Einfach nur dem Trend folgen

Die Börsenweisheit „The trend is your friend“ dürfte vielen Anlegern bekannt sein. In der Tat ist das Handeln innerhalb eines intakten Trends durchaus vielversprechend. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Artikel die 1-2-3-Chartformation vorstellen.

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Die Definition eines Trends

Das wichtigste Konzept in der klassischen Chartanalyse ist die Identifizierung von Trendphasen. Dazu zählen bekanntlich der Aufwärts- und der Abwärtstrend. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende Hoch- und Tiefpunkte definiert. Solange das vorangegangene Verlaufshoch überwunden wird, hat der Trend Gültigkeit. Erst bei einem Unterschreiten des vorherigen Tiefs müsste der Aufwärtstrend ad acta gelegt werden. Weist dagegen ein Basiswert fallende Höchst- und Tiefststände auf, sprechen wir von einem Abwärtstrend. Oberhalb des letzten markierten fallenden Hochs würde ein Trendwechsel vorliegen. Der technisch orientierte Anleger kann auf zweierlei Arten von einem Trend profitieren. Entweder setzt der Marktteilnehmer auf eine Trendumkehr oder auf eine Fortsetzung des vorherrschenden Trends.

123-Formation als Trendausbruchsstrategie

Auch die 1-2-3-Chartformation kann ebenfalls zum Handeln von Trendbrüchen oder von Trendbestätigungen genutzt werden. In diesem Beitrag soll aber die Funktion als so genannte Trendausbruchsstrategie im Mittelpunkt stehen. Dabei ist die Vorgehensweise recht einfach. Ein Trend, unabhängig von der Richtung, besteht aus einer Bewegung und einer Korrektur. Der Beginn einer Bewegung wird mit der Zahl 1 und das daraus resultierende Verlaufshoch mit der Zahl 2 gekennzeichnet. Innerhalb dieser Aufwärtsbewegung kommt es irgendwann zwangsläufig zu Gewinnmitnahmen, sprich zu einer Korrektur. Das Korrekturtief erhält dann den Wert 3. Daher kommt auch die 123-Zählweise. In einem Aufwärtstrend wird ein Basiswert, beispielsweise eine Aktie, gekauft, wenn das Hoch mit der Zahl 2 hinter sich gelassen werden kann. Umgekehrt sollte eine Short-Portion eingegangen werden.

Chart 1: Die 1-2-3-Formation in der Theorie / Quelle: IG, eigene Darstellung

Trendfolge Strategie01

Bestandteile des Handelssystems

Genug von der Theorie. Wollen wir nun die praktische Anwendung der 1-2-3-Formation näher betrachten. Das erste Problem ist die Identifizierung des Trends. Die Lösung liegt auf der Hand und dürfte den meisten Lesern auch bekannt sein. Die Frage, ob sich der Index, die Währung oder die Aktie in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend befindet, wird durch einen gleitenden Durchschnitt beantwortet. Wir haben uns für den exponentiellen 55-Tage-Durchschnitt (EMA) entschieden. Kommen wir nun zum zweiten Teil unserer Arbeit, nämlich der Lokalisierung der Punkte 1 bis 3, sprich der Bewegung und der Korrektur. Hier findet der Anleger im technischen Werkzeugkasten den Indikator ZigZag. Eine nähere Erläuterung würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Der ZigZag zeichnet im Chart immer dann nur eine Linie ein, wenn sich der Kurs um einen vorher definierten Prozentsatz in die eine oder andere Richtung bewegt hat. Unser Trading-Setup wird dann schließlich noch durch die Average True Range (ATR) für die Kurszielbestimmung sowie für die Platzierung unserer Stopp-Marke komplettiert.

Chart 2: DAX im Höhenflug / Quelle: IG Handelsplattform

Trendfolge Strategie02

Als Beispiel für die 1-2-3-Formation in der Praxis haben wir uns für den deutschen Leitindex DAX entschieden. Dieser befand sich von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 2014 in einer Aufwärtsbewegung (Punkte 1 bis 2), schön dargestellt durch den erwähnten Indikator ZigZag. Anschließend kam es zu Gewinnmitnahmen. Bis Mitte Dezember hielt sich das heimische Börsenbarometer in einer Korrekturphase (Punkt 3) auf. Dann ging es wieder gen Norden. Allerdings konnte der Punkt 2 bei 10.087 Zählern nicht sofort überwunden werden. Erst Mitte Januar dieses Jahres gelang das Unterfangen. Somit hatte der DAX die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen. Zur Kurszielbestimmung verwenden wir die Average True Range ATR. Diese misst die Schwankungsintensität des zugrundeliegenden Basiswertes, in diesem Fall die des DAX. Die ATR betrug Mitte Januar auf Tagesbasis 201 Punkte. Um ein optimales Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) zu erhalten, wurde dieser Wert mit 2 multipliziert und zum Verlaufshoch im Punkt 2 bei 10.087 Zählern dazu addiert. Somit errechnete sich ein Kursziel von 10.489 Punkten, welches kurze Zeit später erreicht wurde. Beim Stopp-Kurs hatten wir lediglich eine ATR von 201 Indexpunkten berücksichtigt und vom besagten Punkte 2 subtrahiert. Allerdings musste die Stopp-Marke im weiteren Verlauf nicht ins Geschehen eingreifen. In diesem Beispiel betrug das CRV 2:1.

Chart 3: EUR-USD auf Tauchgang / Quelle: IG Handelsplattform

Trendfolge Strategie03

In dem dritten Chart ist das Währungspaar EUR-USD mit der 1-2-3-Formation zu sehen. Hier wäre eine Wette auf fallende Notierungen, eine so genannte Short-Position empfehlenswert gewesen. Hierbei schauen wir uns das zuletzt generierte Verkaufssignal von Anfang März dieses Jahres an. Die Korrekturwelle von Ende Januar bis Anfang Februar wurde signifikant unterschritten. Die Average True Range betrug Anfang März 0,009 USD. Auch hier haben wir den Wert mit 2 multipliziert und von dem Punkt 2 bei 1,1097 USD subtrahiert. Das Kursziel von 1,0917 USD wurde wenige Tage darauf erreicht. 

Fazit

Die 1-2-3-Formation ist eine recht einfache charttechnische Methode, um den vorherrschenden Trend zu handeln. Es sind sowohl Long- als auch Short-Positionen denkbar. Die Eintrittswahrscheinlichkeit kann mit den Einsatz eines gleitenden Durchschnitts erheblich verbessert werden. Des Weiteren ist es mit der Average True Range (ATR) möglich, das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) zu optimieren.

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