbanken mit ihren Massnahmen erfolgreich sind, könnte dies zu einem Wendepunkt an den Aktienmärkten führen, auch wenn sich Covid-19 weiter ausbreitet.

Interessanterweise folgte auf die meisten Crashs in der Vergangenheit ein signifikanter Anstieg bei den Anleiherenditen. Mit dem Rückgang der Anleiherenditen ging auch der Aktienmarkt zurück. Und als sie sich wieder erholten, begann sich auch der Markt umzukehren. Erst kürzlich fielen die Anleiherenditen in den USA, dem Vereinigten Königreich und Europa auf ihr jeweiliges Rekordtief, weil die weltweiten Aktienmärkte von der Sorge einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 getroffen wurden. Dadurch stieg die Nachfrage nach Save-Haven-Anlagen weiter.

Was passiert, wenn sich die Situation verschlechtert?

Wenn kein Wendepunkt eintritt und kein Impfstoff oder Heilmittel für Covid-19 gefunden wird, können die Märkte trotz der Konjunkturmassnahmen der Zentralbanken weiter nachgeben. Während der Krise 2008 konnten die Regierungen die entsprechenden Massnahmen nicht effektiv umsetzen und der S&P 500 fiel um 26,2 %, obwohl Massnahmen ergriffen wurden.

Was passiert, wenn sich die Situation verbessert?

Wenn ein Heilmittel für das Coronavirus entdeckt wird, kann es zu einer Besserung auf den Märkten kommen, da die wirtschaftliche Aktivität wieder auf das normale Niveau steigt. Wenn der S&P nicht unter das Niveau des jetzigen Zeitpunkts sinkt, dauert es voraussichtlich 491 bis 2458 Tage, bis sich der Markt wieder vollständig erholt.2

Coronavirus und Arbeitslosigkeit

Die USA wurden im Zuge der Covid-19-Pandemie von der schwersten Arbeitslosenkrise ihrer Geschichte getroffen. Im März 2020 überstieg die Zahl der Arbeitslosen 6,6 Millionen – um 230.000 mehr im Vergleich zum März 2019.5 Der Grund für diesen starken Anstieg sind Millionen von Beschäftigten im Einzelhandel sowie in der Reise- und Gastronomiebranche, die ihre Arbeitsplätze verloren haben.

Die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich stieg von 3,9 % auf 5,2 %, womit die positiven Entwicklungen der letzten Jahre in diesem Bereich zunichte gemacht wurden. Ähnlich sieht die Situation in Kontinentaleuropa aus, wo innerhalb von nur zwei Wochen mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze verloren gingen.5, 6

Vermögenswerte, die vom Corona-Ausbruch am meisten betroffen sind: Was können Sie handeln?

  • Aktien: Die meisten Aktienkurse sind aufgrund einer niedrigeren Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen abgestürzt. Dadurch ergeben sich unzählige Möglichkeiten für Leerverkäufer, um von Aktien zu profitieren, die einen Kursabsturz verzeichnen. Insgesamt kam es zwischen Februar und März 2020 zu einem Aktivitätseinbruch beim Aktienhandel.
  • Indizes: Beliebte Indizes waren sehr stark vom Virusausbruch betroffen, einige fielen sogar um Rekordbeträge. Die enorme Volatilität wird wahrscheinlich auch weiterhin bestehen bleiben, solange sich die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser globalen Pandemie fortsetzen. Zum Zeitpunkt, als sich Covid-19 auf die Märkte auszuwirken begann, zeigten die Indizes starken Anstieg der Handelsaktivität.
  • Rohstoffe: Der Goldpreis war sehr volatil, da die Märkte eine niedrigere Inflation in den kommenden Monaten erwartet hatten. In Bezug auf Öl führte Covid-19 und der Preiskrieg dazu, dass Angebot und Nachfrage nicht mehr synchron waren, wodurch eine Fortsetzung der Ölpreis-Volatilität fast garantiert ist. Die Handelsaktivität bei Rohstoffen hat sich von Februar bis März 2020 nahezu verdoppelt.
  • Forex: Währungen sind aufgrund des ausbleibenden Tourismus und Konsums durch zahlreiche Ausgangssperren betroffen. Das GBP stürzte beispielsweise auf seinen niedrigsten Stand seit 1985 ab. Der USD bleibt aufgrund seines Rufs eines sicheren Hafens stabil. Tatsächlich kam es in diesem Zeitraum zu einem starken Anstieg der Handelsaktivität mit USD.

Die Lehren aus vergangenen Crashs

Wenn man in die Geschichtsbücher schaut, wird man feststellen, dass sich Bärenmärkte nicht über Nacht umkehren. Allerdings unterscheidet sich die Corona-Krise von den bisherigen Crashs, wenn man bedenkt, dass dieser Crash nicht direkt durch das Platzen einer Blase oder durch eine Schuldenkrise verursacht wurde. In anderen Worten: Ein Marktzusammenbruch kann sich ereignen, wenn man ihn am wenigsten erwartet.

Darüber hinaus bringt jeder Supercrash einen Welleneffekt mit sich. Die normale wirtschaftliche Aktivität kann nicht fortgesetzt werden, Unternehmenseinnahmen sind betroffen, der Immobilienmarkt leidet und Reiseaktivitäten und der Tourismus werden komplett gestoppt.

Handeln auf Unternehmen, die von Covid-19 betroffen sind

Sie können auf Märkten mit steigenden oder fallenden Kursen aufgrund der Corona-Krise handeln. Bei IG Bank können Sie auf den Kurs von Vermögenswerten mit unseren derivativen Produkten - CFDs spekulieren.

Fussnoten

1 Vor der Gründung des S&P 500 im Jahr 1957 veröffentlichte Standard and Poor‘s einen Index mit 90 Aktien. Dieser wurde täglich berechnet und als Datensatz für den Börsencrash von 1929 herangezogen.
2 Am 23. März 2020; Marktschlussdaten des S&P 500, ausschliesslich Intraday-Hochs und -Tiefs.
3 Basierend auf der durchschnittlichen Markterholungsrate bei vorherigen technischen Rezessionen.
4 Der erforderliche Prozentwert zur Begründung einer technischen Rezession.
5 Macrotrends, 2020
5 Financial Times, 2020
6 Euronews, 2020
7 Daten von IG Bank, 2020

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