Die Dow-Theorie erklärt: Was ist sie und was sind ihre Prinzipien?

Charles Dow hat ein Regelsystem aufgestellt, das Händler bei der technischen Analyse ihrer Handelsaktivitäten unterstützen kann. Erfahren Sie, um was es sich bei den Dow-Prinzipien handelt und inwieweit diese für Sie relevant sein können.

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Quelle: Bloomberg

Charles Dow gilt als einer der Urväter der technischen Tradinganalyse. Aus seiner Dow-Theorie leiten Analysten eine ganze Reihe an Lehren ab, welche die Trading-Theorien seit Jahrzehnten prägen. Die Dow-Theorie wurde durch 255 Leitartikel im Wall Street Journal entwickelt, welche von Charles Dow in den Jahren 1851–1902 verfasst wurden.

Während diese von Dow aufgestellten Regeln nie als ein zusammenhängendes Werk betrachtet wurden, können sie die Art und Weise, wie Analysten die Märkte betrachten, erheblich beeinflussen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass sie vor mehr als einem Jahrhundert aufgestellt wurden und Trader heutzutage ihre eigene moderne Interpretation der Regeln einbringen.

Die Prinzipien der Dow-Theorie

1. Der Markt folgt drei Tendenzen

Trendfollower wissen, dass es zu Trends in verschiedenen Zeiträumen kommen kann, bei denen z.B. ein stündlicher Aufwärtstrend von einem Abwärtstrend auf dem Wochenchart diskontiert werden würde. Deshalb ist die Fähigkeit, die Bewegungen in verschiedenen Zeiträumen unterscheiden zu können, essentiell. Nach Dow gibt es drei Marktbewegungen:

  • Primärer Trend/Haupttrend – langfristige Entwicklung. Dow zufolge würde eine solche Entwicklung in einem Zeitraum von weniger als einem Jahr bis zu mehreren Jahren stattfinden. Empfehlenswert wäre es hier jedoch, wenn diese langfristigen Trends aus der Wochen- oder Monatschartansicht betrachtet werden würden.
  • Sekundärer Trend/Medium-Swing/Zwischenreaktion – mittelfristige Entwicklung. Hierunter gilt alles von 10 Tagen bis zu 3 Monaten. Hier wiederum wäre es zu empfehlen, diese Entwicklung aus dem Tages- bzw. Vier-Stunden-Chart zu betrachten.
  • Tertiärer Trend/Short-Swing/untergeordneter Trend – kurzfristige Entwicklung. Die Betrachtung erfolgt über einen Zeitraum von Stunden bis hin zu einem Monat. Der Stundenchart oder sogar Charts mit geringerem Zeitrahmen sind hier dienlich.

2. Trends haben drei Phasen

  • Akkumulationsphase – „Vorausschauende“ Investoren eröffnen oder verlassen aktiv Positionen gegen die aktuelle allgemeine Marktbewertung. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine erheblichen Veränderungen des Aktienkurses, da diese Einschätzungen gegen den eigentlichen Trend gehen und es somit genügend Käufer gibt, die die Verkäufe ausgleichen – und umgekehrt.
  • Partizipationsphase – Sobald der Markt die Einschätzungen der „vorausschauenden“ Investoren aufgreift, ist eine deutlicher Umschwung des Marktes sichtbar, an der auch technisch-agierende Trader mitwirken.
  • Panik – Sobald ersichtlich ist, dass sich wilde Spekulationen durchsetzen, werden die „vorausschauenden“ Investoren beginnen, gegenläufige Positionen einzugehen, da das Ende des Trends bevorsteht.

3. Die Börse diskontiert alle Nachrichten

Diese Regel besagt, dass ein Aktienkurs die zugrunde liegenden Wirtschafts- und Finanzdaten ab dem Zeitpunkt, zu dem sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, widerspiegelt.

4. Die Aktienmärkte müssen sich bestätigen

Zur Hochzeit der Industrialisierung von Dow Jones wurde der Dow-Transportation-Index als Schlüsselindikator für wirtschaftliche Aktivitäten angesehen, was auf der Bedeutung des US-Schienennetzes für die Güterbeförderung im ganzen Land fußte. Aufgrund der im ganzen Land verstreuten Fabriken war zu dieser Zeit der Anstieg oder Rückgang der Auslastung des Schienenverkehrsnetzes wichtiger als heute.

Dennoch ist Dows Idee, die Signale zweier verschiedener Indizes zur Bestätigung einer Tendenz zu beobachten, nach wie vor sehr wertvoll. Anhand dieser beiden Indizes als Beispiel sagte Dow, würde dies bei einer Bewegung beider in die gleiche Richtung ein größeres Vertrauen schaffen als im Vergleich zu Zeiten, in denen es eine Divergenz zwischen beiden gibt. Sinnvoll ist es, nach einer Bestätigung durch das Heranziehen von sowohl höheren Höchstständen als auch höheren Tiefständen zu suchen und so zu prüfen, ob so ein neuer Aufwärtstrend erzeugt wird. Heutzutage mögen Händler vielleicht eher nach wechselhaften Märkten Ausschau halten, aber die Überlegung, in Wechselbeziehung stehende und verwandte Märkte zur Trendbestätigung zu nutzen, bleibt weiterhin wertvoll.

5. Trends werden durch das Volumen bestätigt

Dow sah das Volumen als ein entscheidendes Hilfsmittel, um eine Marktbewegung zu bestätigen oder zu widerlegen.

Wenn in einem Markt ein niedriges Handelsvolumen vorhanden ist, wird angenommen, dahinter stehe eine ganze Reihe möglicher Bedeutungen. Ein Grund kann ein äußerst aggressiver Käufer oder Verkäufer sein, der versucht, den Markt zu bewegen. Wenn es jedoch zu signifikanten Preisbewegungen mit hohem Volumen kam, glaubte Dow, dass sich hieraus eine „echte“ Markteinschätzung ergeben konnte.

6. Trends bestehen bis zur definitiven Umkehr

Die Märkte bewegen sich nicht geradlinig, und da fundamentale Ereignisse für Volatilität sorgen, kommt es zu Phasen, in denen der Trend unter Druck zu geraten scheint.

Dow war jedoch der Meinung, dass der Trend trotz solchen „Markttreibens“ normalerweise entscheidende Akzente setzen wird. Der Trend sollte daher bei solchen sogenannten Retracementbewegungen im Zweifelsfall zu Rate gezogen werden. Dow bietet kein spezifisches Mittel, um festzustellen, ob sich ein Trend umgekehrt hat oder ob er sich lediglich in einer Retracementbewegung befindet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine ganze Reihe von Regeln gibt, die erweitert werden können, um modernen Tradern bei einer Überzahl von verschiedenen Handelsszenarien zur Verfügung zu stehen. Von in Wechselbeziehung stehenden Märkten über den auf Nachrichten basierenden Handel bis hin zum Erkennen von Markttrends – die Theorien von Dow sind die Grundlage der meisten technischen Analysekurse weltweit. Dafür zu sorgen, dass ein Händler eine solide Kenntnis dieser Regeln hat, trägt dazu bei, sicherzustellen, dass das weiterführende Lernen durch Dows Prinzipien geprägt wird.

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