Was sind Staatsanleihen?

Erfahren Sie alles über Staatsanleihen, ihre Definition, wie sie funktionieren und weshalb sie Kursschwankungen unterliegen.

Eine Staatsanleihe ist eine Art von Schuldinvestition, bei der man Geld für einen bestimmten Zeitraum und zu einem festen Zinssatz an staatliche Institutionen verleiht. Staatliche Institutionen verwenden Anleihen um Gelder für neue Projekte oder Infrastruktur aufzubringen, wohingegen Investoren wiederum eine feste Rendite in regulären Intervallen erzielen können.

Wie funktionieren Staatsanleihen?

Wenn Sie Staatsanleihen kaufen, verleihen Sie für einen bestimmten Zeitraum Geld an staatliche Institutionen. Im Gegenzug werden diese Ihnen in regelmäßigen Abständen einen festgelegten Zinssatz zurückzahlen, sogenannte Kupons. Dies macht aus Anleihen einen Anlagegegenstand.

Erlischt die Anleihe einmal, kehren Sie zu Ihrer ursprünglichen Investition zurück. Der Tag, an dem Sie Ihre ursprüngliche Investition zurückerhalten, gilt als Laufzeitende. Verschiedene Arten von Anleihen haben auch verschiedene Laufzeiten bzw. Fälligkeitsdaten - entscheiden Sie sich dazu, eine Anleihe zu kaufen, kann es eine mit 1-jähriger Laufzeit, oder auch 30-jähriger Laufzeit sein.

Ein Beispiel für Staatsanleihen

Nehmen wir an, Sie investieren 10.000 € in eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren mit einem Kupon von 5%. Jedes Jahr wird der Staat Ihnen 5% Ihrer 10.000 € in Zinsen zahlen. Zum Ende der Laufzeit erhalten Sie dann die investierten 10.000 € zurück.

Verschiedene Typen von Staatsanleihen

Die Terminologie rund um das Thema Anleihen lässt dieses viel komplizierter erscheinen, als sie in Wirklichkeit ist. Das passiert primär, weil jedes Land, das eine Anleihe ausstellt, einen anderen Begriff dafür einsetzt.

Britische Staatsanleihen, zum Beispiel, werden Gilts genannt. Die Laufzeit eines Gilts wird in der Regel im Namen selbst erwähnt. Ein Gilt mit zweijähriger Laufzeit wird somit 2-Jahres-Gilt genannt.

Inzwischen werden Anleihen in den Vereinigten Staaten als Bundesanleihen angesehen. Bundesanleihen werden, abhängig von Ihrer Laufzeit, in drei verschiedenen Kategorien angeboten:

  • Schatzanweisungen (Treasury Bills, oder T-Bills genannt) haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.
  • Banknoten (sog. Treasury Notes, oder T-Notes) können eine Laufzeit von 1-10 Jahren haben. 
  • Schatzanweisungen haben hingegen eine Laufzeit von über 10 Jahren. 

Andere Länder verwenden unterschiedliche Namen für Ihre Anleihen - sollten Sie also Staatsanleihen in anderen Ländern als in den USA oder Großbritannien handeln wollen, empfiehlt es sich zuvor über die einzelnen Märkte zu informieren. 

Indexierte Anleihen

Selbstverständlich können Sie auch Staatsanleihen erwerben, die keine festen Kupons haben. Stattdessen bewegt sich die Verzinsung entlang der Inflationsrate. In Großbritannien gilt diese Art von Anleihe als sogenannte Indexierte Anleihe, dessen Kupon dem Einzelhandelspreisindex (RPI) folgt. Das amerikanische Gegenstück dieser Anleihe nennt sich TIPS (Treasury Inflation-Protected Security), oder auch inflationsgeschätztes Wertpapier. 

Kauf und Verkauf von Staatsanleihen

Genau wie Aktien, können Staatsanleihen als Investition gelten, oder über den freien Markt an andere Trader verkauft werden. 

In Anlehnung an das oben genannte Beispiel, nehmen wir an, Ihre 10-Jahres-Anleihe befindet sich in der Halbzeit ihrer Laufzeit, und Sie haben woanders eine bessere Investition erkannt. Sie möchten Ihre Anleihe einem anderen Trader verkaufen, allerdings erscheint Ihr 5%-Kupon nun aufgrund neuer Anlagemöglichkeiten weit weniger attraktiv als zuvor. Um das dadurch entstandene Defizit auszugleichen, können Sie Ihre Anleihe für weniger, als den zuvor investierten Betrag von 10.000 € verkaufen. 

Ein Investor, der die Anleihe kauft, erhält noch immer den gleich Kupon-Satz von 5%. Allerdings steigt in diesem Fall die erreichte Rendite, da der Käufer den Kupon für einen niedrigeren Preis erworben hat.

Eine Anleihe mit dem gleichen Preis wie ihr Ausgabebetrag wird zu par gehandelt (sog. Par-Anleihe, oder Par-Bond) - fällt der Kurs unter par wird zu einem Abschlag gehandelt und gilt somit als Discount-Anleihe. Steigt der Kurs über par, wird die Anleihe zu einem Bonus gehandelt.

Welche Faktoren beeinträchtigen den Preis von Staatsanleihen?

Angebot und Nachfrage

Wie bei jeder finanziellen Anlage werden die Preise durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage diktiert. Das Angebot von Staatsanleihen wird von jedem Staat individuell festgelegt. Neue Anleihen werden bei erkanntem Bedarf neu herausgegeben. Die Nachfrage für Anleihen hängt von der Attraktivität einer Investition ab.

Zinssätze können einen bedeutenden Einfluss auf die Nachfrage nach Anleihen. Sind die Zinssätze niedriger als der Kupon einer Anleihe, steigt die Nachfrage nach dieser Anleihe, da sie folglich als noch bessere Investition angesehen wird. Sollten die Zinssätze jedoch über den Kupon-Satz der Anleihe steigen, fällt automatisch auch die Nachfrage.

Wie nah ist die Anleihe dem Ende ihrer Laufzeit?

Die Kurse neu aufgelegter Staatsanleihen werden immer an aktuelle Zinssätzen angelehnt, was bedeutet, dass Anleihen in der Regel zu, oder zumindest sehr nah am Par-Kurs gehandelt werden. Zum Laufzeitende bleibt also lediglich die Auszahlung des ursprünglichen Wertes der Anleihe, sodass der tatsächliche Wert der dieser gen Par-Kurs wandert.

Die Anzahl der Zinssätze, die vor dem Ablauf der Laufzeit beglichen wurden, spielt ebenfalls eine Rolle in der Kursgestaltung der Anleihe.

Bonität

Staatsanleihen werden in der Regel als Investitionen mit geringem Risiko betrachtet, da die Wahrscheinlichkeit eines Versäumnisses der Darlehenszahlung seitens eines Staates als außerordentlich niedrig gilt. Trotzdem kann ein Zahlungsverzug jederzeit vorkommen und eine riskante Anleihe wird generell zu einem niedrigeren Kurs, mit einem niedrigeren Zinssatz gehandelt.

Die am häufigsten verwendete Herangehensweise der Bonitätsbewertung eines Staates ist das Anfragen eines Ratings bei einer der drei großen Ratingagenturen Standard and Poor's, Moody's oder Fitch. 

Risiken im Handel mit Staatsanleihen

Investoren werden Ihnen wahrscheinlich sagen Anleihen seien eine risikofreie Investition. Da ein Staat immer mehr Geld drucken kann um seine Schulden zu tilgen, erhalten Sie in der Theorie immer Ihre investierte Einlage zurück wenn die Anleihe am Ende Ihrer Laufzeit angekommen ist. 

Tatsächlich sieht das in der Realität allerdings ganz anders aus. Wie sich an der Schuldenkrise in Griechenland erkennen ließ, ist ein Staat nicht immer im Stande mehr Kapital zu produzieren. Und auch wenn das doch möglich sein sollte, bedeutet das nicht automatisch die Verhinderung eines Zahlungsverzugs für Darlehen und Anleihen. 

Neben dem Kreditrisiko gibt es allerdings einige weitere Faktoren und potenzielle Fallstricke, die bei einer Investition in Staatsanleihen berücksichtigt werden müssen. Das bezieht sich auf Schwankungen der Zinssätze selbst, einer steigenden Inflationsrate, oder einem potenziellen Währungsrisiko. 

Was ist Zinsänderungsrisiko?

Zinsänderungsrisiko beschreibt das Potenzial einer drastischen Veränderung des Zinssatzes, das den Wert Ihrer Anleihe auf einen Schlag fallen lässt. Es handelt sich dabei um potenziell steigende Zinssätze für Ersatzkosten, die durch die anhaltende Beteiligung an einer Anleihe hervorgerufen wird, trotz aufkommender Renditemöglichkeiten in anderen Märkten und Produkten. 

Was ist Inflationsrisiko?

Inflationsrisiko beschreibt wiederum das Szenario einer drastisch steigenden Inflation, die den Wert Ihrer Anleihe auf einen Schlag fallen lässt. Steigt die Inflationsrate über den Wert des Kupons, verliert Ihre Investition an Stärke und Sie erleiden folglich einen Verlust Ihres Kapitals. Indexierte Anleihen können Ihnen dabei helfen dieses Risiko entsprechend zu minimieren.

Was ist Währungsrisiko?

Ein Währungsrisiko trifft nur dann zu, wenn Sie eine Staatsanleihe erwerben, die Ihnen Ihre Mittel in einer anderen Währung auszahlt, als in Ihrer Referenzwährung. Sollten Sie eine solche Anleihe besitzen, riskieren Sie es, bei schwankenden Wechselkursen einen Einbruch Ihrer Geldmittel zu erleben.

Wie starte ich mit Staatsanleihen?

Wenn ein Staat anfängt Anleihen herauszugeben, findet dies in der Regel im Rahmen einer Auktion statt, wo Anleihen folglich von großen Banken oder Finanzinstitutionen erworben werden. Diese Institutionen verkaufen Anleihen dann weiter, oft auch an Pensionsfonds, andere Banken, oder auch individuelle Investoren. Manchmal verkauft der Staat Anleihen auch direkt an individuelle Investoren.

Ersatzweise gibt es aber auch zwei andere Wege um auf Staatsanleihen zu spekulieren. CFD-Trading ermöglicht Ihnen mit einem Hebel auf schwankende Anleihekurse zu spekulieren, ohne die Anleihen dabei physisch erwerben zu müssen. Erfahren Sie mehr über Staatsanleihen-ETFs.

Börsengehandelte Staatsanleihen sind Fonds, die die Kurse von festverzinslichen Wertpapieren verfolgen können. Sie bieten alle Vorteile einer Staatsanleihe, allerdings mit zusätzlicher Liquidität und Transparenz.

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