21.04.2020: Kürzlich haben große Ölpreis-Bewegungen zu hohen täglichen Anpassungen geführt, die entweder Long-Positionen belasten oder auf Short-Positionen gutgeschrieben wurden.

Wie werden Kassa-Rohstoffe bepreist und wie werden meine Übernachfinanzierungskosten kalkuliert?

Wenn Sie eine Long-Kassa-Position auf einen Rohstoff bei IG halten, ist wichtig zu verstehen, wie unsere Märkte bepreist werden.

Unsere Kassa-Rohstoffpreise basieren auf den zwei nächstgelegenen Futures-Kontrakten auf den jeweiligen zugrunde liegenden Rohstoff, da sie in der Regel die liquidesten Kontrakte sind. Im Zeitraum, in dem wir den Preis anhand dieser zwei Kontrakte festlegen, bewegt sich unser Kassakurs allmählich vom nächstgelegenen zum darauf folgenden Kontrakt.

Der Kontrakt, der das nächstmögliche Verfallsdatum hat, wird Front Month-Kontrakt genannt und wird in unserem Diagramm als „A“ gekennzeichnet. Der Kontrakt mit dem zweitnächstgelegenen Verfallsdatum wird Back Month-Kontrakt genannt und wird hier mit „B“ gekennzeichnet.

Zwischen den zwei Verfallszeitpunkten bewegt sich unser Kurs allmählich von Kurs „A“ in Richtung Kurs „B“. Der Kurs von „B“ kann höher oder niedriger als der von „A“ sein.

Wie bei allen unseren Kassa-Märkten sind Übernachfinanzierungskosten fällig. Aufgrund dessen, wie unsere Kassa-Rohstoffe bepreist sind, nehmen wir eine Anpassung über Nacht vor, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Der erste ist eine Basisanpassung über Nacht, die die tägliche Bewegung unseres Kassa-Preises vom ersten Future bis zum nächsten widerspiegelt. Der zweite Teil ist unsere jährliche Bearbeitungsgebühr von 2,5 %.

Die Preisdifferenz zwischen den zwei Kontrakten hängt von dem jeweiligen Rohstoff sowie den Marktkonditionen ab und kann erheblich variieren. Wenn die Differenz zwischen diesen zugrunde liegenden Future-Preisen größer wird, steigt auch die Anzahl der Punkte, um die sich unser Markt täglich bewegen würde. Demgemäß wird die Anpassung vorgenommen.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich der Anstieg nur auf die Anpassung bezieht. Es handelt sich hier nicht um eine Gebühr, sondern um eine Reaktion auf die Marktbedingungen, ähnlich einer Dividendenanpassung bei Indizes. Die einzige Gebühr bei einer Anpassung stellt unsere Bearbeitungsgebühr dar, die für CFDs bei 2,5 % – unabhängig von den Marktbedingungen – liegt.

Untenstehend finden Sie ein Berechnungsbeispiel einer Basisanpassung und der Übernachfinanzierungskosten für eine CFD-Position.

CFDs: Beispiel

CFDs: Beispiel

Die Berechnung für Übernachtfinanzierungskosten setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der täglichen Bewegung entlang der Futures-Kurve (Basis) und der IG-Gebühr. Sie gilt für Kassa-Positionen, die über 23:00 Uhr MEZ hinaus gehalten werden.

Übernachtfinanzierungskosten = Kontraktanzahl x Kontraktgröße x (Basis + IG-Gebühr).

Berechnung der IG-Gebühr = Preis x 2,5 % / 365

Berechnung der Basis = (P3 - P2) / (T2 - T1)

T1 = Verfallsdatum des vorangegangenen Front-Futures
T2 = Verfallsdatum des Front-Futures
P2 = Preis des Front-Futures
P3 = Preis des folgenden Futures

Die Basis entspricht der täglichen Bewegung unseres undatierten Preises entlang des Futures und kann entweder als eine Gutschrift oder Belastung berechnet werden. Abhängig von der Richtung Ihres Trades und der Neigung der Forward-Kurve ist dieser Betrag positiv oder negativ.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie haben sich auf das US-Rohöl mit einem Kontrakt im Wert von 10 USD positioniert. Wenn die zeitliche Differenz zwischen T1 und T2 31 Tage beträgt und der Front Month-Future (nächstfälliger Future) P2 bei 4700 sowie der darauf folgende Future P3 bei 4770 handelt, errechnen sich die Übernachtfinanzierungskosten wie folgt.

Übernachfinanzierungskosten = 1 x 10 $ x ((4770 – 4700 / 31) + (4700 x 2,5 % / 365))

= 22,58 $ + 3,22 $

In diesem Beispiel beläuft sich die zu zahlende Haltegebühr über Nacht zwar auf 3,22 $, jedoch kommt noch die Anpassung der liquiditätsneutralen Future-Kurve hinzu. Die Basisanpassung von 22,58 $ wird mit dem laufenden Gewinn/Verlust verrechnet.

Hätten Sie sich im selben Beispiel short positioniert, würden Sie 22,58 $ erhalten und 3,22 $ zahlen, was einer Netto-Gutschrift von 19,36 $ entspräche.

Für jede Position, die vor Freitag 23:00 Uhr eröffnet wurde und nach 23:00 Uhr am Freitag noch offen ist, wird die Basisanpassung für drei Tage vorgenommen, anstatt für einen Tag. Diese dreitägige Anpassung wird Sonntagnacht oder Montagmorgen angewendet.

Barriers: Beispiel

Barriers: Beispiel

Barriers auf Rohstoffe mit Übernachfinanzierungskosten: Beispiel

Formel für Übernachtfinanzierungskosten = Gehaltene Nächte x (Handelsgröße x (Basis +/- IG-Gebühr))

Berechnung der Basis = (P3 - P2) / (T2 - T1)

P2 = Preis des Front-Futures

P3 = Preis des folgenden Futures

T1 = Verfallsdatum des letzten Front-Futures

T2 = Verfallsdatum des aktuellen Front-Futures

Erfahren Sie, wie der Kassapreis von Rohstoffen berechnet wird, um zu verstehen, wie sich die Basisanpassung auf Ihre Position auswirken kann.

Berechnung der IG-Gebühr = Geld-/Briefkurs des Basiswerts ohne Verfallsdatum (basierend auf der Handelsrichtung) x 2,5 % / 365.

Turbo24: Beispiel

Turbo24: Beispiel

Turbo24 auf Rohstoffe mit Übernachtfinanzierungskosten: Beispiel

Übernachtfinanzierungskosten werden als eine kleine Anpassung an Ihrem Knock-out-Level berechnet, die um 23:02 MEZ vorgenommen wird.

Die Knock-out-Level-Anpassung führt dazu, dass sich Ihr Knock-out-Level bei einem Long-Turbo24 mit der Zeit nach oben und bei einem Short-Turbo24 nach unten bewegt.

Für Long-Rohstoff-Turbos wird die folgende Berechnungsformel verwendet:

Übernachtfinanzierungskosten = Knock-out-Level x (Bearbeitungsgebühr x [n/365])

Für Short-Rohstoff-Turbos wird die folgende Berechnungsformel verwendet:

Übernachtfinanzierungskosten = Knock-out-Level x (Bearbeitungsgebühr x [n/365])

Bearbeitungsgebühr = 2,5 %

n = 1 für Montag bis Donnerstag

n = 3 für Freitag

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