Die verlorene Inflation

Inflation seit 2008
Inflation seit 2008

SNB, EZB, FED… sie alle haben ein gemeinsames Ziel: die Wahrung der Preisstabilität in Ihrem jeweiligen Währungsraum, gemessen am Verbraucherpreisindex. Als Zielgrösse wird meist eine Inflation von knapp unter 2% genannt was einen einfachen Hintergrund hat. Eine gemässigte Inflation fördert das Konsumverhalten der Bürger, denn aufgeschobener Konsum wäre ansonsten teurer. Eine stärkere Nachfrage seitens der Konsumenten fördert das Investitionsverhalten der Unternehmen und somit bleibt der Wachstumsmotor der Wirtschaft am Laufen.

Seit dem Platzen der Immobilienblase in den USA haben die Zentralbanken der grössten Wirtschaftsräume beim Versuch das ökonomische System zu retten die Inflation auf ihrem Weg verloren. Trotz eines historisch tiefen Zinsniveaus und Milliardenschweren Geldspritzen in Form von Programmen der quantitativen Lockerung, gelingt es den Währungshütern nicht das gewünschte Inflationsziel zu erreichen.

Der Hauptgrund für die sehr niedrige Inflation ist der Preisverfall der Energiepreise. Was den Autofahrer und die Haushalte die mit fossilen Brennstoffen heizen zunächst freut, hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Vor Ausbruch der Immobilienkrise in den USA notierte Rohöl der Sorte WTI in der Spitze noch bei über 147 USD je Fass – heute sind es nur noch knapp 45 USD. Dieser Preisrückgang ist zum einen auf ein gestiegenes Angebot durch die Anwendung der Fracking Technologie seitens der USA zurückzuführen (die OPEC liess die Fördermenge, auch aus Gründen der Marktmachterhaltung, konstant). Besorgniserregend ist jedoch, dass der Verlauf des Rohölpreises auch als Indikator der Robustheit der Weltwirtschaft dient. Die Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität in vielen Schwellenländern allen voran in China lässt den gesamten Rohstoffsektor erzittern.

Zwar liegt die Kerninflation, also die Inflation ohne die Preisentwicklung und Energiepreise, deutlich höher, trotzdem hängt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der FED stark an der weiteren Entwicklung der Inflationsrate – genauso argumentiert die Bank of England. Die EZB ist ebenfalls besorgt und deutete bereits eine Ausweitung des Programms der quantitativen Lockerung an. Die SNB wird sich weiterer Massnahmen nicht entziehen können.

Die Inflation wird wieder steigen, sobald die Energiepreise sich erholen, welche wiederum an der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft hängen. Derzeit steht die Weltwirtschaft auf wackeligen Beinen. Die falschen Massnahmen zur falschen Zeit können grosse Auswirkungen auf unser Wirtschaftsleben haben. Deswegen wählen die Zentralbanken den aus ihrer Sicht sichereren Weg – Geldschleusen auf, Augen zu.

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