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Orders, Ausführung und Hebelwirkung

Lektion 2 von 5

Verwenden von Stop Orders

Im Gegensatz zu einer Limit Order ist eine Stop Order eine Anweisung zum Kauf bzw. Verkauf, wenn der Markt einen Kursstand erreicht, der weniger günstig als der aktuelle Preis ist.

Weshalb sollten Sie zu einem schlechteren Preis handeln? Der vielleicht wichtigste Grund: Sie schließen eine Position, die sich für Sie nachteilig entwickelt. Hierfür versehen Sie eine Position mit einer Stop Order. An dem Punkt, ab dem die Verluste für Sie inakzeptabel werden, wird nun durch Ihre Stop-Anweisung die Reißleine gezogen und die Position wird geschlossen.

Wie in der nächsten Lektion noch erläutert wird, kann die Position bei einer sehr raschen Marktentwicklung u. U. erst geschlossen werden, wenn der Preis die von Ihnen gesetzte Marke bereits passiert hat. Die Stop Order bietet Ihnen jedoch ohne Zweifel einen gewissen Schutz gegen ausufernde Verluste.

Da sie zur Begrenzung Ihrer Verluste beiträgt, wird diese Orderart als „Stop-Loss-Order“ bezeichnet. So funktioniert sie:

Beispiel

Angenommen, Sie besitzen 100 Aktien von Firma ABC, die Sie zu einem Preis von 37 € erworben haben: Der Preis ist nunmehr auf 35 € gefallen.
Sie hoffen, dass es sich hierbei nur um eine vorübergehende Schwankung handelt. Dennoch entscheiden Sie, dass es bei einem Rückgang des Preises auf 32 € an der Zeit ist, Ihre Verluste zu begrenzen. Sie setzen eine Stop-Loss-Marke bei 32 €.
Der Preis rutscht im Folgenden bis auf einen Stand von 27 € ab. Ihre Stop-Loss-Order wird jedoch bei einem Preisniveau von 32 € ausgelöst und Ihre Position wird geschlossen.
Sie haben zwar 500 € (100 x 5 €) verloren, ohne Ihre Stop-Loss-Order hätten Sie jedoch einen Verlust von über 1.000 € erfahren.

Sie können mit einer Stop Order auch eine neue Position eröffnen. Eine solche Order wird als Stop-Entry-Order bezeichnet.

Das Erteilen einer Order zum Eröffnen einer Position zu einem schlechteren Preis als dem aktuellen mag sehr seltsam erscheinen, gelegentlich ist dies jedoch ein sehr vernünftiges Vorgehen.

So kann eine Analyse darauf hinweisen, dass bei Erreichen eines bestimmten Preisniveaus eine weitere Bewegung des Marktes in dieser Richtung wahrscheinlich ist. Durch Setzen einer Stop Order bei einer solchen Marke wären Sie bereit, eine Position zu eröffnen und die potenziellen Vorteile dieser Dynamik auszunutzen. 

Übung

Angenommen, Silber wird derzeit zu einem Preis von 19,00 $ gehandelt und hat sich bereits eine Weile lang um diese Marke bewegt. Ihre Analyse besagt, dass 19,50 $ für das Edelmetall eine bedeutsame Marke darstellt, sodass sich der Preis beim Überschreiten dieser Marke tendenziell weiter aufwärts bewegt.

Sie entscheiden sich, Silber zu kaufen, sobald ein Preisniveau von 19,80 $ erreicht wird, da dort die Schwelle von 19,50 $ eindeutig durchbrochen wurde. Wie gehen Sie bei diesem Handelsgeschäft vor?
  • a Platzieren einer Market Order
  • b Platzieren einer Limit-Entry-Order bei 19,80 $
  • c Platzieren einer Stop-Entry-Order bei 19,50 $
  • d Platzieren einer Stop-Entry-Order bei 19,80 $

Richtig

Falsch

Da Sie zu einem schlechteren als dem aktuellen Preis kaufen möchten, müssen Sie eine Stop Order erteilen. Ihre Order wird ausgeführt, wenn der Preis 19,80 $ erreicht. Sollte sich Ihre Prognose als zutreffend erweisen, setzt sich die Aufwärtsbewegung des Marktes ab diesem Punkt fort und Sie erzielen Gewinne aus der Position.

Wenn dies eintritt, so könnten Sie argumentieren, hätte man einfach sofort mit einer Market Order bei 19 $ kaufen und einen größeren Gewinn erzielen können. Durch den Einsatz der Stop Order haben Sie jedoch abgewartet, bis der Markt eindeutige, positive Signale ausgesendet hat und dies stärkte Ihr Vertrauen in Bezug auf seine potenzielle künftige Richtung.
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Trailing-Stops

Ein Trailing-Stop ist ein spezieller Typ von Stop-Loss-Order: Damit werden nicht nur Verluste gedeckelt, sondern auch erzielte Gewinne geschützt.

Wie auch andere Stop-Loss-Orders wird ein Trailing-Stop an eine Position geknüpft. Wenn sich der Marktpreis um einen bestimmten Betrag zu Ihren Gunsten entwickelt (dies wird als „Schritt“ bezeichnet), wird diese Bewegung vom Trailing-Stop kopiert. Auf diese Weise wird seine Distanz vom aktuellen Preis beibehalten, er rückt jedoch schrittweise näher an den Preis bei Eröffnung der Position heran und kann diesen bei Fortsetzung der günstigen Bewegung erreichen. 

Sollte sich der Markt hingegen zu Ihrem Nachteil entwickeln, bleibt der Trailing-Stop gesetzt. Das heißt, er kann Ihre Position bei einem günstigeren Preis schließen, als dies bei einer normalen, statischen Stop-Loss-Order der Fall wäre – möglicherweise während Sie immer noch Gewinne machen. 

Beispiel

Angenommen, Sie entscheiden sich, eine USD/JPY-Short-Position bei 117,60 zu eröffnen. Sie setzen einen Trailing-Stop in einer Entfernung von 30 Pips bei 117,90. Die gewählte Schrittweite beträgt zehn Pips.

Der Markt fällt anfänglich um fünf Pips. Da diese Bewegung unter Ihrer Schrittweite liegt, verbleibt Ihr Stop bei 117,90. Anschließend fällt der Preis um weitere fünf Pips auf 117,50, wodurch Ihr Stop nach unten auf 117,80 verschoben wird.

Etwas später ist der Kurs des Devisenpaars USD/JPY auf 117,10 gefallen. Ihr Stop hat diese Bewegung nachvollzogen und steht nun bei 117,40. Nun kehrt sich jedoch der Markttrend um, und der Kurs klettert auf 117,50. Ihr Stop verbleibt bei 117,40, sodass Ihre Position geschlossen wird, wenn der Kurs diese Marke hinter sich lässt. 

Durch den Stop wurde ein Gewinn von 20 Pips für Sie gesichert. Folgendes darf jedoch nicht vernachlässigt werden: Wenn sich die Aufwärtsbewegung des Marktes als vorübergehend erweist, ist Ihnen durch das Schließen der Position zu diesem Zeitpunkt eine Chance auf größere Gewinne entgangen. 

Wie andere Stop-Loss-Orders bietet ein Trailing-Stop keinerlei Garantie, dass Ihre Position genau an der von Ihnen vorgegebenen Marke geschlossen wird. Zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Kurs wird erläutert, wie Sie sich mithilfe einer garantierten Stopp-Loss-Order weiter gegen Verluste schützen können. 

Zusammenfassung dieser Lektion

  • Eine Stop Order ist eine Anweisung zum Kauf oder Verkauf, wenn ein Marktpreis eine bestimmte Marke erreicht, die ungünstiger als der derzeitige Kurs liegt.
  • Durch das Verknüpfen einer Stop-Loss-Order mit einer vorhandenen Position werden Ihre Verluste bei einer für Sie nachteiligen Marktentwicklung begrenzt.
  • Mit einer Stop-Entry-Order können Sie eine neue Position eröffnen, wenn ein bedeutsames Preisniveau erreicht wird, das eine potenzielle Handelsgelegenheit anzeigt.
  • Eine Trailing-Stop-Order ist ein spezieller Typ von Stop-Loss-Order, der günstige Entwicklungen des Marktpreises nachvollzieht, wodurch Sie Gewinne sichern können.
Lektion abgeschlossen