Rohöl – Fracking deckelt das Kurspotential

Die Nachricht vom Dienstag, dass der Iran Kooperationsbereitschaft innerhalb der OPEC signalisiert hat, um dem Ölpreis Auftrieb zu geben, sorgte für einen deutlichen Kursanstieg. 

IGM_Homepage_Banner_Crude_Oil-4_442x200px

Noch im April lehnte der Iran eine solche Kooperation strikt ab. Diese überraschende Wende sorgte am Dienstag dafür, dass das Rohöl der Sorte WTI innerhalb weniger Sekunden von 46.60 USD/bbl auf über 48.20 USD/bbl sprang.

Welche Möglichkeiten hat die OPEC?

Der Grund für diesen Kurswechsel ist, dass die angestrebte Zielfördermenge von ca. 4‘000 Millionen Fässern pro Tag (bpd) in Reichweite liegt. Seitdem die internationalen Sanktionen im Februar aufgehoben wurden, konnte der Iran die Fördermengen von 2‘800 Mio. bpd auf nunmehr 3‘550 Mio. bpd steigern, und liegt damit nur noch knapp hinter dem Niveau vor den Sanktionen. Zudem konnte der Venezuelanische Ölminister nun auch zwischen dem Iran und Saudi Arabien vermitteln und somit politische Spannungen abbauen. Damit scheint der Weg für die OPEC frei beim internationalen Energieforum in Algerien im September über mögliche Massnahmen zur Stabilisierung der Ölpreise zu sprechen. Doch was sind mögliche Optionen für die OPEC? Die effektivste Massnahme, um dem Ölpreis einen Preisschub zu geben, wäre eine Kürzung der Fördermengen. Dies stellt jedoch keine realistische Option dar, da sowohl der Iran als auch Saudi Arabien auf die Einnahmen angewiesen sind, um Defizite der Staatshaushalte auszugleichen. Es bliebe also noch die Möglichkeit, die aktuellen Produktionsniveaus einzufrieren. Bei einer Einigung innerhalb der OPEC signalisierte auch Russland bereits Kooperationsbereitschaft. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Iran wohl auf das Erreichen der Zielfördermenge von 4‘000 Mio. bdp bestehen bleibt, was wiederum Saudi Arabien nicht akzeptieren dürfte. Aber auch wenn hier eine Einigung erzielt werden könnte, muss man berücksichtigen, dass Nigeria und Libyen die Produktion wieder auf ein Normalniveau anheben würden, sobald die innerstaatlichen Krisen überwunden sind.

US-Produzenten steigern wieder den Output

Darüber hinaus sind die Fördermengen in den USA seit Mitte 2015 um 1‘000 Mio. bpd gesunken. Eine Preiserholung des Rohöls würde jedoch wieder vermehrt Fracking-Produzenten auf den Plan rufen. Seit dem Preisanstieg in diesem Monat von 40 USD/bbl auf 50 USD/bbl sind die Fördermengen bereits wieder um 140 Mio. bpd gestiegen.

Die Angebotsseite scheint mir derzeit nicht in der Lage zu sein, eine nachhaltige Preiserholung des Rohölpreises einleiten zu können. Eine Einigung und vor allem das Einhalten einer möglichen Vereinbarung der OPEC Mitglieder erscheinen mir als überaus kompliziert. Zusätzlich wird jede Preiserholung des Rohöls von erhöhten Fördermengen seitens der US Produzenten erschwert werden.

Fazit: Eine solide Nachfrage ist notwendig

Nachhaltig kann der Ölpreis nur steigen, wenn wir einen starken Impuls auf der Nachfrageseite erhalten. Dies scheint mit Hinblick auf die aktuelle globale wirtschaftliche Gesamtsituation jedoch mehr als fraglich. Wir werden uns wohl mit Preisen in einer Trading Range zwischen 40 und 50 USD/bbl und übergeordnet bis maximal 60 USD/bbl gewöhnen müssen. Kurzfristig muss aufgrund des bevorstehenden Energiegipfels jedoch mit einer erhöhten Volatilität gerechnet werden. 

WTI US 24082016

Diese Inhalte stellen keine Finanzanalyse dar. Es handelt sich um eine Werbemitteilung, welche nicht allen gesetzlichen Vorschriften zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt und keinem Handelsverbot vor der Veröffentlichung der Analysen unterliegen. IG Bank S.A. bietet ausschließlich eine beratungsfreie Dienstleistung. Der Inhalt dieser Werbemitteilung stellt keine Anlageberatung bzw. Anlageempfehlung (und darf nicht als solche verstanden werden) und stellt keinesfalls eine Aufforderung zum Erwerb von jeglichen Finanzinstrumenten dar. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. IG Bank S.A. haftet nicht für Folgeschäden, welche eventuell auf einzelne Kommentare und Aussagen zurückzuführen wären und übernimmt keine Gewähr in Bezug auf Vollständigkeit und Richtigkeit des Inhaltes. Folglich trägt der Anleger vollkommen alleinverantwortlich das Risiko für einzelne Anlageentscheidungen.

Artikel anhand des Analysten finden

Einen Artikel finden

Wissen

  • Was sind Leerverkäufe?

    Die Leerverkäufe ermöglichen Händlern, Gewinn in einem sinkenden Markt zu erzielen oder vorhandenen Investitionen zu schützen. Finden Sie heraus, wie und warum Leerverkäufe ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Handelsstrategie werden können.

  • Einführung: Hebel

    Erfahren Sie, wie Sie den Hebel beim CFD Handel nutzen können, um mit einer kleinen Margin ein großes Volumen am Finanzmarkt zu bewegen. Ein Hebel kann Ihre Gewinne aber auch Ihre Verluste erheblich vergrößern.

  • Direct Market Access

    In diesem Abschnitt stellen wir unsere Online-Handelsplattform vor. Anhand von Praxis-Beispielen wird veranschaulicht, wie einfach und schnell eine breite Auswahl an Märkten via CFD gehandelt werden kann. Neben den unterschiedlichsten Facetten des CFD Tradings kommen der direkte Marktzugang sowie die unterschiedlichen Orderarten zur Sprache und wie genau der Handel mit Hebel funktioniert.