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Rohstoffe

Kakaopreis vor Weihnachten: Drei Faktoren stützen die Erholung

Eine anziehende Nachfrage, Wetterrisiken in Westafrika und ein historisch freundliches saisonales Zeitfenster unterstützen den Kakaopreis. Auch die Barry-Callebaut-Aktie zeigt Stärke. Charttechnisch steht die Erholung allerdings vor einer wichtigen Hürde.

Kakaopreis vor Weihnachten: Drei Faktoren stützen die Erholung Quelle: Bloomberg

Written by

Salah-Eddine Bouhmidi

Salah-Eddine Bouhmidi

Head of Markets bei IG Europe

Veröffentlicht am

Kakaonachfrage zieht an – Barry Callebaut führt Gewinnerliste an

Im Kakaosektor kommt Bewegung auf: Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut AG führte am Donnerstag mit einem Kursplus von 7,7 Prozent unsere Auswertung von 1.114 Aktien aus S&P 500, STOXX 600, DAX, Dow Jones und Nasdaq 100 an.

Ein positives Branchensignal liefern die europäischen Kakaovermahlungen. Sie stiegen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf 348.215 Tonnen. Die höhere Verarbeitung deutet auf eine Belebung der industriellen Nachfrage hin. Über die ersten neun Monate liegt das Volumen allerdings noch 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Erholung muss sich somit weiter festigen.

Für Barry Callebaut kann eine stärkere Nachfrage höhere Absatzmengen begünstigen. Steigende Kakaopreise erhöhen zugleich den Finanzierungsbedarf für Rohstoffe. Aktie und Rohstoff profitieren deshalb nicht automatisch von denselben Entwicklungen.

Barry Callebaut führt die Gewinnerliste an – Aktienperformance am 15. Oktober 2026.

Größten Gewinner war Barry Callebaut Quelle: IG
Größten Gewinner war Barry Callebaut Quelle: IG

El Niño und Ernterisiken können den Kakaopreis stützen

Auf der Angebotsseite bleibt das Wetter entscheidend. Die US-Wetterbehörde NOAA erwartet, dass sich El Niño bis zum Jahresende weiter verstärkt. Für den Kakaomarkt erhöht dies die Sorge vor ungünstigen Anbaubedingungen. StoneX verweist bereits auf Belastungen der westafrikanischen Haupternte durch unregelmäßige Niederschläge.

Erwartete Ernterückgänge in der Elfenbeinküste und Ghana könnten das Angebot verknappen. Kurzfristig kommen starke Regenfälle hinzu, die Erntearbeiten und Lieferungen zu den Häfen behindern. Allerdings wirken gestiegene ICE-Lagerbestände einer schnellen Verknappung entgegen. Entscheidend ist, wie stark die tatsächlichen Erntemengen hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Kakao-Saisonalität: 70 Prozent positive Jahre bis Mitte Dezember

Passend zur vorweihnachtlichen Naschsaison beginnt für Kakao ein historisch freundliches Zeitfenster. In der vorliegenden Auswertung der Jahre 2006 bis 2025 stieg der Preis zwischen dem 13. Oktober und dem 13. Dezember in 14 von 20 Jahren.

Das entspricht einer historischen Trefferquote von 70 Prozent. Der durchschnittliche Zuwachs über sämtliche untersuchten Jahre betrug 4,17 Prozent. Die sechs Verlustjahre zeigen jedoch, dass auch in diesem Zeitfenster Rückschläge möglich sind. Einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschäft belegt die Statistik allein nicht.

Kakao-Saisonalität: Historisch freundliches Zeitfenster von Oktober bis Dezember

Kakao-Saisonalität: 70 Prozent positive Jahre bis Mitte Dezember Quelle: Seasonax
Kakao-Saisonalität: 70 Prozent positive Jahre bis Mitte Dezember Quelle: Seasonax

Kakaopreis: 6.100 US-Dollar je Tonne bleiben die Schlüsselmarke

Im  IG-Tageschart notiert New York Kakao zum Aufnahmezeitpunkt bei rund 5.836 US-Dollar je Tonne. Die Käufer haben den Bereich um den steigenden 100-Tage-EMA bei etwa 5.450 US-Dollar zuletzt wiederholt verteidigt. Darunter liegt eine wichtige Unterstützung bei ungefähr 5.250 US-Dollar je Tonne.

Auf der Oberseite begrenzt die Zone um 6.100 US-Dollar die jüngste Erholung. Ein bestätigter Ausbruch könnte Potenzial bis etwa 6.450 US-Dollar und anschließend 6.600 US-Dollar je Tonne eröffnen. Unterhalb von 5.250 US-Dollar würde sich das Chartbild dagegen deutlich eintrüben.

New York Kakao im Tageschart: Erholung über dem 100-Tage-EMA, Widerstand bei 6.100 US-Dollar

Kakao-Chartanalyse: Rund 6.100 US-Dollar bleiben die Schlüsselmarke Quelle: IG
Kakao-Chartanalyse: Rund 6.100 US-Dollar bleiben die Schlüsselmarke Quelle: IG

Kakaopreis: Mögliche Long- und Short-Setups

Szenario Voraussetzung Mögliche Ziele Szenario verliert an Gültigkeit
Long: Ausbruch Tagesschluss über 6.100 und anschließende Bestätigung als Unterstützung 6.450, danach 6.600 Rückfall unter die Ausbruchszone
Short: Unterstützungsbruch Tagesschluss unter 5.250 und erfolgloser Rückeroberungsversuch 4.750, bei anhaltender Schwäche 4.100 Rückkehr über 5.250; deutlich entschärft oberhalb von 5.450

 

Kakaopreis (New York): Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre 

Kakao: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG
Kakao: Entwicklung fünf Jahre Quelle: IG

Important to know

Hinweis: Frühere Wertentwicklungen oder Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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