Dynamischer Verschuldungsgrad – eine wichtige Kennzahl für Trader

Der dynamische Verschuldungsgrad bietet Einsicht in die Liquidität und die Bonität eines Unternehmens. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr zur Bedeutung und Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrades.

Was ist der dynamische Verschuldungsgrad?

Der dynamische Verschuldungsgrad ist wichtig, da er anzeigt, ob eine Firma mögliche Finanzierungsprobleme hat. Diese Kennzahl ist sowohl für Banken als auch für Anleger wichtig, da der dynamische Verschuldungsgrad die Liquidität des jeweiligen Unternehmens indiziert.

Einerseits ist der dynamische Verschuldungsgrad für Banken wichtig, da die Bankiers so ein Indiz für die Kreditwürdigkeit des Unternehmens haben, was bei der Vergabe eines Bankkredits der entscheidende Faktor ist. Da der dynamische Verschuldungsgrad einen Einblick dazu liefert, wie viele Jahre ein Unternehmen braucht, um seine Schulden mit dem aktuellen Cashflow zu begleichen. Je schneller ein Unternehmen seine Schulden begleichen kann, desto höher ist die Kreditwürdigkeit.

Auch für Sie als Anleger oder Trader spielt der dynamische Verschuldungsgrad vor allem bei der Fundamentalanalyse eine wichtige Rolle. Bei dieser Analyse ermitteln Sie die finanzielle Stabilität eines Unternehmens und deren Aktien, den Eigenwert einer Aktie und die Faktoren, die den Preis in der Zukunft beeinflussen könnten.

Wie wird also der dynamische Verschuldungsgrad berechnet? Einfach ausgedrückt – es wird das Verhältnis zwischen dem Fremdkapital und dem Cashflow (Eigenkapital) gebildet. Die Formel für die Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrades lautet wie folgt:

Die Kennzahl des dynamischen Verschuldungsgrades wird in Prozent angegeben, daher die Multiplikation mit 100 %. Die Endzahl gibt zudem den dynamischen Verschuldungsgrad auf Jahresbasis an. So deutet ein dynamischer Verschuldungsgrad von 300 % beispielsweise darauf hin, dass ein Unternehmen 3 Jahre braucht, um aus dem Cashflow seine Schulen zu begleichen.

Cashflow ist die Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Die Berechnung ist wie folgt:

Diese Berechnung stellt also die Fehlbeträge oder die Überschüsse der Firmeneinnahme dar. Als Fremdkapital hingegen wird die Summe aller Verbindlichkeiten, die das Unternehmen noch zu bedienen hat, verstanden. Beide Beträge sind aus der jeweiligen Firmenbilanz erhältlich.

Umso niedriger der dynamische Verschuldungsgrad eines Unternehmens, desto höher ist die Liquidität und somit auch die Bonität des Unternehmens. Die Kennzahlen des dynamischen Verschuldungsgrades werden folgendermaßen eingestuft:

  • 100 % – 300 %: sehr guter Wert
  • 300 % – 500 %: guter Wert
  • 500 % – 1100 %: durchschnittlicher Wert
  • Über 1100 %: Schlechter Wert

Es gibt eine zweite Variante der Berechnung des Verschuldungsgrades – die Effektivverschuldungsmethode. Hier ersetzt die Effektivverschuldung das Fremdkapital. Sie wird folgend berechnet:

Dynamischer Verschuldungsgrad – Beispielberechnung

Die beschriebenen Formeln und Konzepte lassen sich jedoch besser anhand eines einfachen Beispiels erklären. Zu diesem Zweck nehmen wir an, dass das fiktive Unternehmen ABCD Verbindlichkeiten, also Fremdkapital in Höhe von 400 Millionen Euro hat.

Unternehmen ABCD hat einen jährlichen Cashflow von 150 Millionen Euro, bei dem die anfallenden Rückstellungen und Abschreibungen konstant verbleiben. Der Cashflowbetrag von 150 Millionen gilt also jährlich als reiner Gewinn.

Dank der Formel „dynamischer Verschuldungsgrad = (Fremdkapital/Cashflow) * 100 %“ würde die Berechnung also so aussehen:

Das Unternehmen ABCD würde also innerhalb von 2,6 Jahren alle Schulden mithilfe des Cashflows begleichen können, sollten alle Faktoren, Rückstellungen und Abschreibungen weiter so verbleiben wie zum jetzigen Zeitpunkt. Prozentual gesehen fällt die Kennzahl des Unternehmens in die Kategorie „sehr gut“, und das Unternehmen ABCD würde somit als krisenfest bezeichnet werden. Aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung würde die Firma zudem als sehr Kreditwürdig gelten.

Es ist allerdings empfehlenswert, den dynamischen Verschuldungsgrad über mehrere Jahre hinweg zu berechnen, um nicht durch hohe Abschreibungen oder hohe Rückstellungen in die Irre geführt zu werden.

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Weshalb ist der dynamische Verschuldungsgrad für Sie als Trader wichtig?

Der dynamische Verschuldungsgrad bietet Banken und Anlegern wichtige Anhaltspunkte dazu, wie krisenfest ein Unternehmen ist, und in welchem Zeit raum das Unternehmen seine Schulden begleichen kann.

Für Aktionäre und Anleger zeigt der dynamische Verschuldungsgrad nicht nur an, wie gut ein Unternehmen seine Schulden mit dem Eigenkapital decken kann, sondern auch, wie wahrscheinlich eine Insolvenz ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz beeinflusst auch die Auszahlung der Dividenden – je wahrscheinlicher die Insolvenz, desto unwahrscheinlicher eine Auszahlung.


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