Nervosität der Märkte vor einem Brexit wertet den Franken auf

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Ähnlich wie 2014 bei der Abstimmung über die schottische Unabhängigkeit beginnen die Märkte nun, zwei Wochen vor dem Brexit-Referendum, nervös zu werden. Eine einzige Umfrage durch eine unabhängige Zeitung, bei der 55 % für einen Brexit stimmten, reichte aus, um Zweifel unter den Anlegern zu streuen. Letzten Freitag erreichte die Volatilität an den europäischen Märkten einen Höchststand, und Öl sank um 3 %. Auch der Wechselkurs für EUR/CHF bekommt diese Auswirkungen besonders zu spüren: Die implizite Volatilität für einen Monat ist auf dem höchsten Stand seit dem letzten Sommer.  

Da die Volatilität für das Pfund Sterling auf historischen Höchstständen ist, könnten sich die Anleger dem Euro zuwenden, um sich gegen das Brexit-Risiko abzusichern. Das dürfte die gemeinsame Währung für die nächsten 2 Wochen weiter unter Druck setzen. Die SNB könnte in den Devisenmarkt eingreifen, um die Volatilität des Wechselkurses EUR/CHF zu bekämpfen, der einen neuen Tiefstand seit Februar erreicht hat. Es ist dennoch unwahrscheinlich, dass die Bank bei ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag eine Änderung der Geldpolitik ankündigen wird.

Eine Mehrheit für den Austritt aus der EU würde den Schweizer Franken natürlich deutlich aufwerten. Das würde die SNB zu einem massiven Eingriff zwingen, und möglicherweise würde sie auch den Zinssatz für Einlagen weiter senken. Selbst dann könnte die Aufwertung des Franken aus dem Ruder laufen. Die Währungsreserven der SNB sind bereits auf einem Rekordhoch, und die Auswirkungen der negativen Zinsen schwinden. In der Tat sind die nominalen und die realen Renditen weltweit aufgrund des Deflationsdrucks gesunken, wodurch der Schweizer Franken immer „unattraktiver“ im Vergleich zu anderen Währungen wurde. Aus diesem Grund war der Schweizer Franken trotz der kürzlichen Risikoerholung und dem beinahe historischen Hoch an den US-Märkten sehr stark.

Eine Mehrheit für einen Verbleib in der EU beim Brexit-Referendum würde den Franken etwas entlasten und ist daher offenbar das für die Schweiz bevorzugte Ergebnis. Damit dieser Effekt jedoch von Dauer bleibt, müsste die Inflation unabhängig davon, was die SNB macht, steigen (um Renditeunterschiede zu erhöhen). In einem solchen Szenario würden wir dennoch erwarten, dass die globale Inflation gegen Ende des Jahres mit einem Wiedererwachen des Vertrauens der Anleger/Verbraucher gegenüber dem Vereinigten Königreich und der EU, der Stabilisierung der Rohstoffpreise (insbesondere der Ölpreise) und steigenden Löhnen in den USA steigt.

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