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Technische Analyse

Einführung

Unterstützung und Widerstand können als eine Art imaginärer Fußboden bzw. Decke angesehen werden, die offenbar einen Bereich der Marktbewegungen einschränken. Diese signifikanten Preiszonen zu erkennen und zu interpretieren, hilft Ihnen eine disziplinierte Handelsstrategie zu entwickeln.

Die dynamischen und manchmal flüchtigen Preisbewegungen sind das Ergebnis der kontinuierlichen Veränderung des Gleichgewichtes zwischen Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, fallen die Kurse. Wenn nicht genug Angebot gibt, um die Nachfrage zu erfüllen, entstehen Aufwärtsbewegungen.

Technische Analysten identifizieren Markttrends, indem sie sich auf Preisniveaus konzentrieren, bei denen sich das Gleichgewicht ändert. Obwohl diese Niveaus scheinbar zufällig und ohne bewusste Planung auftreten, stellen sie doch die kollektive Meinung aller Markteilnehmer dar.

Unterstützung

Ein Unterstützungsniveau stellt ein Preis-Level dar, das ein fallender Kurs nicht oder kaum zu unterschreiten vermag. Diese Preisregion bildet gewissermaßen eine Barriere, an welcher der Kurs  wieder nach oben abprallt.

Hintergrund ist beispielsweise, dass potenzielle Käufer den Preisrückgang beobachten und auf den richtigen Moment warten, um selbst eine Marktposition einzugehen. Das überschüssige Angebot nimmt sukzessive ab, bis sich Angebot und Nachfrage schließlich die Waage halten und der Preisrückgang zum Stillstand kommt. Kommen hier nun immer mehr Käufer in Markt, nimmt also die Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot zu, schiebt der Kaufdruck den Preis wieder nach oben.

Technische Analysten können die wahrscheinlichen Unterstützungsniveaus über das Orten vergangener Hochs und Tiefs aus der Charthistorie identifizieren. Letztlich besteht aber natürlich nie 100%-Garantie für den unterstützenden Charakter einer potentiellen Support-Zone. Wenn der Preis ein vorhergesagtes Unterstützungsniveau unterschreitet, kann er weiter fallen, bis er eine andere Unterstützungszone findet.
 

Widerstand

Ein Widerstandsniveau ist exakt das Gegenteil einer Unterstützungszone. Es handelt sich um ein Preis-Level, an dem ein steigender Kurs seinen potentiellen Widerstand findet und die Aufwärtsbewegung zum Stillstand führt.

Hintergrund ist bspw., dass potenzielle Verkäufer den Preisanstieg beobachten und auf die richtige Zeit warten, um zu verkaufen. Nach und nach kommen immer mehr Verkäufer in den Markt. Dies erhöht dann sukzessive das Markt-Angebot, bis es die Nachfrage einholt und ausgleicht: die Aufwärtsbewegung ist gestoppt. Kommt es dann zu einem Überangebot, drückt die gesamte Verkaufskraft den Preis wieder herunter.

Wenn der Preis durch ein wahrgenommene Auch hier gibt es selbstredend keine Garantie jedwede Preisreaktion. Wird ein Widerstandsniveau nachhaltig nach oben durchbrochen, kann es mit hohem Momentum weiter aufwärts gehen, bis das nächste Widerstandsniveau erreicht wird.

Bären & Bullen

Dies sind die Fach-Termini, die die übergeordnete Stimmung der  Marktteilnehmern beschreiben.

Bären
Die Bären sind die Verkäufer. Sie vermuten, dass der Marktpreis fallen wird. Ein Bärenmarkt (Baisse-Markt) bezieht sich auf eine übergeordnete Preisbewegung gen Süden.

Bullen
Die Bullen sind die Käufer. Sie vermuten, dass der Marktpreis steigen wird. Ein Bullenmarkt (Hausse-Markt) bezieht sich auf eine preislich übergeordnete Aufwärtsbewegung des betreffenden Marktes.

Entwicklung eines Seitwärtsttrend zum Aufwärtstrend

In einem Seitwärtstrend (Seitwärtsphase oder Sägezahnmarkt), ist der Markt relativ stabil mit einem begrenzten Grad an Flüchtigkeit. Die Kurse schwanken innerhalb eines von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus begrenzten Preisintervalls.

Die Marktverhältnisse können sich jedoch aus verschiedensten Gründen ändern. Ist dies der Fall, wird sich das temporäre Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verschieben und eine entprechende Preisbewegung (Ausbruch) nach sich ziehen.

Eine beispielhafte Reihenfolge von Ereignissen:

  1. Sagen wir, dass ein Unternehmen positive Gewinnschätzungen ankündigt.
  2. Potentielle Verkäufer (das Angebot) werden nun weniger gern verkaufen und ihre Aktien behalten, in der Hoffnung, dass das Unternehmen an Wert gewinnen wird.
  3. Potentielle Käufer werden um so mehr daran interessiert sein, in den Markt reinzugehen.
  4. Das nächste Mal, wenn sich der Preis dem vorherigen Widerstandsniveau nähert, wird es weniger Bären und mehr Bullen als vorher geben.
  5. Dies hat zur Folge, dass nun Preise oberhalb des vorherigen Widerstandsniveaus angesteuert werden und sich möglicherweise ein neuer, bullisher Trend "ausbildet".

Nicht alle Bullen und Bären werden ihre Meinung jedoch geändert haben. Diese Investoren, die bis zum Ausbruch noch passiv an der Außenlinie standen, können der Preisbewegung nach oben nochmals Dynamik verleihen und die neue Tendenz festigen. So funktioniert es:

Short-positionierte Anleger (Leerverkäufer) können Stop-Loss-Orders über dem vorherigen Widerstandsniveau gesetzt haben. Diese Positionen werden - zwecks Verlustbegrenzung - automatisch geschlossen, wenn der Preis über besagtes Resistance Level steigt. Dies schafft noch einmal Kaufkraft - mehr Nachfrage - und schiebt den Markt weiter an.

Kaufinteressenten, die ihre Positionierung von dem bullishen Ausbruch aus der Seitwärtsphase abhängig machen, werden erst dann long gehen, wenn die Aufwärtsbewegung das Wiederstandniveau signifikant hinter sich gelassen hat. Dies steigert die Nachfrage dann noch einmal und treibt die Preise noch höher.

Bedingungen für eine neue Unterstützungsebene

Da der Markt jetzt über das vorherige Widerstandsniveau getrieben worden ist, kann dieses Niveau zukünftig als potentielle Unterstützung dienen.

Ein häufig wiederkehrendes Szenario - nach Ausbruchbewegung - ist der nochmalige "Re-Test" des ehemaligen Widerstandsniveaus, der dann als Unterstützung dient. Die Gründe hierfür könnten sich auf emotionalen Reaktionen basieren:

Marktfurcht
Leerverkäufer, die in der Erwartung einer neuerlichen Gegenbewegung bzw. Preissenkung zuvor eine Position unter dem Widerstandsniveau eröffnet haben, werden ihre Position durch einen Kauf schließen wollen, wenn der Kurs auf dieses Niveau zurückweicht. Damit erleiden sie nur einen kleinen Verlust, anstatt das Risiko einzugehen, dass der Preis wieder Fahrt nach oben annimmt.

Marktgier
Marktteilnehmer, die zuvor long positioniert waren und ihre Gewinne um das Widerstandsniveau realisiert haben, könnten sich - nach Ausbruch und Rückkehr auf das nun als Unterstützung geltende Preisniveau - nun wieder entscheiden in den Markt zurückzukehren. Den neuen Einstieg würden diese Marktaktuere dann so nahe wie möglich an ihrem ursprünglichen Ausgangsniveau suchen.

Beide Beispiele fügen dem Markt neue Nachfrage - also neuen Kaufdruck - hinzu, und treiben die Preise nach oben. Sobald sich die neue Unterstützungsebene etabliert hat, wird es auch wieder eine neue Ebene geben, an dem Kunden ihre Gewinne realisieren und verkaufen wollen.

Das schafft dann ein neues Widerstandsniveau, das wiederum zu  höheren Unterstützungsebenen und weiteren Widerstandsniveaus führt kann (etc).

Um mehr über die Fallstricke des emotionalen Handels zu lernen, lesen Sie unser Häufige Fehler-Modul.