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Vorstellen der Finanzmärkte

Lektion 8 von 10

Handel mit Devisen

Was ist ein Pip?

Im Gegensatz zu den Aktienkursbewegungen, die in erkennbaren Einheiten von Währungen (zum Beispiel Cents oder Pence) angegeben werden, werden die Devisenkursveränderungen in sehr kleinen Einheiten gemessen. Diese werden als Pips bezeichnet. 

Steigt der EUR/USD-Kurs beispielsweise von 1,20160 auf 1,20170, so entspricht der Kursanstieg von 0,0001 USD einem Pip

Bei den meisten wichtigen Währungspaaren stellt ein Pip eine einstellige Veränderung der vierten Dezimalstelle dar. 

Eine wichtige Ausnahme hierzu bildet der Yen als Quotierungswährung. Hier entspricht ein Pip der zweiten Dezimalstelle.

Jede weitere im Devisenkurs ausgewiesene Dezimalstelle ist ein Bruchteil von einem Pip, auch als Micro-Pip oder Pipette bezeichnet. 

Übung

Wenn sich der USD/CAD-Devisenkurs von 1,19527 auf 1,19617 bewegt, um wie viele Pips hat sich der Kurs dann verändert?
  • a 9
  • b 11
  • c 90
  • d 110

Richtig

Falsch

Ein Pip ist eine Bewegung in der vierten Dezimalstelle für dieses Devisenpaar. Daher gilt: 61 – 52 = 9 Pips.
Prüfen

Was ist ein Lot?

Jede Pip-Bewegung in einem Devisenkurs ist nur einen winzigen Betrag wert. Um diese kleinen Wertveränderungen zu nutzen, werden Devisen daher traditionell in grossen Positionsgrössen gehandelt. Diese werden als Lots bezeichnet. 

Ein Standard-Lot bezeichnet 100.000 Einheiten von einer Währung. Möglicherweise haben Sie es auch mit Mini-Lots und Micro-Lots zu tun; diese entsprechen 10.000 bzw. 1000 Einheiten. 

Lot Positionsgrösse
Standard 100.000
Mini 10.000
Micro 1.000

 

Kleinanleger haben in der Regel keinen Zugang zu so grossen Geldbeträgen. Daher geben viele Devisenmakler ihren Kunden die Möglichkeit, auf Kredit, das heisst mit einer Hebelung, zu handeln. 

Eine Hebelung (oder „Leverage“) bedeutet im Wesentlichen, dass Sie eine grosse Marktposition mit einer relativ kleinen Einlage (als Margin bezeichnet) eröffnen können. Die Gewinne oder Verluste basieren jedoch auf der vollständigen Position. Daher könnten Ihre Gewinne oder Verluste diesen Betrag weit überschreiten. Mit der Hebelung werden wir uns im Kurs „Orders, Ausführung und Hebelwirkung“ näher befassen. 

Wichtigsten Devisenpaare

Theoretisch können Sie jede Währung der Welt gegen eine andere Währung umtauschen. Das bedeutet, dass die Vielfalt der potenziell handelbaren Devisenpaare riesig ist. Sie könnten sogar auf den Kurs des armenischen Dram im Verhältnis zum sambischen Kwacha (AMD/ZMW) spekulieren, wenn Sie einen Broker finden, der bereit ist, dieses Devisenpaar zu handeln.

In der Praxis finden die meisten Devisenhandelsgeschäfte jedoch mit einigen wenigen Devisenpaaren statt. Diese werden als Majors bezeichnet. Welche Devisenpaare genau Majors sind, ist Ansichtssache, aber die folgenden sechs Währungen machen mehr als 80 % des globalen Devisenhandels aus:

Devisenpaar Währungsnamen
EUR/USD Euro/US-Dollar
USD/JPY US-Dollar/japanischer Yen
GBP/USD Britisches Pfund Sterling/US-Dollar
USD/CHF US-Dollar/Schweizer Franken
USD/CAD US-Dollar/kanadischer Dollar
AUD/USD Australischer Dollar/US-Dollar

Beachten Sie, dass all diese Paare den US-Dollar enthalten. Dieser ist bei weitem die meistgehandelte Währung der Welt. 

Minors und exotische Devisenpaare

Devisenpaare, die weniger häufig gehandelt werden, werden als Minors bezeichnet. Sie finden diese auch unter der Bezeichnung Cross-Currency-Paare oder einfach Crosses. Diese Bezeichnungen werden insbesondere für Devisenpaare verwendet, die nicht den US-Dollar enthalten. Die meistgehandelten Minor-Devisenpaare enthalten tendenziell den Euro (EUR), das Pfund Sterling (GBP) oder den japanischen Yen (JPY).

Manche Devisenmakler sprechen auch von exotischen Devisenpaaren oder von Paaren aus Schwellenland-Währungen. Diese bestehen in der Regel aus einer Hauptwährung und einer kleineren Währung bzw. Währung eines Schwellenlandes. Beispiele sind GBP/MXN (Pfund Sterling zum mexikanischen Peso) oder USD/PLN (US-Dollar zum polnischen Złoty). 

Schliesslich können Ihnen noch Devisenklassen begegnen, die auf einer Region basieren, beispielsweise australasische Devisenpaare oder skandinavische Devisenpaare. Diese Klassen setzen Währungen aus der jeweiligen Region in Bezug zueinander oder zu Währungen aus anderen Teilen der Welt. Beispielsweise könnte das Devisenpaar AUD/NZD (australischer Dollar zum Neuseeland-Dollar) als australasisches Devisenpaar klassifiziert werden, während das Devisenpaar EUR/NOK (Euro zur norwegischen Krone) ein skandinavisches Devisenpaar ist. 

Übung

Klassifizieren Sie das folgende Devisenpaar:

NOK/SEK?
  • a Australasisch
  • b Skandinavisch
  • c Exotisch

Richtig

Falsch

NOK/SEK = norwegische Krone zu schwedischer Krone → skandinavisches Devisenpaar.
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Übung

Klassifizieren Sie das folgende Devisenpaar:

USD/JPY?
  • a Major
  • b Minor
  • c Exotisch

Richtig

Falsch

USD/JPY = US-Dollar zu japanischem Yen → Major-Devisenpaar.
Prüfen

Übung

Klassifizieren Sie das folgende Devisenpaar:

GBP/HUF?
  • a Major
  • b Minor
  • c Exotisch

Richtig

Falsch

GBP/HUF = britisches Pfund zu ungarischem Forint → exotisches Devisenpaar.
Prüfen

Übung

Klassifizieren Sie das folgende Devisenpaar:

AUD/NZD?
  • a Australasisch
  • b Skandinavisch
  • c Exotisch

Richtig

Falsch

AUD/NZD = australischer Dollar zu Neuseeland Dollar → australasisches Devisenpaar.
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Übung

Klassifizieren Sie das folgende Devisenpaar:

EUR/CAD?
  • a Major
  • b Minor
  • c Exotisch

Richtig

Falsch

EUR/CAD = Euro zu kanadischem Dollar → Minor-Devisenpaar.
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Was beeinflusst die Devisenmärkte?

Wir haben gesehen, was Devisen sind und wie ein Devisenhandel platziert wird. Aber warum verändern sich die Währungskurse?

Währungen sind effektive Barometer für die Gesundheit der Region, die sie darstellen. Wenn Sie also ein Handelsgeschäft in der Hoffnung platzieren, dass eine bestimmte Währung steigen wird, setzen Sie im Wesentlichen auf die Volkswirtschaft des betreffenden Landes.

Als Faustregel gilt: Je stärker die Wirtschaft eines Landes ist, desto stärker ist seine Währung im Vergleich zu anderen Währungen.

Daher haben die Faktoren, die die Wirtschaft eines Landes beeinflussen, tendenziell den grössten Einfluss auf den Kurs der betreffenden Währung. Zu diesen Faktoren gehören:

  • Zinssätze
  • Inflationsraten
  • Regierungspolitik
  • Nachfrage nach Importen und Exporten
  • Wirtschaftsstatistiken, zum Beispiel die Zahlen für das Wirtschaftswachstum eines Landes, die Arbeitslosenquote und Industriedaten

Zusammenfassung

  • Die Kursbewegungen werden in Pips gemessen. Bei den meisten Währungspaaren stellt ein Pip eine einstellige Veränderung der vierten Dezimalstelle des Währungskurses dar.
  • Devisen werden in Standard-Lots gehandelt, die 100.000 Einheiten der jeweiligen Währung darstellen.
  • Es wird in der Regel zwischen Majors, Minors und exotischen Devisenpaaren unterschieden.
  • Als Faustregel gilt: Je stärker die Wirtschaft eines Landes ist, desto stärker ist seine Währung.
Lektion abgeschlossen