Wie wird die SNB reagieren?

EURCHF traden
EUR/CHF Daily Chart February-October 2015

Das gestern veröffentlichte Sitzungsprotokoll der FED für Oktober gab dem Schweizer Franken etwas Luft und trieb den USD/CHF nahe an die Parität – ein Niveau welches wir seit März dieses Jahres nicht mehr gesehen hatten. Nachdem die FED im September noch deutlich auf die Risiken einer Abschwächung des  globalen Wirtschaftswachstums, angeführt von den Schwächen in China und anderer Emerging Markets, hingewiesen hat, fiel diese Aussage dieses Mal aus dem Protokoll heraus. Dies lässt darauf schliessen, dass sich die FED künftig auf die Entwicklung der Binnenwirtschaft fokussieren wird. Eine erhöhte Volatilität des US Dollars rund um die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftszahlen ist zu erwarten, denn mit den Zahlen steigt und fällt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung der FED im Dezember.

Von grösserer Bedeutung für die Schweiz ist und bleibt jedoch die Entwicklung zum Euro – und hier erhöht sich der Druck wieder. Auf der Pressekonferenz von vergangener Woche überraschte EZB-Präsident Mario Draghi einmal mehr mit der Aussage, dass nicht nur eine Ausweitung des Programms zur Quantitativen Lockerung über das Jahr 2016 hinaus sondern auch eine weitere Anpassung des Einlagenzinses offen thematisiert wird. Dieser Zusatz reichte aus, um den EUR/CHF auf Talfahrt zu schicken. Interessanterweise erholte sich der Kurs jedoch wieder schnell.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte geben mittlerweile zwei Drittel der Schweizer Finanzchefs der Unternehmen an, dass ein Wechselkurs von EUR/CHF 1.10 für sie akzeptabel sei. Ab einem Wert von 1.05 wird dies jedoch mehrheitlich als klarer Wettbewerbsnachteil gesehen. Mit einem Blick auf den Chartverlauf der vergangenen Monate, lässt sich feststellen, dass das Währungspaar zunächst in einer Konsolidierungsphase knapp unterhalb der Marke von 1.05 gehandelt wurde bevor es dann dynamisch auf das Niveau knapp unter 1.10 lief - der neuen, inoffiziellen Zielgrösse der SNB. Dies deutet darauf hin, dass die SNB weiter verdeckt am Devisenmarkt interveniert um negative Nachrichten aus der Eurozone abzufedern und um den Kurs zu stützen. Ob dieses Instrument jedoch ausreicht um die Entscheidungen der EZB bei der kommenden Sitzung am 3. Dezember abzuwarten bleibt unklar. Thomas Jordan und die SNB haben uns in der jüngsten Vergangenheit mehrfach überrascht. Es wäre nicht verwunderlich, wenn noch vor der nächsten ordentlichen Sitzung der SNB am 10 Dezember weitere Massnahmen, etwa eine weitere Ausweitung des Negativzinssatzes, bekannt gegeben wird.

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