Schweizer Franken: In den Händen der Zentralbanker

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Schweizer Franken: In den Händen der Zentralbanker

Zentralbanken sollten mit ihrer Weitsicht und Zuverlässigkeit ein Ruhepol in unruhigen Zeiten sein. An diesen Tagen scheint dies jedoch umgekehrt denn die Zentralbanker dominieren wieder einmal das Marktgeschehen. Nachdem Janet Yellen, Chefin der amerikanischen Federal Reserve (FED), vergangene Woche die Erwartung der Märkte erneut nicht erfüllen konnte und die langerwartete Zinserhöhung erneut aufgeschoben hat, war es diese Woche Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), der die Märkte bewegt hat. Nachdem die ersten Spekulationen im Markt aufkamen, dass die EZB das erst im März diesen Jahres vorgestellte Programm zur Quantitativen Lockerung weiter ausweiten könnte, liess Draghi nun verlauten, dass es zu früh sei um darüber eine Entscheidung treffen zu können. Der Euro erholte sich daraufhin auf breiter Front nachdem er die letzten Tage deutlich an Wert verlor.

Die Schweizer Zentralbank (SNB) und dessen Chef Thomas Jordan scheinen zwischen den Stühlen gefangen zu sein. Nach dem Frankenschock im Januar konnte sich der EURCHF zwar oberhalb der Parität halten, dies jedoch nur aufgrund weiterer, verdeckter Interventionen der SNB.

Verzögert die FED aufgrund einer sich abschwächenden Weltwirtschaft weiterhin die erste Zinsanhebung und sieht die EZB die Notwendigkeit das Programm der Quantitativen Lockerung weiter auszuweiten wird sich der Druck auf den Franken weiter erhöhen. Niveaus im EUR/CHF knapp über der Parität würden damit wieder in greifbare Nähe rücken. Die relative Frankenstärke schlägt jedoch bereits heute auf die Schweizer Realwirtschaft durch und sollte sich in solch einem Szenario weiter verstärken. Zudem ist China, als einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz, ein wichtiger Faktor der zu berücksichtigen ist. Also wird sich auch die Schweiz mittelfristig nicht von den Weltgeschehnissen abkoppeln können und sollte als sicherer Hafen an Attraktivität verlieren. Wir erwarten demzufolge mittelfristig den EURCHF bei Niveaus oberhalb der wohlbekannten Marke von 1.20.

Es bleibt also abzuwarten womit uns die Zentralbanker beim nächsten Mal überraschen werden.

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