Finanzieller Ausblick 2017: Gold und Öl

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Gold testet die 2015 Tiefs

Gold hatte ein sehr durchwachsenes 2016. Nach einer beeindruckenden ersten Jahreshälfte, in der es 30 % an Wert zulegen konnte, gab es den grössten Teil dieser Zugewinne in der zweiten Jahreshälfte wieder ab. Mit Durchbrechen des wichtigen technischen Niveaus von 1160-1170 US-Dollar pro Feinunze befinden wir uns nun in einem mittelfristigen Abwärtstrend. Diese Bewegung gewann mit der Wahl Donald Trumps Dynamik. Der Grund für diese Bewegung ist die Möglichkeit finanzpolitischer Massnahmen zur Steigerung des Wachstums und der Realzinsen, was wiederum eine Anlage in Gold weniger attraktiv machen würde.

Wie sieht es also für Gold im Jahr 2017 aus? Für den Goldpreis wird es 2017 drei wesentliche Faktoren geben: politische Risiken, finanzpolitische Massnahmen und Realzinsen.

Politische Risiken
Mit einer ungelösten Flüchtlingskrise und mehr Terroranschlägen in Europa steigt das Risiko, dass rechtsextreme Parteien Macht gewinnen und für politische Instabilität sorgen. Zusätzliche Faktoren, die die Angst verstärken und für ein verstärktes Interesse für Gold sorgen könnten, sind der Krieg in Syrien, die geopolitische Rolle Russlands, die jüngsten Entwicklungen in der Türkei und weiterhin ein politisch unerfahrener Donald Trump.

Finanzpolitische Massnahmen
Während seiner Kampagne im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen kündigte Donald Trump umfassende finanzpolitische Anreize und erhebliche Infrastrukturinvestitionen an, die ein breites und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den USA unterstützen würden. Dies dürfte positiv für US-Unternehmen sein und Anlagen in Gold weniger attraktiv machen. Vieles wird von dem Ausmass der Massnahmen, die Trump ergreifen wird, abhängen.

Steigende Realzinsen
Im Rahmen ihrer Dezember-Sitzung kündigte die Fed ihre einzige Zinsanhebung des Jahres 2016 an. Sie erwartet drei weitere Zinserhöhungen für 2017. Falls die Zinsen schneller steigen als die Inflation, würden wir eine weitere Belastung für Gold erleben.

Vom Standpunkt der technischen Analyse aus betrachtet eröffnete das Durchbrechen der Unterstützung bei 1160-1170 Dollar den Weg zu den 2015 Tiefs bei 1050 Dollar pro Feinunze. Aber vieles wird von den oben erwähnten Faktoren abhängen. Sollten die finanzpolitischen Massnahmen in den USA niedriger als erwartet ausfallen und/oder die Realzinsen nicht steigen, dann hätten wir eine bullische Ausgangslage für Gold mit einem Ziel von 1300 Dollar pro Unze.

Öl stabilisiert sich über 50 Dollar

Der Markt hat lange warten müssen – seit der letzten koordinierten Fördersenkung von OPEC- und Nicht-OPEC-Produzenten sind 15 Jahre vergangen. Die vereinbarte Senkung um 1,2 Mio. Barrel pro Tag für das Kartell und 600 000 Barrel pro Tag für Nicht-OPEC-Länder tritt am 1. Januar für einen Zeitraum von sechs Monaten in Kraft. Anschliessend wird die Situation neu bewertet.

Die psychologischen Auswirkungen eines proaktiven Managements des Ölangebots allein dürften den Preis deutlich über 50 Dollar unterstützen. Der Markt wird genau beobachten, wie die einzelnen Länder die vereinbarten Förderniveaus einhalten, was zu einer gewissen Preisvolatilität führen könnte.

Die vorgesehenen Fördersenkungen sind ehrgeizig und man muss erst noch sehen, ob sie auch erreicht werden. Aber schon eine geringe Fördersenkung würde mehr als begrüsst und wird letztlich die Angebots- und Nachfragesituation wieder stärker ins Gleichgewicht bringen.

Wenn die Ölbestände sich normalisieren, würden wir erwarten, dass der Ölpreis irgendwann während des Jahres eine positive Dynamik bis auf 60 Dollar oder mehr gewinnt. Allerdings treiben technologische Fortschritte, insbesondere in der Schieferölindustrie, die Produktionskosten nach unten, was einen dreistelligen Ölpreis äusserst unwahrscheinlich macht.

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