Schwere Zeiten für Glencore

Glencore traden
Schwere Zeiten für Glencore

Das hatten sich die Aktionäre von Glencore anders vorgestellt als der Zusammenschluss von Glencore und Xstrata im Jahr 2013 zustande kam. Durch das Zusammenlegen der Kernkompetenzen Handel (Glencore) und Bergbau (Xstrata), plante das neu geschaffene Unternehmen den Rohstoffmarkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu bearbeiten. Mit einer Marktkapitalisierung von 65 Mrd USD war das Unternehmen darauf ausgerichtet ein starkes Wachstum der Rohstoffbranche durch günstige Finanzierungen zugänglich zu machen. Dies scheint dem Konzern nun jedoch zum Verhängnis zu werden.

Das Unternehmen ächzt heute unter einem Schuldenberg von etwa 29.5 Mrd USD. Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte zwar jüngst das aktuelle Kreditrating von BBB, änderte den Ratingausblick jedoch auf negativ. Begründung hierfür waren eine weiter zu erwartende Schwäche und hohe Volatilität der Rohstoffmärkte. Sollte Glencore seinen Status der Investitionswürdigkeit („Investment Grade“) verlieren, würde dies zur Folge haben, dass sich die kurzfristigen Finanzierungsgeschäfte durch eine erhöhte Zinslast deutlich verteuern würden. Einjährige Renditen stiegen in den vergangenen Tagen bereits sprunghaft von etwa 1.5% im August auf nunmehr deutlich über 5% an. Das Gleiche geschah am CDS Markt. Die Prämie für eine einjährige Fälligkeit stieg von 75bp auf über 1092bp an (CDS sind Handelsinstrumente mit denen man das Kreditrisiko eines Emittenten absichern kann). Glencore steuerte dem in den vergangenen Tagen bereits mit drei konkreten Massnahmen entgegen: die Streichung der Dividendenzahlungen bis auf weiteres (die Dividendenzahlungen im Jahr 2014 betrugen ca. 2.4 Mrd USD); eine Kapitalerhöhung in Form von neuen Aktien in Höhe von bis zu 2.5 Mrd USD; und der an zwei Grossbanken in Auftrag gegebene Teilverkauf der Agrarsparte. Das Ziel ist es dabei die Schuldenlast bis Ende 2016 auf etwa 20 Mrd USD zu reduzieren. Ob diese Massnahmen jedoch ausreichen scheint fraglich. Mit einer derzeitigen Fremdkapitalquote („Total Debt to Total Equity Ratio“) von über 104% liegt Glencore weit hinter seinen Hauptmitbewerbern BHP Billiton (44%) und Rio Tinto (50%).

Glencore steht vor einem langen und beschwerlichen Konsolidierungsweg. Dabei muss die Schuldenreduzierung konsequent umgesetzt und eine drohende Herunterstufung der Kreditwürdigkeit vermieden werden. Die Eintrübung des Wirtschaftswachstums in Asien und speziell in China wiegen zusätzlich besonders schwer. Mit einem Ertragsanteil von 40% ist Asien ein besonders wichtiger Markt für Glencore.

Die grosse Anzahl an Leerverkäufen die wir jüngst gesehen haben gibt Grund zur Sorge und bei weiteren negativen Zahlen aus Asien wird sich dies auf die Aktien von Glencore auswirken. Zwar scheint die Reaktion am Aktienmarkt übertrieben, eine hohe Volatilität ist jedoch weiter zu erwarten. Für risikofreudige Anleger mit längerfristigem Anlagehorizont könnten die aktuellen Kurse jedoch eine Einstiegschance bedeuten.

Anleger der ersten Stunde hatten sich dies alles anders vorgestellt – die Aktie fiel bis auf 66,67 GBp – 87% unter dem Ausgabepreis von 530 GBp.

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