Was sind das obere (limit up) und untere Kurslimit (limit down)?

Bei starker Marktvolatilität können regulierte Zentralbörsen wie die Chicago Mercantile Exchange (CME) gegebenenfalls den Handel auf einer Seite des zugrunde liegenden Marktes aussetzen. Das Aussetzen des Handels wird entweder als oberes Kurslimit (limit up) oder unteres Kurslimit (limit down) bezeichnet und ist von der Richtung abhängig, in die sich der Markt bewegt hat. Das Erreichen dieser Kurslimits und das damit verbundene Aussetzen des Handels ist als Volatilitätsunterbrechung (circuit breaker) bekannt.

Sowohl das limit up als auch das limit down werden verwendet, um zu verhindern, dass bestimmte Vermögenswerte ein zu hohes Volatilitätsniveau erreichen.

Die Unterbrechung des Handels auf dem zugrunde liegenden Markt wirkt sich auf Ihren Handel bei IG aus.

Was ist das obere Kurslimit (limit up)?

Das obere Kurslimit ist der maximale Betrag, um den der Preis eines Aktien-, Rohstoff- oder Index-Forward-Kontrakts während einer einzelnen Handelssitzung steigen darf.

Das bedeutet, dass beim Erreichen des Kurslimits der Kauf auf dem zugrunde liegenden Markt durch die entsprechende Börse eingestellt wird.

Deshalb können Sie während eines limit up Positionen – ob zur Eröffnung oder zum Schließen – nur verkaufen. IG-Kunden müssen uns in diesem Fall telefonisch kontaktieren, um Verkäufe einzuleiten. Seien Sie sich dabei jedoch bitte bewusst, dass der Kurs bei Wiedereröffnung des Marktes deutlich höher ausfallen kann.

Was ist das untere Kurslimit (limit down)?

Das untere Kurslimit ist das Gegenteil vom oberen Kurslimit. Es ist der maximale Betrag, um den der Preis eines Aktien-, Rohstoff- oder Index-Futures-Kontrakts während einer einzelnen Handelssitzung sinken darf.

Limit downs sollen Panikverkäufe und Marktzusammenbrüche verhindern. Wenn nämlich immer mehr Trader Panikverkäufe tätigen, sinkt der Preis, beispielsweise des zugrunde liegenden Rohstoffs, entsprechend dem erhöhten Angebot und der geringeren Nachfrage auf dem Markt.

Das bedeutet, dass beim Erreichen des Kurslimits der Verkauf auf dem zugrunde liegenden Markt durch die entsprechende Börse eingestellt wird.

Deshalb können Sie während eines limit down Positionen – ob zur Eröffnung oder zum Schließen – nur kaufen. IG-Kunden müssen uns in diesem Fall telefonisch kontaktieren, um Käufe einzuleiten. Seien Sie sich dabei jedoch bitte bewusst, dass der Kurs bei Wiedereröffnung des Marktes deutlich niedriger ausfallen kann.

Aktuelle limit up- und limit down-Bänder

Die oberen und unteren Kurslimits werden von der Börse festgelegt, an der die jeweiligen Produkte gehandelt werden. Sie werden für jeden Vermögenswert einzeln bestimmt. Daher können Kurslimits Änderungen unterliegen.

Weitere Informationen über die Schwellenwerte einer bestimmten Börse und die aktuellsten Schwellenpreise finden Sie auf der Website der entsprechenden Börse.

Limit up – Beispiel

Zur Veranschaulichung des oberen Kurslimits wird ein Rohstoff-Futures-Kontrakt betrachtet.

Bei Mais-Futures liegt das obere Kurslimit bei einer 0,40 USD-Preisbewegung zum letzten Schlusskurs. Steigt der Maispreis über das Kurslimit, wird der Handel mit Mais-Futures für den Rest des Handelstages eingestellt.

Damit soll verhindert werden, dass der Preis von Mais-Futures und anderen Rohstoff-Futures-Kontrakten im Vergleich zum Preis des zugrunde liegenden Vermögenswertes – den der Futures-Kontrakt darstellt – dramatisch ansteigt.

Limit down – Beispiel

Zur Veranschaulichung des unteren Kurslimits wird ein Index herangezogen.

Dabei gibt es eine Reihe spezifischer Bänder, in denen sich der Preis eines Index – ausgehend von einem Index-Referenzpreis – bewegen kann. Diese Bänder unterscheiden sich je nach Index und Tageszeit.

Für den S&P 500-Index wurde beispielsweise eines der unteren Kurslimits außerhalb der Marktzeiten (von 23:00 Uhr bis 14:30 Uhr MEZ) auf -5 % festgelegt. Wenn der Kurs dieses Band unterschreitet, wird der Handel normalerweise für einen Zeitraum von 15 Minuten ausgesetzt.

Warum wurden das obere und untere Kurslimit eingeführt?

Beide wurden als Reaktion auf die am 6. Mai 2010 aufgetretene erhöhte Marktvolatilität vorgeschlagen. Besonders schwerwiegend war diese Entwicklung an den amerikanischen Märkten, als der Dow Jones Industrial Average (DJIA) in weniger als zehn Minuten rund 1000 Punkte verlor. Die Ursache für den Rückgang war zunächst unbekannt, jedoch wurde später festgestellt, dass er durch eine Verkaufsorder eines amerikanischen Investmentfonds in Höhe von 4,1 Mrd. USD verursacht worden war.

Die Nerven der Investoren waren bereits angespannt wegen der Unruhen in Griechenland, der europäischen Länder, die um Kredite und Rettungsmaßnahmen baten, der allgemeinen europäischen Schuldenkrise, der Parlamentswahlen in Großbritannien und der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon, die den Öl-Futures-Markt beeinträchtigte. Die große Verkaufsorder war dann der letzte entscheidende Faktor, der einen Massenausverkauf auslöste.

Es wird davon ausgegangen, dass über 16 Mrd. Futures-Kontrakte innerhalb eines Zwei-Minuten-Fensters verkauft wurden, und viele Aktien erlebten starke Kursrückgänge. Infolge des Absturzes wurden das obere und untere Kurslimit eingeführt, um vergleichbare zukünftige Ausverkäufe zu verhindern.

Sie wurden erstmals im April 2011 von einer Reihe nationaler US-Börsen und der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) vorgeschlagen. Schließlich wurden die Kurslimits von der Securities and Exchanges Commission (SEC) am 31. Mai 2012 genehmigt und (zunächst als Pilotprojekt) eingeführt.

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