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OPV – KI – Blase

Befinden wir uns vor einer neuen Technologieblase? Der Boom der KI-Börsengänge beschleunigt sich

Die geplanten Börsengänge von OpenAI, Anthropic und SpaceX stellen die Wall Street auf die Probe

Written by

Sergio Ávila

Sergio Ávila

Senior Analyst bei IG Spanien

Veröffentlicht am

Künstliche Intelligenz hat sich von einem technologischen Trend zum wichtigsten Narrativ an den Finanzmärkten entwickelt. Die Aussicht, dass Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und SpaceX an die Börse gehen, befeuert nun eine Debatte, die unweigerlich an eines der bekanntesten Kapitel der Börsengeschichte erinnert: die Dotcom-Blase.

Die Frage lautet längst nicht mehr, ob künstliche Intelligenz die Wirtschaft verändern wird. Die meisten Investoren gehen davon aus. Die eigentliche Frage ist, wie viel zukünftiges Wachstum der Markt bereits in den aktuellen Bewertungen eingepreist hat.

Die Zahlen verdeutlichen die Dimension des Phänomens. Die privaten Bewertungen von OpenAI, Anthropic und SpaceX haben ein Niveau erreicht, das noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. Sollten diese Unternehmen in den kommenden Monaten tatsächlich an die Wall Street kommen, wie es insbesondere für SpaceX erwartet wird, könnten sie einige der größten Börsengänge aller Zeiten hervorbringen.

Der Vergleich mit der Technologieblase der späten 1990er-Jahre drängt sich auf. Damals setzten Investoren auf das Internet als wirtschaftliche Revolution. Sie lagen mit ihrer Einschätzung der Technologie richtig, doch viele Bewertungen erwiesen sich als nicht haltbar, als die ersten geschäftlichen Enttäuschungen eintraten.

Die künstliche Intelligenz weist einige Parallelen zu dieser Zeit auf. Es gibt enorme Wachstumserwartungen, große Kapitalzuflüsse, anspruchsvolle Bewertungen und eine immer stärkere Konzentration des Anlegerinteresses auf eine kleine Gruppe von Technologieunternehmen.

Gleichzeitig bestehen wichtige Unterschiede. Anders als viele Dotcom-Unternehmen verfügen die großen KI-Firmen über reale Infrastrukturen, erzielen bedeutende Umsätze und arbeiten mit erstklassigen Unternehmenskunden zusammen. Zudem investieren Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und die Entwicklung fortschrittlicher Modelle.

Das beseitigt die Risiken jedoch nicht. Eines der größten besteht darin, dass die Erwartungen schneller wachsen als die tatsächlichen Gewinne. Erreicht ein Unternehmen außergewöhnliche Bewertungen, kann bereits eine Verlangsamung des Wachstums zu starken Kurskorrekturen führen.

Ein weiterer Faktor, der Sorgen bereitet, ist die Konzentration. Künstliche Intelligenz macht bereits einen immer größeren Anteil am US-Aktienmarkt aus. Sollten OpenAI, Anthropic und SpaceX mit gigantischen Bewertungen in die großen Indizes aufgenommen werden, könnte die Abhängigkeit des Nasdaq von wenigen Unternehmen noch weiter steigen.

Für Investoren besteht die Herausforderung darin, zwischen der Qualität eines Geschäftsmodells und der Markteuphorie zu unterscheiden. Ein Unternehmen kann eine technologische Revolution anführen und gleichzeitig eine schlechte Investition sein, wenn die Aktie zu einem überhöhten Preis gekauft wird.

Die Finanzgeschichte zeigt, dass große Innovationen häufig Phasen extremer Begeisterung durchlaufen. Das war bei den Eisenbahnen, beim Internet und bei Mobiltelefonen der Fall. Die künstliche Intelligenz könnte einem ähnlichen Muster folgen.

Deshalb lautet die entscheidende Frage möglicherweise nicht, ob eine Blase existiert, sondern wie viel reales Wachstum diese Unternehmen im kommenden Jahrzehnt erzielen können, um die Bewertungen zu rechtfertigen, die der Markt heute bereit ist zu zahlen.

Die Wall Street bereitet sich darauf vor, diese Antwort zu erhalten. Die künftigen Börsengänge von OpenAI, Anthropic und SpaceX könnten zum entscheidenden Test werden, um zu beurteilen, ob wir am Beginn einer neuen technologischen Ära stehen oder uns in einer Phase spekulativer Übertreibung befinden.

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