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Rohstoffe
Eine anziehende Nachfrage, Wetterrisiken in Westafrika und ein historisch freundliches saisonales Zeitfenster unterstützen den Kakaopreis. Auch die Barry-Callebaut-Aktie zeigt Stärke. Charttechnisch steht die Erholung allerdings vor einer wichtigen Hürde.
Im Kakaosektor kommt Bewegung auf: Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut AG führte am Donnerstag mit einem Kursplus von 7,7 Prozent unsere Auswertung von 1.114 Aktien aus S&P 500, STOXX 600, DAX, Dow Jones und Nasdaq 100 an.
Ein positives Branchensignal liefern die europäischen Kakaovermahlungen. Sie stiegen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf 348.215 Tonnen. Die höhere Verarbeitung deutet auf eine Belebung der industriellen Nachfrage hin. Über die ersten neun Monate liegt das Volumen allerdings noch 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Erholung muss sich somit weiter festigen.
Für Barry Callebaut kann eine stärkere Nachfrage höhere Absatzmengen begünstigen. Steigende Kakaopreise erhöhen zugleich den Finanzierungsbedarf für Rohstoffe. Aktie und Rohstoff profitieren deshalb nicht automatisch von denselben Entwicklungen.
Auf der Angebotsseite bleibt das Wetter entscheidend. Die US-Wetterbehörde NOAA erwartet, dass sich El Niño bis zum Jahresende weiter verstärkt. Für den Kakaomarkt erhöht dies die Sorge vor ungünstigen Anbaubedingungen. StoneX verweist bereits auf Belastungen der westafrikanischen Haupternte durch unregelmäßige Niederschläge.
Erwartete Ernterückgänge in der Elfenbeinküste und Ghana könnten das Angebot verknappen. Kurzfristig kommen starke Regenfälle hinzu, die Erntearbeiten und Lieferungen zu den Häfen behindern. Allerdings wirken gestiegene ICE-Lagerbestände einer schnellen Verknappung entgegen. Entscheidend ist, wie stark die tatsächlichen Erntemengen hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Passend zur vorweihnachtlichen Naschsaison beginnt für Kakao ein historisch freundliches Zeitfenster. In der vorliegenden Auswertung der Jahre 2006 bis 2025 stieg der Preis zwischen dem 13. Oktober und dem 13. Dezember in 14 von 20 Jahren.
Das entspricht einer historischen Trefferquote von 70 Prozent. Der durchschnittliche Zuwachs über sämtliche untersuchten Jahre betrug 4,17 Prozent. Die sechs Verlustjahre zeigen jedoch, dass auch in diesem Zeitfenster Rückschläge möglich sind. Einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschäft belegt die Statistik allein nicht.
Im IG-Tageschart notiert New York Kakao zum Aufnahmezeitpunkt bei rund 5.836 US-Dollar je Tonne. Die Käufer haben den Bereich um den steigenden 100-Tage-EMA bei etwa 5.450 US-Dollar zuletzt wiederholt verteidigt. Darunter liegt eine wichtige Unterstützung bei ungefähr 5.250 US-Dollar je Tonne.
Auf der Oberseite begrenzt die Zone um 6.100 US-Dollar die jüngste Erholung. Ein bestätigter Ausbruch könnte Potenzial bis etwa 6.450 US-Dollar und anschließend 6.600 US-Dollar je Tonne eröffnen. Unterhalb von 5.250 US-Dollar würde sich das Chartbild dagegen deutlich eintrüben.
| Szenario | Voraussetzung | Mögliche Ziele | Szenario verliert an Gültigkeit |
|---|---|---|---|
| Long: Ausbruch | Tagesschluss über 6.100 und anschließende Bestätigung als Unterstützung | 6.450, danach 6.600 | Rückfall unter die Ausbruchszone |
| Short: Unterstützungsbruch | Tagesschluss unter 5.250 und erfolgloser Rückeroberungsversuch | 4.750, bei anhaltender Schwäche 4.100 | Rückkehr über 5.250; deutlich entschärft oberhalb von 5.450 |
Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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