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Planung und Risikomanagement

Lektion 2 von 8

Entwickeln eines Trading-Plans

Entwickeln eines Trading-Plans

Jeder Trading-Plan ist persönlich und einzigartig, sodass es für die Entwicklung des perfekten Plans keine feste Formel gibt. In den meisten Plänen sollten zu einem gewissen Grad folgende Punkte angesprochen werden:

Motivation

Warum möchten Sie mit Wertpapieren handeln? Geht es Ihnen um das Geld oder um den Nervenkitzel oder möchten Sie einfach mehr darüber erfahren, wie die Finanzmärkte funktionieren? Was auch immer Ihre Beweggründe sein mögen, Sie sollten sie aufschreiben, denn die Motivation stellt einen wesentlichen Teil Ihrer Persönlichkeit als Händler dar.

Zeitaufwand

Bevor Sie sich in das echte Handelsgeschehen stürzen, sollten Sie für sich bestimmen, wie viel Zeit Sie den damit verbundenen Aktivitäten widmen können. Personen, die eine große Anzahl von Geschäften pro Tag abwickeln möchten, benötigen beispielsweise viel mehr Zeit für ihre Handelsaktivitäten als Anleger, die Vermögenswerte erwerben möchten, die sich erst in mehreren Jahre rentieren.

Außerdem ist es unerlässlich, ausreichend Zeit für die Vorbereitung Ihrer Handelsaktivitäten aufzubringen. Hierzu zählen u. a. Weiterbildung, Ausprobieren Ihrer Strategien und Analysieren der Märkte.

Handelsziele

Wenn Sie Ihre Motivation für die Handelsaktivitäten und die Zeit ermittelt haben, die Sie dafür erübrigen möchten, können Sie darangehen, Ihre Handelsziele zu bestimmen. Dabei sollten Sie sich nicht auf allgemeine Aussagen beschränken, wie beispielsweise, dass Sie sich von Ihren Gewinnen ein großes Haus oder eine Yacht kaufen möchten. Effektive Handelsziele müssen spezifisch, messbar, ausführbar, relevant und termingebunden sein. Mit einem Wort, sie müssen SMART sein:

Übung

Welche der folgenden Aussagen gibt ein SMART-Ziel an?
  • a "Ich möchte den Wert meines Portfolios in den nächsten zwölf Monaten um 10 % steigern"
  • b "Ich möchte schnell reich werden"

Richtig

Falsch

Die erste Aussage gibt ein SMART-Ziel an:
  • Die Zahlen sind spezifisch
  • Sie können Ihren Erfolg messen
  • Es ist ausführbar, vorausgesetzt Sie verfügen über ausreichendes Anfangskapital
  • Es geht um Kauf und Verkauf, daher ist es relevant
  • Es gibt einen expliziten Zeitrahmen, es ist also termingebunden
Prüfen

Risikoverhalten

Marktpreise sind ständig Änderungen unterworfen und selbst die sichersten Finanzinstrumente bergen ein gewisses Risiko. Eine Investition, die von einer Person als aufregende Chance wahrgenommen wird, kann von einer anderen als gefährlich und belastend erachtet werden. Bevor Sie also mit Ihren Handelsaktivitäten beginnen, sollten Sie sich unbedingt vor Augen halten, welches Risiko Sie eingehen möchten. Und dies gilt sowohl für jedes einzelne Handelsgeschäft als auch in Bezug auf Ihre Handelsstrategie insgesamt.

Ihre Einstellung gegenüber Risiken entspricht normalerweise Ihren Handelszielen. So kann beispielsweise ein Händler, der pro Jahr Erträge in Höhe von 100 % erzielen möchte, durchaus gewillt sein, zur Erreichung seines Ziels ein höheres Risiko einzugehen. Ein eher konservativ eingestellter Anleger hingegen möchte nur einen kleinen Teil seines Anlagekapitals einsetzen, um ein bescheidenes Wachstum von jährlich 10 % zu realisieren.

Kapital für Handelsaktivitäten

Wenden wir uns nun ernsteren Dingen zu – der Frage des Geldes. Konkret geht es um Ihr Geld und wie viel davon Sie für Handelsaktivitäten einsetzen können. Dies ist Ihr Kapital für Handelsaktivitäten.

Eigentlich sollte dies selbstverständlich sein, aber es ist unerlässlich, dass Sie nicht mehr riskieren, als Sie bereit sind, als Verlust zu tragen.

Zwar handelt niemand, um Geld zu verlieren, Sie sollten sich aber bewusst sein, dass einige Händler am Ende ihr gesamtes Kapital und noch einiges an Geldern darüber hinaus verloren haben. Sie müssen bei jedem Handelsgeschäft sicherstellen, dass Sie den maximalen potenziellen Verlust auch verkraften können. Stellen Sie daher vor jedem Eröffnen einer Position die notwendigen Berechnungen an. Und wenn Sie derzeit nicht über ausreichende Mittel verfügen, üben Sie sich im Handeln mit einem Demokonto, bis Sie das nötige Kapital beschafft haben.

Märkte für Handelsaktivitäten

Wie wählen Sie angesichts so vieler Märkte, die Ihnen offen stehen, den richtigen Markt für den Anfang aus?

Recherche ist ein unverzichtbarer Teil des Handels. So ist es sinnvoll, zunächst die Märkte zu betrachten, für die Sie sich besonders interessieren. Wenn Sie ohnehin gern technologische Trends oder Einzelhandelsunternehmen verfolgen, ist es wahrscheinlich nur natürlich, wenn Sie mit Aktien in diesen Branchen handeln und nicht mit Waren wie Mais oder Rindern spekulieren.

Weitere wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen:

  • Handelszeiten – Wann ist der Handelsplatz geöffnet?
  • Volatilität – Um wie viele Punkte bewegt sich dieser Markt im Durchschnitt pro Stunde/Tag/Woche?
  • Positions-/Kontraktgröße – Wie viel gewinnen bzw. verlieren Sie pro Bewegung des Preises um einen Punkt?

Sollten diese Faktoren nicht Ihrem gewünschten Handelsverhalten oder Ihrem Risikoverhalten entsprechen, wählen Sie einen anderen Markt aus.

Sobald Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, konzentrieren Sie sich voll und ganz auf diesen Markt. Je mehr Erkenntnisse Sie zu Ihrem Markt und den Gründen für Kursschwankungen gewinnen, desto wahrscheinlicher sind Sie in der Lage, künftige Bewegungen genau zu prognostizieren.

Führen von Aufzeichnungen

Damit Sie einen Trading-Plan sinnvoll nutzen können, müssen Sie zusätzlich ein Trading-Tagebuch führen.

Hier notieren Sie alle Ereignisse im Verlauf eines Handelsgeschäfts, einschließlich der Gründe für den Abschluss, des erwarteten Gewinns und des maximalen Risikos, des Einstiegspunkts, des Ausstiegspunkts sowie des Marktverhaltens während des Handelsgeschäfts. Sie sollten auch Ihre Gefühle vor, während des und nach dem Handelsgeschäft schriftlich festhalten, da Sie hierdurch die Disziplin wahren und es vermeiden, emotionsgesteuerte Entscheidungen zu treffen.

Wenn Sie beispielsweise eine Position aus Furcht vor einer nachteiligen Marktentwicklung zu früh geschlossen haben, sollten Sie sich dies notieren. Entwickelte sich der Markt weiter zu Ihren Gunsten, um letztendlich Ihre Zielmarke zu erreichen, oder hatten Sie mit Ihrer Befürchtung eines Absturzes Recht? Schreiben Sie auf, weshalb Sie von Ihrem Plan abgewichen sind. Haben Ihre Gefühle die Oberhand gewonnen, oder muss Ihr Plan überarbeitet werden?

Durch das Führen lückenloser Aufzeichnungen können Sie auch Ihre Performance über einen bestimmten Zeitraum bewerten:

  • Erzielen Sie unter dem Strich Gewinne, oder machen Sie Verluste?
  • Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?
  • Wenn Sie Gewinne erzielen, liegen diese normalerweise über oder unter den erlittenen Verlusten?
  • Sind bestimmte Märkte/Tageszeiten/Positions-Setups gewinnträchtiger als andere?

Wenn Sie diese Statistiken im Blick behalten, können Sie Ihre Händler-Fähigkeiten verbessern und Ihre Ziele besser umsetzen.

Zusammenfassung dieser Lektion

  • Jeder Trading-Plan ist persönlich und einzigartig, sollte aber in jedem Fall Folgendes umfassen:
    • Motivation
    • Zeitaufwand
    • Handelsziele
    • Risikoverhalten
    • Kapital für Handelsaktivitäten
    • Märkte für Handelsaktivitäten
    • Führen von Aufzeichnungen
Lektion abgeschlossen