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Einen Handelsplan entwickeln

Einen Handelsplan entwerfen

Ein Handelsplan lässt sich Ihrem persönlichen Handelsstil anpassen. Dabei brauchen Sie lediglich jene Elemente hinzufügen bzw. verwenden, die Sie für nützlich erachten. Folgende Bausteine sollten bei der Entwicklung eines Handelsplans jedoch berücksichtigen werden. 

Sie können das 'Trading Tagebuch' in der 'Märkte' Sektion verwenden, um Ihre Strategie bzgl. eines Trades und Entwicklung der offen Marktposition fortlaufend festzuhalten. Hier sind Sie in der Lage bei jeder Eröffnung, Schließung und Änderung einer Position, entsprechende Notizen und Charts hinzuzufügen. 

Das Trading Tagebuch finden Sie unter der Registerkarte "Märkte" am oberen Rand der Seite.

1. Lernen Sie Sich als Trader kennen

Zuerst sollten Sie diesen Satz fortführen können: „Ich möchte ein erfolgreicher Händler sein, weil... “

Zweitens sollten Sie ehrlich Ihre Stärken und Schwächen beurteilen, insbesondere im Hinblick auf den Handel, aber auch im Hinblick auf persönliche Wesenszüge, die Ihren Handel beeinflussen könnten.

 

2. Definieren und verstehen Sie Ihre Handelsziele

Die Definition der Handelsziele ist einer der wichtigsten Schritte in der Entwicklung eines Handelsplans. Dieser wesentliche Punkt wird jedoch häufig vernachlässigt.

Sie sollten versuchen, Ihre Ziele so genau wie möglich zu spezifizieren, sowohl im Hinblick auf die Rendite als auch auf den Zeitrahmen. Nur wenn Sie Ihre Ziele definieren und beziffern bzw. quantifizieren, können Sie feststellen, inwieweit Sie diese erreicht haben.

Die meisten Handelspläne schlagen vor, dass Sie detaillierte Handelsziele für den Tag, die Woche, den Monat, das halbe Jahr, das ganze Jahr und für Ihr Leben definieren.

Es erscheint Ihnen vielleicht kaum realistisch, ein tägliches Handelsziel festzulegen, oder gar unmöglich und sinnlos, zu versuchen, ein lebenslanges Handelsziel zu definieren. Aber wichtiger, und letztendlich vorteilhafter als das eigentliche Ergebnis ist die Denkweise im Bezug auf diese Ziele - sich also konkret mit Ihren Zielen auseinanderzusetzen und daraus eine mögliche Strategie abzuleiten.

 
 

3. Finden Sie heraus, welcher Handelsstil zu Ihnen passt 

Wenn Sie an den Finanzmärkten handeln möchten, haben Sie mehrere Strategie-Optionen. Ist Ihr Anlagehorizont kurz- oder langfristig? Defensiv oder offensiv? Konservativ oder Spekulativ? Sind Sie News-Trader, Position-Trader, Swing-Trader oder Scalper etc ...? Oder halten Sie es eher mit 'buy and hold'? 

Manche bleiben lieber bei einer einzigen Handelsmethode, andere haben erfolgreich mehrere Handelsarten im selben Plan vereint. Egal wofür Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass Sie Ihre Optionen im Vorfeld kennen und sich im Zuge Ihres Handelsplans für ein bestimmtes System entscheiden.

Natürlich können Sie Ihren Handelsplan auf lange Sicht auch anpassen. Es ist geradezu das Ziel diesen 'step by step' zu optimieren. Was Sie aber in jedem Fall vermeiden sollten, ist aus einer Laune heraus eine neue Art von Handelskonzept auszuprobieren, ohne zu überprüfen, ob dieses überhaupt zu Ihrem Handelsstil passt.

4. Identifizieren Sie die, für Sie, geeigneten Märkte und Handelszeiten

Genauso, wie Sie herausfinden sollten, welcher Handelstyp am geeignetesten für Sie ausfällt, sollten Sie auch die Märkte identifizieren, die am besten zu Ihnen passen.

Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Kenntnisstand, über den Sie für eine bestimmte Anlageklassen verfügen (seien es Aktien, Rohstoffe, Indizes, Währungen, Anleihen) und die korrelierenden Faktoren, die diese Märkte beeinflussen. Je mehr Sie wissen und sich für das Thema interessieren, desto mehr Nutzen können Sie daraus für Ihren Handel ziehen.

Als aktiver Trader sollten Sie darüber hinaus in der Lage sein, zeitnah agieren zu können. Sprich: den Märkten Ihrer Wahl zu den relevanten Kern-Handelszeiten auch die volle Aufmerksamkeit schenken können.

5. Erstellen Sie Ihr persönliches Handelssystem

Ein Handelssystem wendet ein Regelset an, aus dem sich Ihr Trading ableitet. So wird das Handeln fast zu einem automatisierten Prozess. Sie entscheiden also, ob Sie eher mechanisches Handeln innerhalb eines festen Regelsystems bevorzugen, das Sie bei allen Handelsentscheidungen leitet; oder ob Sie lieber diskretionär vorgehen und Entscheidungen von Fall zu Fall treffen.

Wenn Sie ein Handelssystem verwenden wollen, sollte es Folgendes beinhalten:

Bedingungen - sprich die übergeordneten Kriterien, die Sie in einem Markt suchen und von denen Sie sich einen erfolgreichen Handel versprechen. Es kann nützlich sein, eine klare Vorstellung von den Bedingungen zu haben, nach denen Sie Ihr Trading ausrichten - wie zum Beispiel höhere Höchstkurse, tiefere Tiefstkurse, gleitende Durchschnitte, fundamentale Kennzahlen, marktspezifische Rahmenbedingungen etc ...  

Auslöser - sprich die konkreten Kurs- bzw. Preis-Konstellationen, zu denen Sie ein- oder auch austeigen möchten - bspw. wenn der Markt ein neues Hoch oder ein neues Tief markiert, sich gleitende Durchschnitte kreuzen, bestimmte Support- oder Resistance Levels über- oder unterschritten werden, Indikatoren auf überkauft oder -verkauft verweisen etc ...

6. Zu wissen, was Sie riskieren möchten

Risiko-Management ist möglicherweise der wichtigste Bestandteil eines Handelsplans. Techniken zum Risikomanagement finden Sie in unserem Modul Risikomanagement.

Aus der Sicht des Handelsplans ist es wichtig, dass Sie Ihr Geld und Ihre Risiko-Management-Regeln berücksichtigen, sie so definieren, dass sie zu Ihrem Handelsstil passen, und sich in guten wie in schlechten Handelszeiten stringent an sie halten.

So sollten Sie sich innerhalb Ihres Handelsplans folgende Fragen beantworten können: 

Welchen Anteil meines Depot-Kapitals bin ich bereit für einen Trade zu riskieren? Welche Stückzahl kann, daraus resultierend, maximal positioniert werden? Was ist die maximale Exposition, der ich mich mit meinem Account aussetze?

7. Entscheiden Sie sich, wie Sie Ihren Handel verwalten möchten

Dieser Teil des Handelsplans befasst sich mit Ihren offenen Positionen. Hier sind Sie möglicherweise am anfälligsten für emotionale Reaktionen - Sie sehen, wie der Markt abfällt und wollen Ihre Verluste reduzieren, oder es läuft gut am Markt und Sie sehen sich versucht, Ihre Position noch länger zu halten oder gar auszubauen.

In diesen emotional geladenen Situationen ist es sehr wichtig, schon eine Strategie parat zu haben, auf die Sie zurückgreifen können. Innerhalb Ihres zuvor konzipierten Handelskonzepts haben Sie für diesen Fall ganz klare Austiegskriterien definiert, an die Sie sich nun halten können.

8. Wissen, wie Sie Ihren Handel protokollieren möchten

Es ist bemerkenswert, wie oft dieser Aspekt des Handelsplans außer Acht gelassen wird, vor allem, weil es ein wirkungsvolles Lern-Instrument ist. Wenn Sie regelmäßig ein Dokument mit all Ihren Handelstätigkeiten aktualisieren, inklusive Einzelheiten, ob und warum diese erfolgreich waren oder nicht, können Sie daraus nur für die Zukunft lernen und Ihr Trading fortwährend optimieren.

Ein einfaches Arbeitsblatt ist alles, was Sie brauchen. Eine Kommentarspalte ist darüber hinaus besonders nützlich. Schreiben Sie alles auf: wie gut Sie sich an Ihre Strategie gehalten haben, was funktioniert hat und was nicht. Wie Sie sich an diesem Tag oder zu dieser Zeit gefühlt haben, welche Faktoren zum Erfolg oder Mißerfolg geführt haben.

Sie werden positiv überrascht, welche Kniffe und Methoden es gibt, potentielle Trends und Umkehrbewegungen, unter bestimmten, wiederkehrenden Rahmenbedingungen, zu identifizieren, um diese bei zukünftigen Handelstätigkeiten wieder einsetzen zu können.

9. Testen Sie Ihr System

Sie können ein, auf bestimmte Einstiegs- und Ausstiegs-Kriterien basiertes Handelssystem auch auf der Grundlage historischer Daten testen (sog. Backtest). Der daraus resultiernde Report gibt Ihnen detailliert Auskunft, wie erfolgreich Ihr Handelssystem innerhalb einer bestimmten Anlageklasse oder eines expliziten Underlyings in einem bestimmten Zeitraum in der Vergangenheit funktioniert hat und ob es neueren Bewegungen auf dem Markt standgehalten hätte. Dies können Sie manuell machen, oder aber über ein Backtesting-Modul, wie es IG innerhalb seiner ProRealTime-Charts anbietet.

Eine andere Option zum Testen, ist ein Demokonto, wie es von manchen Finanzdienstleistern angeboten wird. Je nach Dienstleister und den angebotenen Handelsmöglichkeiten können Sie einen Account mit imaginären Depotkapital (Spielgeld) anlegen und Ihre Handelsstrategie für eine begrenzte Zeit anwenden, um die Funktionsfähigkeit zu testen - so auch bei IG.