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Masterclass

Marktbreite einfach erklärt: So erkennen Sie gesunde Börsentrends

Ein steigender Index bedeutet nicht automatisch, dass auch der Gesamtmarkt stark ist. Die Marktbreite zeigt, wie viele Aktien eine Kursbewegung tatsächlich unterstützen.

Marktbreite einfach erklärt: Wie stabil ist eine Börsenrally? Quelle: Bloomberg
Marktbreite einfach erklärt: Wie stabil ist eine Börsenrally? Quelle: Bloomberg

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Ein Aktienindex wie der DAX, S&P 500 oder Nasdaq 100 kann steigen, obwohl ein großer Teil seiner Mitglieder bereits fällt. Dafür reichen häufig wenige hoch gewichtete Aktien aus. Die Marktbreite blickt deshalb unter die Oberfläche des Index und zeigt, wie viele Einzelwerte eine Bewegung tatsächlich tragen.

Kurz erklärt:

Die Marktbreite misst, wie viele Aktien an einem Auf- oder Abwärtstrend beteiligt sind. Starke Marktbreite: Viele Aktien steigen gemeinsam mit dem Index. Schwache Marktbreite: Nur wenige Schwergewichte treiben den Index nach oben. Wichtig: Marktbreite ist ein Warn- und Bestätigungsinstrument, aber kein eigenständiges Einstiegssignal.

In der IG Masterclass erklären Salah-Eddine Bouhmidi und Christian Henke, wie Marktbreite-Indikatoren funktionieren und wie sich Divergenzen bei DAX, S&P 500 und Nasdaq erkennen lassen.

Welche Marktbreite-Indikatoren sind wichtig?

Zur Beurteilung der Marktbreite werden verschiedene Indikatoren miteinander kombiniert:

  • Aktien über der 50-Tage-Linie: Zeigt die kurzfristige Verfassung des Marktes.
  • Aktien über der 200-Tage-Linie: Liefert Hinweise auf den übergeordneten Trend.
  • Advance-Decline-Line: Vergleicht die Zahl steigender und fallender Aktien und bildet deren Entwicklung kumuliert ab.
  • Neue 52-Wochen-Hochs und -Tiefs: Zeigt, wie viele Aktien neue langfristige Hoch- oder Tiefpunkte erreichen.

Je mehr dieser Indikatoren eine Indexbewegung bestätigen, desto stabiler ist der zugrunde liegende Trend.

Die wichtigsten Marktbreite-Indikatoren im Überblick

Die wichtigsten Marktbreite-Indikatoren im Überblick Quelle: IG
Die wichtigsten Marktbreite-Indikatoren im Überblick Quelle: IG

Was bedeutet eine Divergenz?

Besonders interessant wird es, wenn sich Index und Marktbreite unterschiedlich entwickeln.

Steigt der Index auf ein neues Hoch, während immer weniger Aktien an der Bewegung beteiligt sind, entsteht eine negative Divergenz. Die Rally verliert unter der Oberfläche an Substanz.

Eine positive Divergenz liegt vor, wenn sich die Marktbreite bereits verbessert, obwohl der Index noch schwach ist. Das kann auf eine beginnende Bodenbildung hindeuten.

Eine Divergenz bedeutet allerdings nicht, dass unmittelbar eine Trendwende bevorsteht. Sie ist vielmehr ein Warnsignal, das gemeinsam mit Charttechnik, Trenddynamik, Sentiment und Risikomanagement betrachtet werden sollte.

Divergenz zwischen Index und Marktbreite als Warnsignal

Positive und negative Divergenz zwischen Aktienindex und Marktbreite Quelle: IG
Positive und negative Divergenz zwischen Aktienindex und Marktbreite Quelle: IG

Wie nutzen wir die Marktbreite in unseren Analysen?

In unseren Marktanalysen prüfen wir regelmäßig, ob eine Bewegung im DAX, S&P 500 oder Nasdaq von einer breiten Mehrheit der Indexmitglieder unterstützt wird.

Dabei unterscheiden wir grundsätzlich drei Situationen:

  • Grün: Die Marktbreite bestätigt den Indextrend.
  • Beobachten: Einzelne Indikatoren zeigen erste Auffälligkeiten.
  • Warnsignal: Mehrere Indikatoren widersprechen der Indexbewegung.

So lässt sich besser beurteilen, ob eine Rally auf einem stabilen Fundament steht oder nur von wenigen großen Aktien getragen wird.

Fazit

Die Marktbreite zeigt, was hinter der reinen Indexbewegung passiert. Sie hilft Anlegern und Tradern, gesunde Trends von zunehmend anfälligen Rallys zu unterscheiden.

Je mehr Aktien eine Bewegung unterstützen, desto stabiler ist der Trend. Laufen Index und Marktbreite dagegen auseinander, ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Morning Report

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